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Krupp-Husten: Das hilft gegen Husten und Atemnot

Krupp-Husten ist eine Erkrankung der oberen Atemwege, die fast ausschließlich Kinder bekommen. Alles über Ansteckung, Behandlung und ob du zum Arzt gehen solltest, erfährst du hier.

Wie wird ein Krupp-Husten behandelt?
Wie wird ein Krupp-Husten behandelt?
© Bigstock/Tatyana_Tomsickova

In diesem Artikel:

Krupp-Husten: So steckt sich dein Kind an

Krupp-Husten (auch Pseudokrupp genannt) ist eine Atemwegserkrankung, bei der sich die Schleimhaut im Bereich des Kehlkopfes und der Stimmbänder entzündet und anschwillt. In den meisten Fällen werden Pseudokrupp-Anfälle durch Erkältungsviren, wie zum Beispiel Masern- oder Grippe-Viren, hervorgerufen. Seltener können auch Bakterien, eine Allergie oder eine Luftverschmutzung (verrauchte Luft) die Auslöser sein.

Der Infekt, der letztlich zum Krupp-Husten führt, ist ansteckend. Die Ansteckung passiert über eine Tröpfcheninfektion. Beim Husten, Sprechen und Niesen werden kleinste Speicheltröpfchen, die mit den auslösenden Viren infiziert sind, in der Umgebung verteilt. Gesunde Menschen können diese einatmen und dann selber erkranken.

„Unter Pseudokrupp-Anfällen leiden vorwiegend Säuglinge und Kleinkinder im Alter zwischen 3 Monaten und 5 Jahren“, informiert der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte. Bei älteren Kindern komme es selten zu lebensgefährlichen Hustenattacken, da Kehlkopf und Luftröhre stärker geweitet sind.

Wichtig: Pseudokrupp ist nicht gleich Krupp. Beim „echten“ Krupp handelt es sich um eine potenziell lebensgefährliche Kehlkopfentzündung. Diese ist jedoch dank flächendeckender HiB-Impfungen so selten geworden, dass der Begriff „Krupp“ umgangssprachlich als Synonym für Pseudokrupp verwendet wird.

Krupp-Husten bei Erwachsenen

Erwachsene leiden deutlich weniger unter Krupp-Husten als Kinder. Ist ein Erwachsener infiziert, tritt Atemnot so gut wie nie auf. Typisch sind aber auch bei erwachsenen Patienten, die trockenen, bellenden Hustenanfälle in der Nacht sowie Heiserkeit.

Krupp-Husten: Symptome der Kinderkrankheit

Die Krupp-Husten-Symptome sind am Anfang leicht zu verwechseln. Oft zeigt dein Kind zuerst unspezifische Beschwerden einer Erkältung mit leichtem Fieber. Nach einigen Tagen kann es dann zu den typischen Krupp-Husten-Symptomen kommen – meist plötzlich in der Nacht:

  • „bellender“ Husten
  • pfeifende Geräusche beim Einatmen
  • heisere Stimme

Weil die Schwellung den Kehlkopf einengt, atmet dein Kind schneller und holt tiefer Luft. Es hat zwar meist nur leichte Atemnot, ist dadurch aber oft verängstigt und weint. Dies kann dann wiederrum die Atemnot verstärken.

Dauer des Krupphustens

In der Regel verschwindet der Krupp-Husten innerhalb von zwei bis vier Tagen wieder. Aufgrund der Reizung kann der Husten aber noch in den nächsten zwei Wochen auftreten. Die meisten Fälle von Pseudokrupp heilen problemlos von selbst aus. Nur sehr selten entwickeln sich Komplikationen wie eine Mittelohr- oder Lungenentzündung.

Wie wird ein Pseudokrupp behandelt?

„Nehmen Sie grundsätzlich jeden plötzlich auftretenden bellenden Husten Ihres Kindes ernst und lassen Sie Ihr Kind kinderärztlich untersuchen“, warnt die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung.

Gehe also auf jeden Fall zum Arzt. Bei Babys und Kleinkindern sind die Atemwege noch sehr eng. Deshalb kann schon eine geringe zusätzliche Verengung lebensbedrohlich sein. Eine genaue ärztliche Untersuchung ist auch deshalb wichtig, um den Pseudokrupp von dem „echten“ Krupphusten zu unterscheiden.

Wenn bei deinem Kind tatsächlich ein Pseudokrupp festgestellt wurde, bekommt es in der Regel kortisonhaltige Medikamente – zum Beispiel als Zäpfchen, Tablette, selten auch als Spritze. Die Medikamente wirken entzündungshemmend und lassen die Schleimhäute abschwellen.

Ätherischen Öle und homöopathische Mittel bei Pseudokrupp

Homöopathie sollte beim Krupp-Husten nur zusätzlich angewendet werden, da ihre Wirksamkeit nicht vollständig wissenschaftlich nachgewiesen ist.

Achtung: Pseudokrupp darf keinesfalls  Inhalationen ätherischer Ölen behandelt werden! Diese reizen die Schleimhaut zusätzlich und können dafür sorgen, dass sie noch stärker anschwillt.

Krupp-Husten-Anfall: Was kann ich selber tun?

Ruhe zu bewahren, ist oft leichter gesagt als getan. Doch genau dies ist wichtig, um dein Kind zu beruhigen und zu vermeiden, dass sich der Anfall durch Panik und Angst noch verschlimmert. Gleichzeitig solltest du dafür sorgen, dass dein Kind so schnell wie möglich wieder ausreichend Luft bekommt:

  1. Nimm dein Kind hoch oder setz‘ es aufrecht hin
    Zusätzlich kannst du noch versuchen dein Kind mit Körperkontakt und leiser, ruhiger Stimme zu beruhigen.
  2. Sorge für frische, kühle Luft
    Öffne das Fenster. Durch die kühle Atemluft können die Schleimhäute etwas abschwellen. Auch ein kurzer Spaziergang ums Haus oder zum Kinderspielplatz lindern die Beschwerden und ist Ablenkung zugleich. Ist es draußen zu warm, hilft auch ein Kühlschrank oder Gefrierfach.
  3. Viel Trinken
    Sobald sich dein Kind wieder beruhigt hat, sollte es etwas trinken – am besten Wasser oder kalten Tee.

Bei starker Atemnot: Notarzt rufen!

Bei starker Atemnot ist es wichtig, sofort die 112 anzurufen und einen Notarzt anzufordern. Ein typisches Warnzeichen ist, wenn sich die Haut zwischen den Rippen mit jedem Atemzug sichtbar nach innen zieht. Manchmal bekommen Kinder auch eine bläuliche Farbe – das ist selten, kommt aber vor. Oder sie sind so erschöpft, dass sie abwesend und teilnahmslos wirken.

Quellen