Leseschwäche erkennen und Kinder gezielt fördern

Leseschwäche erkennen und Kinder gezielt fördern

Eine Leseschwäche tritt meist in Form einer Lese- und Rechtschreibschwäche (LRS) auf. Frühzeitig erkannt, können betroffen Kinder gut gefördert werden. So kannst du eine Leseschwäche erkennen.

Kind blättert in Buch
Hat mein Kind eine Leseschwäche? © Bigstock/ oliwkowygaj

Kinder mit einer Leseschwäche, auch bekannt unter dem Begriff Dyslexie, können nur schlecht lesen und buchstabieren. Deswegen haben betroffene Kinder auch Schwierigkeiten, den Inhalt eines Textes zu verstehen und wiederzugeben. Außerdem haben sie Probleme damit, Gehörtes richtig zu verstehen und es aufzuschreiben.

Das bedeutet, meist geht eine Leseschwäche mit einer Rechtschreibeschwäche einher. Es ist aber auch möglich, dass die Dyslexie isoliert auftritt, also ohne dass Kinder Schwierigkeiten mit der Rechtschreibung haben.

Der Bundesverband Legasthenie & Dyskalkulie e.V hebt nachfolgende Anzeichen einer Lese- und Rechtschreibschwäche hervor.

Anzeichen Leseschwäche:

  • Niedrige Lesegeschwindigkeit und häufiges Stocken
  • Kind verliert beim Lesen oft die Zeile im Text
  • Kind vertauscht Buchstaben und Silben im Wort oder Wörter im Satz
  • Kind kann Gelesenes nicht sinngemäß wiedergegeben

Anzeichen Rechtschreibschwäche:

  • viele Rechtschreibfehler in Texten oder Diktaten
  • Wörter werden im selben Text mehrfach unterschiedlich falsch geschrieben
  • Auffällig viele Grammatikfehler und Fehler bei der Zeichensetzung
  • unleserliche Handschrift

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Um Kinder mit einer Leseschwäche gut fördern zu können, ist es wichtig, diese frühzeitig zu erkennen. Für Eltern eines Erstklässlers sind die Anzeichen nicht leicht zu erkennen. Schließlich haben viele Kinder zu Beginn noch Probleme beim Lesenlernen und der richtigen Schreibweise. Hier kann ein Gespräch mit dem Lehrer Klarheit schaffen. Sieht dieser auch Handlungsbedarf, kann dein Kind gezielt gefördert werden. Vor allem aber muss die Lese- und Rechtschreibschwäche dann von einer Lese- und Rechtschreibstörung, also der Legasthenie abgegrenzt werden.

Leseschwäche: Ursachen unklar

Obwohl die Leseschwäche etwa fünf bis 15 Prozent der Gesamtbevölkerung betrifft, sind die Ursachen nach wie vor unklar. Es gibt Untersuchungen, die eine Vererbung der Leseprobleme für wahrscheinlich hält. Andere Studien vermuten die Ursache im Aufbau der Augen. Demnach seien bei Kindern mit einer Leseschwäche die Netzhäute anders aufgebaut, was das Lesen behindert.

Kinder mit Leseschwäche fördern

Eine Leseschwäche zu beheben gelingt nur mit Geduld und viel Übung. Dabei solltest du dein Kind jedoch nie überfordern. Das schafft nur unnötigen Frust und der Spaß am Lesen geht am Ende vielleicht ganz verloren.

4 Tipps für Kinder mit einer Leseschwäche:

  • Druckschrift liest sich leichter als Schreibschrift.
  • Lesepfeil verwenden. Das kann helfen, in der Zeile nicht zu verrutschen.
  • Lautgetreues Lesematerial fördert das Sprachgefühl.
  • Eltern sollten leise mitlesen, um bei schwierigen Stellen helfen zu können.
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