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Lungenentzündung Kinder: Ab wann zum Arzt?

Müdigkeit und erschwertes Luftholen sind typische Anzeichen für eine Lungenentzündung. Kinder sind besonders oft betroffen. Eine Lungenentzündung sollte unbedingt ernst genommen werden. Denn wird sie nicht rechtzeitig erkannt, kann sie gefährliche Folgen haben.

Lungenentzündung Kind: Bei diesen Symptomen solltest du sofort zum Arzt.
Lungenentzündung Kind: Bei diesen Symptomen solltest du sofort zum Arzt.
©Bigstock/Nadezhda1906

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Lungenentzündung: Kinder häufig betroffen

Entgegen der weitverbreiteten Meinung, dass die Lungenentzündung (Pneumonie) eine „Alte-Leute-Krankheit“ ist, zählt sie zu den häufigsten Atemwegserkrankungen bei Kindern. Laut dem Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte mussten in Deutschland in Jahr 2014 etwa 45.000 Kinder und Jugendliche unter 15 Jahren wegen einer Pneumonie im Krankenhaus behandelt werden.

Wichtig: Eine Lungenentzündung bei Kindern muss unbedingt ernst genommen und schnell behandelt werden. Das Problem dabei ist allerdings, dass sich die Infektion bei kleinen Patienten nicht immer so eindeutig zeigt. Vor allem bei Babys lassen sich die Symptome schwer deuten.

Lungenentzündung: Ursachen

Eine Lungenentzündung wird in der Regel durch Bakterien hervorgerufen, am häufigsten durch sogenannte Pneumokokken. Manchmal sind auch andere Bakterienarten wie etwa „Haemophilus influenzae“ oder „Mykoplasma pneumoniae“ beteiligt. Seltener sind Viren für eine Lungenentzündung verantwortlich, Auslöser sind dabei meist Erkältungsviren oder Grippeviren. Lungenentzündungen durch Pilze sind noch seltener.

Eine Lungenentzündung wird durch Tröpfcheninfektion übertragen. Die Krankheitserreger gelangen beim Einatmen mit winzigen Speichel- oder Wassertröpfchen bis in die Lunge. Manchmal entsteht eine Lungenentzündung durch Verschlucken: Dabei können Keime aus Mund- und Rachenraum, Speisereste oder Mageninhalt in die Atemwege gelangen und zu einer Entzündung führen.

Lungenentzündung: Symptome bei Kindern

Wenn dir eines der folgenden Symptome bei deinem Kind auffällt, solltest du sofort zum Arzt gehen:

  • Müdigkeit
  • Appetitlosigkeit
  • erschwerte Atmung
  • schnelles und flaches Atmen
  • „Nasenflügeln“
  • Husten (erst trocken, dann mit Auswurf)
  • Fieber (auch in Verbindung mit Schüttelfrost)
  • aufgeblähter Bauch
  • schneller Puls

Nicht immer treten alle Beschwerden gleichzeitig auf. Bei Kindern können manche Symptome sogar ganz fehlen oder es stehen untypische Beschwerden wie Durchfall, Bauchschmerzen oder Bewusstseinsstörungen im Vordergrund. Bei Babys macht sich die Erkrankung zu Beginn oft nur dadurch bemerkbar, dass sie nicht trinken wollen, apathisch wirken oder sich übergeben müssen.

Tipp: Achte unbedingt auf die Nasenflügel. Verursacht eine akute Lungenentzündung Atemnot, werden sich vor allem bei Babys und Kinder die Nasenflügel heftig und parallel zur Atmung mitbewegen – das „Nasenflügeln“. Auch leiden bei einer Lungenentzündung Kinder unter Bauchschmerzen.

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Lungenentzündung bei Kindern richtig behandeln

Der Arzt wird zunächst abklären, welche Ursache die Lungenentzündung hat. Bei einer bakteriellen Lungenentzündung wird der Arzt deinem Kind ein Antibiotikum verschreiben. Diese können als Saft oder Tablette gegeben werden. Vor allem bei einer schweren Infektion sind auch Infusionen sinnvoll, oder die Kombination verschiedener Antibiotika. Oft wird zusätzlich Flüssigkeit per Infusion gegeben, weil erkrankte Kinder häufig zu wenig trinken. Innerhalb einer Wochen sollten sich die Symptome innerhalb von einer Woche deutlich bessern.

Bei leichteren Beschwerden kann auf Antibiotika verzichtet werden – ebenso, wenn die Lungenentzündung durch ein Virus bedingt ist.

Lungenentzündung: Nicht unterschätzen!

Zwar verläuft die Infektion bei Kindern in der Regel komplikationslos, erkrankt aber ein Neugeborenes oder ist ein Kind durch eine andere Erkrankung geschwächt, kann eine Lungenentzündung lebensbedrohlich sein. Im schlimmsten Fall können sich die für die Pneumonie verantwortlichen Bakterien im ganzen Körper verteilen und eine Blutvergiftung oder eine Hirnhautentzündung sind die Folge. Gefährlich kann außerdem der Sauerstoffmangel werden, wenn die Infektion das Atmen sehr erschwert.

Ist eine Lungenentzündung ansteckend?

Jein. Da die Bakterien oder Viren durch eine Tröpfcheninfektion übertragen werden, ist eine Pneumonie prinzipiell ansteckend. Aber: Wer sich mit Erregern infiziert, erkrankt nicht zwangsläufig. Tatsächlich sind manche Erreger, wie zum Beispiel Pneumokokken, sogar bei vielen Menschen ganz normaler Bestandteil der Schleimhaut der oberen Atemwege. Ein gesundes Immunsystem kann die Erreger in Schach halten und rechtzeitig abtöten.

Für Neugeborene ist sie aber immer ansteckend, da ihr Immunsystem noch nicht voll entwickelt  ist. Auch erkranken Kinder, die unter chronischen Krankheiten oder einem schwachen Immunsystem leiden, häufiger an einer Lungenentzündung als ihre Altersgenossen.

Lungenentzündung vorbeugen

Die schlechte Nachricht zuerst: Eine generelle Vorbeugung gegen eine Lungenentzündung gibt es nicht. Nun die gute Nachricht: Du kannst dein Kind gegen einige Erreger der Lungenentzündung impfen lassen, so zum Beispiel gegen Haemophilus influenzae oder Pneumokokken.

Kinder erhalten sie in drei Teilimpfungen als Spritze im Alter von zwei, vier und etwa zwölf Monaten. Bei der Haemophilus-Impfung kann je nach Impfstoff auch eine vierte Spritze im Alter von drei Monaten gegeben werden. Die Impftermine lassen sich gut mit den U-Untersuchungen – verbinden.

Und: Impfungen gegen die Kinderkrankheiten Masern, Keuchhusten und Windpocken sind ebenfalls sinnvoll, denn Lungenentzündungen sind eine häufige Komplikation dieser Infektionen.

Quellen