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Die magische Phase bei Kindern – wenn Elfen & Feen real werden

vonSonja Hagl

Etwa mit zwei Jahren beginnt bei Kinders das magische Denken. Was ist die magische Phase? Und wie sollten Eltern damit umgehen?

vonSonja Hagl
© Unsplash/ Zan

Was ist die magische Phase?

Laut dem Entwicklungspsychologen Jean Piaget durchlaufen alle Kinder eine magische Phase – auch mystische Phase genannt. Etwa ab dem dritten Lebensjahr beginnt bei Kindern das magische Denken – die Phase endet mit fünf oder sechs Jahren. Erst ab diesem Alter können Kinder zwischen Wahrheit und Lüge unterscheiden.

Der kindlichen Vorstellungskraft sind in der magischen Phase keine Grenzen gesetzt. Kinder glauben an Geister & Feen und daran, dass sie fliegen können. Das bedeutet nicht, dass die Kinder auf einmal in einer Fantasiewelt leben: Sie nehmen die Realität wahr – verbinden sie aber mit ihren magischen Gedanken.

Wie äußert sich magisches Denken?

Alles, was sich dein Kind vorstellen kann (positiv, wie auch negativ), ist möglich. Es glaubt, dass es selbst die Welt beeinflussen kann. Zum Beispiel denkt dein Kind dann, dass es regnet, weil es traurig ist. Auch eine logische Erklärung wird dein Kind nicht vom Gegenteil überzeugen.

Verständnis der Eltern ist essenziell!

Kinder glauben an das Magische. Der Weihnachtsmann, die Zahnfee und der Osterhase beweisen das. Bei Kindern, vor allem bei solchen, die sich in der magischen Phase befinden, gilt: Nimm dein Kind ernst!

Wenn das eigene Kind plötzlich abwegige „Lügengeschichten“ erzählt, machen sich Eltern oft sorgen. Magisches Denken bedeutet aber nicht, dass dein Kind bewusst Lügengeschichten erfindet – es denkt wirklich, dass es fliegen kann oder durch den Abfluss gezogen wird, wenn das Badewasser ausläuft.

: Warum lügen Kinder?

Du musst dir also keine Sorgen machen, wenn dein Kind gerade in einer Traumwelt lebt: Sei lieber stolz, dass dein Kind solch eine Vorstellungskraft und Fantasie hat. Das magische Denken ist ein wichtiger Schritt in der kindlichen Entwicklung und ein Zeichen für Intelligenz. So lernt dein Kind den Unterschied zwischen Realität und Fantasie.

Die magischen Ängste

Die mystische Phase bedeutet nicht nur, dass dein Kind an nette Feen und brave Einhörner glaubt. Auch gruselige Monster aus ihren Albträumen empfinden Kinder als real.

Die Angst vorm Monster unterm Bett, im Schrank oder hinterm Vorhang zeigt sich auch oft in der magischen Phase.

Achtung!

Merkst du, dass die Sorgen und Ängste in der magischen Phase sehr stark sind oder dein Kind sie nicht überwinden kann, kannst du mit deinem Kinderarzt sprechen. Zeigt das Kind Anzeichen einer Angststörung, kann therapeutische Hilfe sinnvoll sein.

Was können Eltern in der magischen Phase tun?

Wichtig ist, dass du Verständnis für dein Kind hast. Sollte das magische Denken zu Ängsten und Albträumen führen, kannst du dein Kind auch unterstützen und ihm seine Sorgen nehmen:

  • Stelle dein Kind nicht als Lügner hin: Dein Kind erzählt dir nicht mutwillig Unwahrheiten – es glaubt sie wirklich. Außerdem kannst du meist Fakt und Fiktion einfach voneinander unterscheiden.
  • Nimm die Ängste deines Kindes ernst: Dein Kind weiß eigentlich, dass Baden sicher ist. Das magische Denken lässt es aber glauben, dass es durch den Abfluss gezogen wird. Erkläre und zeige deinem Kind, dass es nicht so ist.
  • Vertreibe Monster: Für dein Kind ist das Monster unterm Bett oder im Schrank real. Vertreibe das Monster unterm Bett oder gib deinem Kind Ideen, wie es das selbst tun kann. >> Einige kreative Ideen haben wir hier für dich gesammelt.
  • Achte darauf, was du zu/vor deinem Kind sagst: In der magischen Phase nehmen Kinder das gesagte von Erwachsenen oft zu wörtlich. So kann ein Kind schnell davon überzeugt sein: „Wenn ich nicht aufesse, dann wird meine Oma krank!“
  • Lass deinem Kind seinen imaginären Freund: Imaginäre Freunde sind beim magischen Denken ganz normal. Kinder können ihm auch das erzählen, was sie Erwachsenen nicht sagen können.
  • Höre deinem Kind zu: In seiner Welt sind Einhörner und Feen real – lass dein Kind mit diesen fantastischen Wesen die Welt entdecken und höre interessiert zu, wenn dein Kind dir davon erzählt. Lass dich am besten von deinem Kind inspirieren und lasse selbst deiner Kreativität freien Lauf.

Quellen

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