Bookmark

Mittagsschlaf bei Kindern: Wie lange sollte er dauern?

Mittagsschlaf bei Kindern ist ein wichtiges Thema. Aber: Wie lange müssen Kinder Mittagsschlaf machen? Und wie viel Schlaf in welchem Alter brauchen sie? Wir verraten dir alles Wichtige rund um das mittägliche Nickerchen.

Wie lange dein Kind Mittagsschlaf braucht, ist ganz unterschiedlich.
Wie lange dein Kind Mittagsschlaf braucht, ist ganz unterschiedlich.
©Bistock/ encrier

Der Mittagsschlaf ist eine wichtige Routine für Babys und Kleinkinder. Doch damit sie nachts keine Probleme beim Durchschlafen haben, solltest du darauf achten, dass sie tagsüber nicht zu viel schlafen. Wie viele Stunden es sein sollten und ab wann der Mittagsschlaf bei Kindern nicht mehr nötig ist, erfährst du hier.

Inhalt:

Wie lange Mittagsschlaf? Kinder ab 1 Jahr bis 1,5 Jahre

Nach einem Jahr hat sich der Schlafrhythmus deines Babys soweit eingependelt, dass es nur noch etwa drei Schlafphasen pro Tag hat. In der Nacht schläft dein Kind nun zwischen sechs und acht Stunden. Dazu kommt zweimal am Tag ein kürzerer Mittagsschlaf: Kinder haben nun insgesamt einen Schlafbedarf von ungefähr 14 Stunden am Tag.

Wann sollte mein Kind Mittagsschlaf halten?

Der Zeitpunkt für den Mittagsschlaf kann variieren. Kinder, die noch im Übergang von mehreren Schläfchen auf einen einzelnen Mittagsschlaf sind, werden diesen in der Anfangszeit vermutlich eher am späten Vormittag oder frühen Mittag halten, meist in einem Zeitraum zwischen 11 Uhr und 13 Uhr beginnend. Am besten nach dem Mittagessen. Dies macht es jedoch schwierig, den späten Nachmittag zu gestalten und zu einer späteren Zeit Schlafen zu gehen. Daher ist es wichtig, die abendliche Bettzeit in dieser Phase vorzuziehen. Versuche dein Kind eventuell schon vor 18 Uhr ins Bett zu bringen, um Übermüdung und somit Probleme beim Einschlafen zu vermeiden. Schlafdefizite werden ausgeglichen und dein Nachwuchs ist am nächsten Tag ausgeruhter. Sollte dein Kind gegen Mitternacht aufwachen, so ist dies in dieser Phase normal und hört bald auf, wenn man an der frühen Bettzeit festhält. Routine ist hier das Stichwort.

Ziel ist es nun, die Dauer des Mittagsschlafs zu verlängern und den Beginn etwas weiter in den frühen Nachmittag zu verlegen. Dann sind auch wieder spätere Bettzeiten möglich. Sei nicht frustriert, wenn es nicht auf Anhieb funktioniert. Es kann einige Wochen dauern, bis ein Kind den Übergang zu einem längeren Mittagsschlaf bewältigt hat.

Mittagsschlaf Kind: 1,5 bis 3 Jahre

Mit 1,5 Jahren schläft dein Kind in der Regel nur noch einmal tagsüber und dann erst wieder am Abend. Nachdem nun nur noch ein Mittagsschlaf am Tag eingeführt ist, kann man ab dem Alter von etwa 2 Jahren sehr lange Mittagsschlafzeiten erleben. Aber wie lange ist der Mittagsschlaf mit 2 Jahren? Ein Mittagsschlaf von zwei Stunden oder sogar mehr, ist keine Seltenheit. Dafür ist die abendliche Bettzeit weiter nach hinten zu verschieben und sollte zwischen 19 und 20 Uhr liegen. Insgesamt braucht ein zweijähriges Kind im Schnitt zwölf bis 13 Stunden Schlaf pro Tag. Aber nicht vergessen: Jedes Kind ist anders. So kann es auch zu Abweichungen von bis zu zwei Stunden kommen.

Mittagsschlaf Kind: 3 bis 4 Jahre

Eine kritische Zeit tritt meist mit dem Alter von drei Jahren ein. Viele Eltern stellen dann fest, dass das Kind beim Mittagsschlaf nicht mehr einschläft, sondern stattdessen spielt. Sie denken, dass ihr Kind aus dem Alter heraus ist, in dem es diesen Schlaf benötigt. Doch meist ist etwas anderes die Ursache: Durch Kindergarten oder andere Aktivitäten wird das Kind nun vielleicht fast unmerklich etwas später zum Mittagsschlaf hingelegt und braucht länger, um einzuschlafen. Du solltest dann unbedingt versuchen, beim alten Schlafmuster zu bleiben und die Mittagsschlafzeit einzuhalten. Es kann helfen, wenn du im Bett und in der Schlafumgebung die Spielsachen und Ablenkungen entfernst, um es deinem dreijährigen Kind einfacher zu machen.

Die meisten Kinder brauchen im Alter von drei Jahren noch einen Mittagsschlaf. Dies wird nicht zuletzt durch auffälliges Verhalten deutlich, welches das Kind vielleicht am Nachmittag zeigt. Häufig zu beobachten ist auch der sogenannte Nachtschreck, wenn der Mittagsschlaf entfällt, obwohl das Kind diesen Schlaf noch benötigt. Hier kann ein Schlafprotokoll helfen. Notiere etwa drei Wochen lang, wie lang dein Kind mittags und nachts schläft und wie es sich danach verhält. Vielleicht kannst du ein Muster erkennen. Dann solltest du die Mittagsschlafzeiten anpassen.

Insgesamt schlafen Kinder im Alter von drei und vier Jahren im Schnitt zwölf Stunden. Auch hier gilt die Devise: Jedes Kind ist ein Unikat. Wundere dich also nicht, wenn das Schlafverhalten deines Kindes bis zu zwei Stunden von diesem Durchschnittswert abweicht.

Ab wann keinen Mittagsschlaf mehr?

Diese Frage stellen sich viele Eltern, wenn das Kind über drei Jahre alt ist. Vielleicht schläft das Kind nicht mehr ein, wenn es hingelegt wird und spielt stattdessen, singt und erzählt. Hier kann man die Entscheidung anhand eines Musters treffen.

Anzeichen, dass dein Kind noch einen Mittagsschlaf braucht:

  • Hält dein Kind an einem Tag keinen Mittagsschlaf, jedoch an einem anderen Tag, dann wird es den Mittagsschlaf vermutlich noch weiterhin brauchen.
  • Dein Kind schläft am Tag im Auto, beim Spielen oder vor dem Fernseher häufiger ein.
  • Ständiges Gähnen und Überdrehtsein.
  • Dein Kind wird über den Tag launisch und quengelt oft am Nachmittag.

Anzeichen, dass dein Kind keinen Mittagsschlaf braucht:

  • Deinem Nachwuchs ist es gar nicht mehr möglich, mittags einzuschlafen, obwohl du ihm die Zeit dafür gibst.
  • Dein Kind ist auch ohne Mittagsschlaf ausgeruht.
  • Deinem Kind fällt es abends schwer einzuschlafen.
  • Dein Kind schläft in der Nacht schlecht.

Ruhepausen statt Mittagsschlaf

Sind die Tage der Mittagsruhe gezählt, kannst du die Zeit zu Gunsten einer Ruhephase nutzen, in der sich dein Kind 30 Minuten lang allein und ruhig beschäftigt. Lass es ein Bild malen, mit seinen Kuscheltieren spielen oder ein Bilderbuch angucken. Auch wenn der Mittagsschlaf eigentlich abgeschafft ist, kann es sein, dass er zu einem anderen Zeitpunkt noch mal nötig sein – zum Beispiel, wenn stressige Zeiten wie Kindergartenbeginn oder aufregende Feiertage anstehen, die dein Kind zusätzlich fordern.

Ist es dir nicht mehr möglich, den Mittagsschlaf beizubehalten, solltest du auf jeden Fall die abendliche Bettzeit wieder vorziehen, um während dieses Übergangs einen Ausgleich zu schaffen. 18 Uhr ist dann durchaus eine legitime Schlafenszeit, alles was später ist, übermüdet dein Kind und erschwert ihm das Einschlafen. Und selbst das frühere Schlafengehen wird nicht ganz ausreichen, um den fehlenden Mittagsschlaf auszugleichen. Dein Kind ist tagsüber vermutlich launischer oder müder als sonst und wird einige Zeit brauchen, um das zu kompensieren.

Zeigt sich über längere Zeit, dass dein Kind ohne den Mittagsschlaf nicht auskommt und auch frühe Bettzeiten dies nicht ausgleichen können, solltest du versuchen, am Mittagsschlaf festzuhalten. Aber: Du kannst dein Kind nicht zum Schlafen zwingen. Will es einfach nicht schlafen, kannst du es immer noch mit einer Ruhephase versuchen.

Warum braucht mein Kind einen Mittagsschlaf?

Ist er überhaupt nötig, der Mittagsschlaf? Kinder profitieren tatsächlich von dem Schläfchen mitten am Tag. Zum einen hilft es Kindern, die für sie notwenige Gesamtschlafdauer zu erreichen, insbesondere dann, wenn sie nachts nicht gut schlafen. Zusätzlich haben Studien ergeben, dass sich der Mittagsschlaf positiv auf das Gedächtnis auswirken kann. Was am Vormittag gelernt wird, kann sich dein Kind durch ein mittägliches Nickerchen besser merken.

Es gibt aber auch Gegenstimmen. Forscher der Queensland University of Technology haben 26 Studien ausgewertet, die sie zum Mittagsschlaf von Babys bis zu 5-jährigen Kindern fanden. Die Ergebnisse wurden im „British Medical Journal“ publiziert und sagen unter anderem aus, dass ein Mittagsschlaf nicht immer positiv zu bewerten ist. So soll Mittagsschlaf bei Kindern, die älter als zwei sind, abends zu Problemen beim Einschlafen führen. Zusätzlich wurde ermittelt, dass sie dann auch weniger und schlechter schlafen.

Trotz allem gilt auch hier wieder: Jedes Kind ist einzigartig. Lasse dich nicht zu sehr von Statistiken beeinflussen. Du wirst schon merken, ob und wann dein Kind noch mittags ein Schläfchen braucht.

Auch interessant:

Quellen