Mundfäule bei Kindern: Sehr schmerzhaft und hochansteckend

vonConnie Gräf-Adams | freie Autorin
Kleinkind, Junge, mit Mundfäule presst Lippen aufeinander
Mundfäule tritt vor allem bei bei Kindern unter 5 Jahren auf
© Unsplash/ Jorge Dominguez

Mundfäule ist eine unangenehme und schmerzhafte Infektion im Mundraum. Kinder unter 5 Jahren haben ein besonders großes Ansteckungsrisiko. Wir klären über Ursachen & Erreger auf und geben Tipps zur Behandlung.

Mundfäule: ansteckende Virus-Infektion bei Kleinkindern

Stomatitis aphthosa ist eine seltene entzündliche Erkrankung im Mundraum, die hauptsächlich bei Kindern unter fünf Jahren auftritt. Die Bezeichnung Mundfäule ist vermutlich darauf zurückzuführen, dass die Entzündung mit einem fauligen Mundgeruch einhergeht. Ausgelöst wird die Krankheit durch Herpesviren und ist daher sehr ansteckend.

Ursache & Erreger

Hervorgerufen wird die Mundfäule von einer Infektion mit Herpes-simplex-Viren vom Typ 1 (HSV-1). Da der Virus weit verbreitet ist, ist nahezu jeder Mensch damit infiziert. Die Ansteckung erfolgt meist unbemerkt über engen Körperkontakt mit Eltern oder Geschwistern.

Einmal infiziert, schlummert der Virus ein Leben lang im Körper. Meistens tritt die Infektion erst Jahre später in Form von Lippenherpes in Erscheinung. Bei einigen Kindern kann die Erstinfektion jedoch direkt mit Mundfäule zum Ausbruch kommen.

Woran erkennt man die Mundfäule?

Typisch für die Stomatitis aphthosa sind wunde Stellen (Aphten) in der Mundhöhle. Im Anfangsstadium der Mundfäule treten allgemeine Krankheitssymptome wie Abgeschlagenheit, Fieber und geschwollene Lymphknoten im Halsbereich auf.

Nach ein bis zwei Wochen bilden sich im gesamten Mundraum – eventuell auch auf den Lippen – kleine Bläschen, die schnell aufplatzen und auf der Mundschleimhaut etwa stecknadelkopfgroße Geschwüre (Aphten) mit einem weißlichen oder gelblich-grauen Belag hinterlassen. Zusätzlich können sich ein starker Speichelfluss und Mundgeruch bemerkbar machen.

Die Aphten sind äußerst schmerzhaft, insbesondere bei Berührung. Die Kinder wollen deshalb oft nicht mehr sprechen und verweigern die Nahrungsaufnahme. Sind Babys von Mundfäule betroffen, ist eine sofortige ärztliche Behandlung notwendig.

Wie wird die Mundfäule bei Kindern behandelt?

Es gibt keine ursächliche Therapie gegen Mundfäule, lediglich die Symptome können behandelt werden. Der Kinderarzt verordnet meist Schmerzmittel in Form von Gel oder Salbe zur äußerlichen Anwendung. Bei hohem Fieber können – nach ärztlicher Absprache –fiebersenkende Mittel verabreicht werden, die zusätzlich schmerzlindernd wirken. In seltenen Fällen verschreibt der Arzt ein lokales Antibiotikum.

Wollen Kinder partout nicht trinken, kann eventuell ein stationärer Klinikaufenthalt notwendig sein. Die Flüssigkeit wird dann über Infusionen zugeführt, um eine Dehydrierung zu vermeiden und zudem die Versorgung mit wichtigen Nährstoffen sicherzustellen.

Was kann deinem Kind bei Mundfäule helfen?

Als Eltern ist es schwer mit ansehen zu müssen, dass das Kind so leiden muss. Du kannst selbst einiges tun, um dem kleinen Patienten die Krankheit etwas zu erleichtern:

  • Bettruhe fördert die Genesung.
  • Biete deinem Kind weiche und kühle Speisen an, z.B. Pudding, Eiscreme oder Joghurt ohne Fruchtzusatz. Reis, Milch- oder Gemüsebrei sind ebenfalls geeignet. Wichtig ist, dass das Essen nicht heiß und scharf gewürzt ist.
  • Achte darauf, dass das Kind ausreichend trinkt. Geeignet sind stilles Wasser, Milch oder abgekühlter Kamillentee. Mit einem Strohhalm fällt das Trinken meist leichter.
  • Aufs Zähneputzen muss bei Mundfäule womöglich einige Tage verzichtet werden. Die Reibung am entzündeten Zahnfleisch vergrößert die Schmerzen. Stattdessen sollte der Mund nach dem Essen mit klarem Wasser ausgespült werden.

Meist dauert es zwei bis drei Wochen, bis die Mundfäule abgeklungen ist.

Die gute Nachricht: Einmal überstanden, tritt die Erkrankung nicht nochmal auf.

Bei Menschen mit einem schwachen Immunsystem kann der Virus allerdings zu einem späteren Zeitpunkt erneut aktiv werden. In diesem Fall kommt es zu typischen Herpesbläschen, die vornehmlich an den Lippen, aber auch an anderen Körperstellen auftreten können.

Wie lange ist die Mundfäule ansteckend?

Mundfäule ist hochansteckend! Die Erkrankung wird durch Tröpfchen- und Schmierinfektion übertragen: also beim Sprechen, Niesen, Husten oder der gemeinsamen Nutzung von Gegenständen.

Tückisch ist, dass die Inkubationszeit bis zu vier Wochen betragen kann und das Kind bereits vor Entstehung der Bläschen ansteckend ist. Die Ansteckungsgefahr besteht bis zum vollständigen Abheilen der Aphten. In diesem Zeitraum ist der Besuch von Kindergarten oder Schule tabu.

Wie kann man der Mundfäule vorbeugen?

Da schätzungsweise etwa 90 % aller Menschen HSV-1 in sich tragen, ist es schwierig, eine Infektion zuverlässig zu verhindern. Folgende Vorsichtsmaßnahmen können das Ansteckungsrisiko jedoch verringern:

  • Schnuller oder Sauger sollten grundsätzlich nicht von Mama oder Papa in den Mund genommen werden.
  • Die Angewohnheit, Schmutz mit Spucke vom Gesicht des Kindes zu wischen, sollte ebenfalls unterbleiben.
  • Tassen, Gläser oder Besteck nicht gemeinsam nutzen.
  • Eltern, die an Lippenherpes leiden, sollten bei ersten Anzeichen einer Herpes-Attacke ihre Kinder nicht mehr küssen oder knuddeln.

Damit sich Geschwister nicht untereinander mit Mundfäule anstecken, sollten sich die Kinder im Falle einer akuten Infektion möglichst nicht im selben Raum aufhalten und keine Spielsachen, Handtücher oder sonstige Gegenstände teilen. Dass ein infiziertes Kind wiederum Mundfäule auf Erwachsene überträgt, ist äußerst selten. Dennoch ist beim Kontakt mit Menschen, deren Immunsystem stark geschwächt ist, Vorsicht geboten.

Quellen