Öko-Test: Spielschleim ist potenziel gesundheitsschädlich

Öko-Test: Spielschleim ist gesundheitsschädlich

Er ist glibberig, schon etwas eklig und Kinder lieben ihn: Spielschleim. Doch das beliebte Kinderspiel ist potenziell gesundheitsschädlich. Öko-Test hat verschiedene Spielschleime getestet, mit erschreckendem Ergebnis.

Kind spielt mit giftgrünem Schleim
Wie gefährlich ist der Schleim wirklich? ©Bigstock/jarabee123

Nicht nur eklig, sondern auch gesundheitsschädlich?

Spielschleim war schon in den 70ern beliebt und feierte in den letzten Jahren ein erfolgreiches Comeback. Doch aktuell bekommt der Glibber einen schlechten Ruf. In diesem Jahr veröffentlichte das europäische Schnellwarnsystem Rapex bereits neun Meldungen zu Spielschleim. Im Juli warnte auch die britische Testorganisation Which? vor etlichen Produkten, weil sie nicht die EU-Sicherheitsvorgaben erfüllten. Grund genug für Öko-Test, den deutschen Markt zu überprüfen. Das Ergebnis ist mehr als ernüchternd.

Öko-Test: Spielschleim enthält zu viel Bor

Alle getesteten Produkte wurden maximal mit „befriedigend“ bewertet. Die meisten Schleim-Sorten rasseln mit „mangelhaft“ oder „ungenügend“ durch den Test. Grund: Der Spielschleim enthält zu viel lösliches Bor. Das Halbmetall stammt aus verarbeiteter Borsäure, die dem Schleim seine glibberige Konsistenz gibt, allerdings als gesundheitsschädlich gilt.

Ein getesteter Schleim hätte aus der Sicht des Verbraucherschutz-Magazins ohnehin gar nicht verkauft werden dürfen: Der Schleim überschreite nämlich deutlich den gesetzlichen Grenzwert für lösliches Bor in flüssigen und haftenden Spielzeugmaterialien.

Öko-Test ist deshalb der Ansicht, dass Spielschleim grundsätzlich nicht in Kinderhände gehören würde.

Spielschleim: Darum ist Bor gefährlich

Auch die Europäische Chemikalienagentur ECHA stuft Borsäure als schädlich ein. Denn sie gehört zu den sogenannten CMR-Gefahrstoffen: Bor kann unter anderem die Fortpflanzung beeinträchtigen und ungeborene Babys schädigen.

Video-Empfehlung

In größeren Mengen kann Bor Durchfall, Erbrechen und Krämpfe auslösen. Aus flüssigem und anhaftendem Spielzeugmaterial dürfen sich laut Gesetz deshalb nicht mehr als 300 Milligramm Bor pro Kilogramm lösen. Beim normalen Kneten in der Hand dürfte es so weit kaum kommen.

Doch gefährlich kann der Schleim vor allem dann werden, wenn Kinder das Produkt in den Mund nehmen oder Schleimreste an den Händen kleben bleiben. Rein optisch erinnert die glibberige Masse an Wackelpudding und verführt damit nicht nur zum Spielen sondern auch dazu, sie in den Mund zu nehmen.

Unser Tipp: Spielschleim selber machen

Damit du sicher sein kannst, dass der Ekel-Spaß harmlos bleibt, kannst du den Spielschleim ganz einfach selbst machen. Im Video erfährst du wie es geht. Eine ausführliche Anleitung findest du außerdem hier: Schleim selber machen aus nur 3 Zutaten.