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Ohrenschmerzen Kind: Warum du zum Arzt gehen solltest

Häufig sin die Ohrenschmerzen bei Kindern akut. Das bedeutet, dass es sich um eine Mittelohrentzündung handeln kann. Wie du bei deinem Kind Ohrenschmerzen schnell erkennen kannst und wie die Therapie aussieht, erklären wir hier.

In den ersten Lebensjahren sind Ohrenschmerzen bei Kindern typisch
In den ersten Lebensjahren sind Ohrenschmerzen bei Kindern typisch
© Bigstock/ Kseniiavladimir

Ohrenschmerzen: Kinder haben oft Mittelohrentzündung

Anders al bei Erwachsenen treten Ohrenschmerzen bei Kindern recht häufig auf. Grund dafür ist auch, dass die Ohrtrompete (Tuba-Eustachii), die Verbindung zwischen Nasen-Rachen-Raum und Mittelohr, noch recht kurz. Krankheitserreger können so rasch bis zum Mittelohr gelangen und sich dort ausbreiten. Wenn ein Kind Ohrenschmerzen hat, ist das tatsächlich oft eine Mittelohrentzündung.

Der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte e.V. informiert auf kinderaerzte-im-netz.de: „Mehr als 80% der Kinder erkranken in ihren ersten Lebensjahren an einer akuten Mittelohrentzündung (Otitis media) – und das mindestens einmal, oft auch mehrmals. Vor allem bei Kindern im Alter zwischen einem halben Jahr und dem 6. Lebensjahr kommt eine Mittelohrentzündung häufig vor.“ Besonders häufig müssten Kinder zwischen Dezember und März wegen einer Mittelohrenzündungen behandelt werden, so die Kinderärzte weiter. Daher solltest du bei Ohrenschmerzen Kinder besser zum Arzt bringen. Wird die Entzündung rasch erkannt, lässt sie sich gut behandeln und heilt schnell wieder ab.

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Ohrenschmerzen Kind: Ursachen

  • banale Erkältung (Euchstachische Röhre ist verlegt)
  • akute oder chronische Mittelohrentzündung (Otitis media, bakterielle oder virale Entzündung des Mittelohrs)
  • Paukenerguss (im Mittelohr hat sich Flüssigkeit angesammelt)
  • Halsentzündung/Mandelentzündung oder Polypen
  • Fremdkörper im Gehörgang
  • Verletzungen (zum Beispiel durch einen Sturz oder ein Wattestäbchen)
  • Ohrenschmalzpfropf
  • Probleme mit dem Druckausgleich (etwa beim Fliegen oder in den Bergen)
  • Wasser im Ohr, Entzündungen des äußeren Gehörganges (Otitis exerna, zum Beispiel nach dem Schwimmen)

Ohrenschmerzen: Kind zeigt folgende Symptome

Gerade bei Babys und Kleinkindern sind Ohrenschmerzen nicht immer leicht festzustellen, da sie den Schmerz nicht benennen können. Du musst dein Kind also genau beobachten. Daher gilt bei Verdacht auf Ohrenschmerzen: Kind auf jeden Fall zum Arzt bringen, auch wenn der kleine Patient grundsätzlich fit wirkt. Mit entsprechenden Instrumenten kann der Kinderarzt die Gründe für den Schmerz nämlich rasch identifizieren und weitere Maßnahmen setzen. Scheinbar leichte Ohrenschmerzen bei Kindern können nämlich rasch akut werden.

Ohrenschmerzen erkennen

Das Kind …

… wirkt reizbar und unruhig
… ist weinerlich
… greift sich verstärkt ans Ohr
… leidet unter Schwindel
… scheint schlechter zu hören
… leidet unter Fieber und Unwohlsein, sein Allgemeinzustand ist reduziert
… weist verminderten Appetit auf, auch Erbrechen kann vorkommen
… hat starke Schmerzen
… nässt aus dem Ohr

Und wie erkenne ich, ob mein Kind Ohrenschmerzen hat oder eine Mittelohrentzündung? Dazu erklärt die medizinische Fakultät der Universität Witten/Herdecke in ihrer Patientenleitlinie „Mittelohrentzündung (=Otitis media) bei Kindern“: „Sehr oft kann man folgenden Ablauf beobachten: Ihr Kind hat eine harmlose Erkältung, die gerade wieder abheilt. Plötzlich wird es quengelig, appetitlos und klagt häufig zunächst über Kopf- oder sogar Bauchschmerzen. Die Ohrenschmerzen selber beginnen oft nachts oder abends. Im weiteren Verlauf kann auch Fieber auftreten.“

Ohrenschmerzen bei Kindern behandeln

Wie bei Ohrenschmerzen Kinder behandelt werden, hängt vor allem davon ab, was die Ursachen sind. So können abschwellende Nasentropfen sinnvoll sein, wenn die Ohrenschmerzen als Begleiterscheinung einer Erkältung auftreten. Bei starken Schmerzen kann der Arzt zudem leichte Schmerzmittel wie Ibuprofen (ab dem Alter von einem halben Jahr) oder Paracetamol verschreiben.

Das Gute ist, auch wenn die Ohrenschmerzen bei Kindern von einer Mittelohrentzündung kommt, lassen die Beschwerden in 80 Prozent der Fälle schon in den ersten drei Tagen nach. Die Wahrscheinlichkeit, dass die Beschwerden auch ohne das Medikament wieder abklingen, ist hoch. Ist das nicht der Fall und hat das Kind anhaltend hohes Fieber ist die Gabe des Antibiotikums angezeigt.

Hausmittel bei Ohrenschmerzen: Kind Zwiebelkissen machen

Neben der vom Arzt empfohlenen medikamentösen Behandlung gibt es einige bewährte Hausmittel bei Ohrenschmerzen: Kindern kannst du damit die Schmerzen etwas lindern.

Was hilft bei Ohrenschmerzen?

Schon Oma hat Ohrenschmerzen bei Kindern mit Zwiebelsäckchen behandelt. Zwiebeln wirken antibakteriell und können so die Entzündung etwas lindern. Dafür Zwiebeln klein hacken und ganz kurz erhitzen, in ein Tuch geben und dann auf das schmerzende Ohr legen.

Außerdem kann helfen:

  • für ausreichend Ruhe und körperliche Schonung sorgen
  • liebevolle Zuwendung und Ablenkung
  • auf vermehrte Flüssigkeitsaufnahme achten
  • Wärme hat schmerzstillende Wirkung (Kirschkernkissen)

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Quellen:

Berufsverband der Kinder. und Jugendärzte e.V.: Mittelohrentzündung (Otitis media. In: Kinder- & Jugendärzte im Netz. https://www.kinderaerzte-im-netz.de/krankheiten/mittelohrentzuendung-otitis-media/was-ist-eine-mittelohrentzuendung-otitis-media/ (letzter Aufruf 22.02.2019)

Dr. med. Schürer-Maly, Cornelia; Koneczny, Nik: Patientenleitlinie Mittelohrentzündung (=Otitis media) bei Kindern für die medizinischen Fakultät der Universität Witten/Herdecke. http://www.patientenleitlinien.de/Mittelohrentzuendung/mittelohrentzuendung.html (letzter Aufruf 22.02.2019)

Keicher, Ursula (2016): Kinderkrankheiten: Alles, was wichtig ist. GU Verlag. S. 75f