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Ringelröteln: Kinder zeigen zuerst keine typischen Symptome

Ringelröteln gehören zu den typischen Kinderkrankheiten und heilen bei Kindern meist ohne Probleme aus. Alles über Ansteckung, Behandlung, mögliche Komplikationen und was sie mit Röteln gemein haben, erfährst du hier.

Kann man Ringelröteln vorbeugen?
Kann man Ringelröteln vorbeugen?
©Bigstock/Tatyana_Tomsickova

In diesem Artikel:

Ringelröteln: So steckt sich dein Kind an

Ringelröteln (umgangssprachlich auch „Ohrfeigenkrankheit“ genannt) ist eine ansteckende Virusinfektion und zählt wie Scharlach, Masern oder Mumps zu den klassischen Kinderkrankheiten. Die Erreger werden über eine Tröpfcheninfektion weitergegeben. Beim Niesen, Husten oder Sprechen werden Ringelröteln von Kind zu Kind übertragen.

Hauptsächlich kommen – wie bei den meisten Kinderkrankheiten – Ringelröteln bei Kindern im Alter zwischen zwei und sechs Jahren vor. Säuglinge und Erwachsene sind normalerweise nicht betroffen, eine Ansteckung ist aber möglich.

Was ist der Unterschied zwischen Ringelröteln und Röteln?

Auch wenn es der Name vermuten lässt: Mit Röteln haben Ringelröteln nicht viel gemeinsam. Die beiden Krankheiten werden von unterschiedlichen Erregern ausgelöst. Röteln werden durch den Rubellavirus ausgelöst, Ringelröteln durch das Parvovirus B19. Außerdem kann man sich gegen Röteln impfen lassen, gegen Ringelröteln nicht. Kinder bekommen in beiden Fällen einen Hautausschlag, doch die roten Flecken bei Röteln verursachen keinen Juckreiz.

Ringelröteln Kind: Symptome

Bei vielen Kindern beginnt die Erkrankung mit grippeähnlichen Symptomen, zum Beispiel:

  • Fieber
  • Kältegefühl
  • Muskel- und Kopfschmerzen
  • geschwollene Lymphknoten
  • allgemeines Unwohlsein

Etwa zwei Wochen nach der Ansteckung tritt dann der typische Hautausschlag im Gesicht auf. Dieser bildet auf Wangen und Stirn schmetterlingsförmige, größere rote Flecken. Der Hautschlag breitet sich nach kurzer Zeit auch auf Schultern, Arme und Beine aus. Nach etwa sieben bis zehn Tagen verwandeln sich die Flecken in blassrote Ringeln, die nach einer Weile wieder verschwinden. Spannungsgefühl und Juckreiz auf der Haut können dabei auftreten.

Nicht immer ist der Ausschlag deutlich zu erkennen. Dann werden Ringelröteln nicht selten als grippaler Infekt fehldiagnostiziert.

Der Ausschlag kann innerhalb der nächsten Wochen erneut auftreten. Manchmal verstärkt er sich durch ein heißes Bad oder Sonnenlicht.

Ringelröteln Kind: Diagnose und Behandlung

Dein Arzt stellt die Diagnose anhand des typischen Hautausschlags. Etwa zwei Wochen nach der Infektion lassen sich Ringelröteln bei Kindern auch durch eine Blutuntersuchung feststellen. Erst dann bildet der Körper spezifische Antikörper gegen den Virus.

Die gute Nachricht: Wer einmal Ringelröteln gehabt hat, ist lebenslang immun.

Bei Ringelröteln ist in den meisten Fällen keine Behandlung notwendig. Die Beschwerden klingen nach ein bis zwei Wochen von selbst ab. Bei länger anhaltendem Fieber, Muskel- oder Gelenkschmerzen ist Bettruhe ratsam. Gegen die einzelnen Symptome helfen – wenn notwendig – fiebersenkende Schmerzmittel oder ein Mittel gegen Juckreiz. Lass dich hier am besten von deinem Kinderarzt beraten.

Nach dem Infektionsschutzgesetz besteht keine Meldepflicht für Ringelröteln.

Wann sind Ringelröteln nicht mehr ansteckend?

Erkrankte Kinder sind vor allem in der Inkubationszeit ansteckend, also bis zum Auftreten des Hautausschlags. Dann ist das Risiko einer Ansteckung nur noch gering. Du hast nun ein Ringelröteln-Kind zuhause? In der akuten Krankheitsphase sollte es nicht zur Schule oder in den Kindergarten gehen.

Ringelröteln: Komplikationen sind selten

Komplikationen sind bei Ringelröteln sehr selten. Die Krankheit verläuft in den meisten Fällen harmlos. Nur selten kommt es zu vorübergehenden Gelenkbeschwerden oder Gelenkentzündungen, insbesondere bei Mädchen. Bei Menschen mit einer Abwehrschwäche kann die Erkrankung gelegentlich zu Blutarmut führen.

Sind Ringelröteln für Erwachsene gefährlich?

Als typische Kinderkrankheit treffen die Ringelröteln Erwachsene nur selten. Hast du dich aber angesteckt, verursacht die Krankheit bei Erwachsenen ungewöhnlich starke Beschwerden und verlaufen schwerer. Wer sich erst als Erwachsener mit Ringelröteln infiziert, bekommt nur selten den bei Kindern typischen Hautausschlag. Die meisten erwachsenen Patienten entwickeln eine akute Entzündung in mehreren Gelenken. Aber auch hier heilen Ringelröteln meist von alleine aus. Gefährlich werden kann es aber vor allem für Schwangere .

Ringelröteln in der Schwangerschaft

Selbst wenn du dich während der Schwangerschaft mit Ringelröteln ansteckst, überträgst du das Virus nicht unbedingt auf dein Ungeborenes. Laut der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung ist dies „nur bei etwa einem Drittel der Schwangeren der Fall“.

Überträgt sich das Virus tatsächlich kommt es häufiger zu einer Fehlgeburt oder zu einem sogenannten Hydrops fetalis. Das sind Flüssigkeitsansammlungen unter der Haut und in der Bauchhöhle des ungeborenen Kindes, die sich über den ganzen Körper ausbreiten und die Haut des Kindes deutlich vom Körper abheben können. Dies kann per Ultraschall erkannt werden. In der zweiten Schwangerschaftshälfte besteht kaum noch eine Gefahr für das Kind.

Bei einer akuten Ringelröteln-Infektion in der Schwangerschaft kann dein Baby mit einer oder mehrerer Bluttransfusionen über die Nabelvene behandelt werden.

Ringelröteln Kind: Vorbeugen

Richtig vorbeugen kann man einer Ringelröteln-Infektion nicht. Derzeit gibt es gegen den Erreger keinen Impfstoff. Dazu kommt, dass sich infizierte Personen nur bedingt meiden lassen, da bereits während der Inkubationszeit Ansteckungsgefahr für andere besteht. In dieser Zeit hat der Infizierte selbst in der Regel noch keine Symptome und weiß somit nicht, dass er eigentlich krank ist.

Quellen