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Röteln: Kinder zeigen oft keine eindeutigen Symptome

Röteln sind eine meist harmlos verlaufende Virusinfektion. Am häufigsten betreffen Röteln Kinder. Alles über die Ansteckung, Symptome und ob du dein Kind impfen lassen solltest, erfährst du hier.

Röteln: Kinder zeigen oft Anzeichen einer Erkältung
Röteln: Kinder zeigen oft Anzeichen einer Erkältung
©Bigstock/Little_Desire

In diesem Artikel:

Röteln Kinder: Ansteckung und Ursachen

Röteln: Symptome schwer zu erkennen

Bei Röteln Kind ärztlich behandeln?

Schützt vor Röteln: Impfung

Röteln-Kind: Das kannst du selbst tun

Röteln Kinder: Ansteckung und Ursachen

Röteln (med. Rubella) sind eine hochansteckende, aber meist harmlose Virusinfektion. Sie zählen, wie Masern und Mumps, zu den typischen Kinderkrankheiten. Denn in erster Linie erkranken Kinder bis zum fünften Lebensjahr daran.

Röteln werden durch eine Tröpfcheninfektion übertragen. Beim Husten, Niesen oder Sprechen können kleine Speicheltröpfchen mit den Röteln-Viren weitergegeben werden. Ansteckend sind die Viren für jeden, der keine Röteln-Impfung hat oder noch nicht an Röteln erkrankt ist. Denn die Krankheit bricht meist nur einmal aus, danach besteht ein lebenslanger Schutz. Die Inkubationszeit, also die Zeit zwischen Infektion und dem Ausbrechen der Krankheit, beträgt zwei bis drei Wochen. Das problematische bei Röteln: Kinder zeigen oft keine eindeutigen Symptome sind aber ansteckend. Folgende Anzeichen, wie sich Röteln im Anfangsstadium zeigen, solltest du daher kennen.

Röteln: Symptome schwer zu erkennen

Zu den typischen Röteln-Symptomen gehört ein Hautausschlag mit kleinen, roten Flecken.

„Der charakteristische Hautausschlag beginnt (wie das Masernexanthem) hinter den Ohren in Anschluss an eine auffällige Rötung des Gesichts. Es handelt sich um hellrote Flecken, die kleiner sind als das Masernexanthem und nicht miteinander verschmelzen. Oft ist der Ausschlag nur schwach sichtbar.“, so die Experten des Berufsverbandes für Kinder- und Jugendärzte.

Nach ein bis drei Tagen verschwindet der Ausschlag wieder. Allerdings verläuft die Infektion meist ohne diese Krankheitsanzeichen. So haben sogar in 25 bis 50 Prozent der Infektionsfälle mit Röteln Kinder keinerlei Beschwerden. Dann bleibt die Krankheit oft völlig unbemerkt. Das Problem dabei: Auch Kinder, die keine Symptome zeigen, können die Röteln-Viren auf andere Menschen übertragen. Deswegen ist es wichtig auch erste Röteln-Symptome richtig zu deuten. So zeigen bei Röteln Kinder und Babys anfangs Anzeichen einer gewöhnlichen Erkältung. Also beispielsweise:

Kommen zusätzlich roten Flecken auf der Haut hinzu? Dann beobachte den Hautausschlag. Auch leiden bei Röteln Kinder nicht unter Juckreiz. So kannst du die Infektion außerdem von Masern unterscheiden.

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Bei Röteln Kind ärztlich behandeln?

Hast du den Verdacht, dass dein Kind Röteln hat, gehe mit ihm auf jeden Fall zum Arzt. Da ein Röteln-Kind anfangs die gleichen Symptome zeigt wie bei einer Erkältung, sollte nur der Arzt die endgültige Diagnose stellen. Dabei solltest du dich vorher anmelden, um zu vermeiden, dass dein Kind andere Kinder oder Schwangere ansteckt.

Eine ursächliche Behandlung gegen Röteln gibt es keine, es können – wenn nötig – nur die Symptome gelindert werden. Die Krankheit verläuft in den allermeisten Fällen aber ohne Komplikationen und heilt von selbst aus. Nur in sehr seltenen Fällen ist eine Gehirnhautentzündung die Folge von Röteln. Kinder klagen dann über sehr starke Kopfschmerzen, haben hohes Fieber und einen steifen Nacken, eventuell erbricht das Kind und ist berührungsempfindlich. Auch hier gilt: Unbedingt zum Arzt gehen.

In Deutschland besteht für Röteln seit 2013 eine Meldepflicht. Das bedeutet, dass der behandelte Arzt, den Fall an das zuständige Gesundheitsamt melden muss.

Schützt vor Röteln: Impfung

Die Röteln-Impfung wird von der Ständigen Impfkommission (STIKO) am Robert-Koch-Institut für alle Kinder empfohlen und besteht aus zwei Impfdosen. Die erste wird für Kinder im Alter zwischen elf und 14 Monaten empfohlen. Die zweite Impfung sollte im Alter zwischen 15 bis 23 Monaten verabreicht werden. Zwischen den beiden Teilimpfungen müssen mindestens vier Wochen liegen.

Die Röteln-Impfung wird stets in Kombination mit den Impfstoffen gegen Masern und Mumps verabreicht. Daher spricht man auch von der MMR-Impfung beziehungsweise der Mumps-Masern-Röteln-Impfung. Einen Einzel-Impfstoff gegen Röteln gibt es nicht mehr.

Übrigens: In der Regel können Kinder Röteln- beziehungsweise MMR-Impfungen auch dann bekommen, wenn sie gegen Hühnereiweiß allergisch sind. Die MMR-Impfung enthält nämlich Spuren von Hühnereiweiß. Daher gibt es gelegentlich das Gerücht, Allergiker sollten sich nicht impfen lassen. Das Hühnereiweiß im Impfstoff ist allerdings nicht das gleiche Eiweiß wie in einem Hühnerei und im MMR-Impfstoff nur in geringen Mengen vorhanden. Lass dich bei Unsicherheiten am Besten von deinem Arzt beraten.

Hat die MMR-Impfung Nebenwirkungen?

Der Impfstoff wird im Allgemeinen gut vertragen. Nur selten klagen Kinder nach der MMR-Impfung über Nebenwirkungen, wie Rötungen, Schwellungen und Schmerzen an der Impfstelle. Diese Beschwerden klingen jedoch nach wenigen Tagen wieder ab.

Röteln trotz Impfung

Wer beide empfohlenen Impfdosen erhalten hat, ist in der Regel ausreichend gegen den Röteln-Erreger geschützt. Nur ganz selten passiert es, dass jemand Röteln trotz Impfung bekommt – meist bei einer lang zurückliegenden Impfung. Diese erneute Infektion verläuft jedoch oft ohne, oder nur mit sehr milden Röteln-Symptomen.

Ein weiterer Grund für eine erneute Röteln-Infektion kann das Fehlen der zweiten Impf-Dosis sein. Bei fünf bis zehn Prozent der Geimpften ist die erste Impfung nicht ausreichend, weil nicht genügend Anti-Körper gebildet werden. Daher gilt für den lebenslangen Schutz gegen Röteln: Kinder immer zweimal impfen lassen.

Röteln-Kind: Das kannst du selbst tun

Hast du nun ein Röteln-Kind zuhause, sollte es auf jeden Fall acht bis zehn Tage lang nicht in den Kindergarten oder in die Schule gehen, um eine Ansteckung zu vermeiden.

Bei Fieber sollte dein Kind auf jeden Fall im Bett bleiben und ausreichend Flüssigkeit zu sich nehmen. Schmerzen die geschwollenen Lymphknoten, helfen warme Auflagen wie beispielsweise ein Kirschkernkissen. Tröstend ist sicher auch der Gedanken, dass Röteln Kinder meist nicht sonderlich belasten – anders als zum Beispiel Windpocken, die schrecklich jucken.

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Quellen:

Kinderärzte in Netz (2018): Röteln (Rubella). Symptome & Krankheitsbild. https://www.kinderaerzte-im-netz.de/krankheiten/roeteln-rubella/symptome-krankheitsbild/, (letzter Zugriff: Jänner 2019)

Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung: Röteln-Impfung bei Kindern. https://www.impfen-info.de/impfempfehlungen/fuer-kinder-0-12-jahre/roeteln/, (letzter Zugriff: Jänner 2019)

Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung: Röteln. Informationen über Krankheitserreger beim Menschen – Impfen schützt. https://www.infektionsschutz.de/erregersteckbriefe/roeteln/, (letzter Zugriff: Jänner 2019)

Keicher, Ursula (2016): Kinderkrankheiten: Alles, was wichtig ist. Gräfe Und Unzer, Seite 58 – 59

Vagedes, Jan und Soldner, Georg (2008): Das Kinder-Gesundheitsbuch: Kinderkrankheiten ganzheitlich vorbeugen und heilen. Gräfe Und Unzer, S. 192 – 193