Schürfwunde: Behandlung und Vermeidung von Entzündungen

Schürfwunde bei Kindern: Behandlung und Vermeidung von Entzündungen

Eine Schürfwunde ist die wohl häufigste Verletzung bei Kindern: Doch die vermeintlich kleine Verletzung kann zu gefährlichen Entzündungen führen! Lies hier, wie du Schürfwunden bei deinem Kind so verarztest, dass sich keine Folgeschäden bleiben.

Knie eines Jungen mit einer Schürfwunde
Eine Schürfwunde passiert schnell - umso wichtiger ist es, die richtige Behandlung zu kennen, um Entzüdungen zu vermeiden. © Unsplash / Jon Tyson

Schürfwunde oder schlimmere Verletzung?

Als erstes solltest du herausfinden, ob es sich bei der Verletzung „nur“ um eine Schürfwunde oder um eine schwerwiegendere Verletzung handelt: Bei einer Schürfwunde ist durch die Reibung am harten Untergrund nur die obere Hautschicht (Oberhaut) verletzt. Wird bei schwereren Stürzen auch die Lederhaut beschädigt, erkennt man das dadurch, dass die Wunde deutlich tiefer ist und dabei stark blutet und nässt (Lymphflüssigkeit). Schürfwunden weisen außerdem unregelmäßige Wundränder auf.

Mein Kind hat eine Schürfwunde: Was ist zu tun?

Hat dein Kind eine Schürfwunde, gilt es die entsprechenden Erste-Hilfe-Maßnahmen einzuleiten. Wichtig ist, dass du dein Kind beruhigst, die Wunde inspizierst und dich rasch um die Versorgung der Verletzung kümmerst. Denn auch, wenn es sich bei Schürfwunden meist um oberflächliche Hautabschürfungen handelt: Verarztet man sie nicht entsprechend, können Verunreinigungen rasch zu schlimmen Entzündungen führen. Und so geht’s:

Blutung stillen

Blutet die Schürfwunde deines Kindes, ist es wichtig, die Blutung zu stillen. Drücke mit einem sterilen Tuch oder einer Kompresse kräftig auf die Abschürfung. Achte darauf, dass deine Hände sauber sind beziehungsweise nutze Handschuhe. Kälte beschleunigt das Stoppen der Blutung. Dafür eignen sich Kühlakkus, die du aber immer nur auf die Kompresse legen darfst, nie direkt auf Haut!

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Schürfwunde reinigen und desinfizieren

Hat die Wunde deines Kindes aufgehört zu bluten, musst du sie säubern und desinfizieren. Gerade bei Schürfwunden ist das unbedingt notwendig, da sich häufig Schmutz oder Fremdkörper darin befinden, die eine Entzündung begünstigen können.

Spüle die Abschürfung unter lauwarmem Wasser ab und beseitige so den Schmutz. Kleine Fremdkörper wie Steinchen oder Splitter entfernst du mit einem Tupfer oder einer Pinzette. Ist die Schürfwunde deines Kindes sauber, desinfiziere sie. Achte in jedem Fall darauf, dass du dafür ein für Kinder geeignetes Mittel verwendest, das nicht brennt (ohne zugesetztem Alkohol). Desinfektionsmittel zum Sprühen hat sich bei Schürfwunden bestens bewährt.

Pflaster oder Verband anlegen

Zuletzt solltest du die Schürfwunde deines Kindes abdecken. So ist sie vor äußeren Einflüssen geschützt und kann in Ruhe heilen. Je nach Größe der Abschürfung, wählst du dafür ein buntes Kinderpflaster oder legst deinem Kind einen Mullverband mit Kompresse an. Achte darauf, Pflaster oder Verband regelmäßig zu wechseln: In den ersten Tagen etwa zwei bis drei Mal pro Tag. Sobald die Schürfwunde von schützendem Schorf bedeckt ist, kann die Abdeckung entfernt werden. Tipp: Hypoallergene Pflaster tun beim Abziehen weniger weh und reizen empfindliche Kinderhaut nicht so.

Schürfwunde beim Kind: Wann muss man zum Arzt?

In der Regel heilen leichte Hautabschürfungen beim Kind komplikationslos ab. Blutet die Wunde jedoch stark und lässt sich die Blutung nicht stillen, können Fremdkörper nicht entfernt werden oder liegt die letzte Tetanus-Impfung schon zu lange zurück, sollte zur Sicherheit ein Arzt aufgesucht werden. Dasselbe gilt, sobald sich die Schürfwunde entzündet. Daran erkennst du, ob sich die Wunde entzündet hat:

Eine entzündete Schürfwunde erkennst du an folgenden Symptomen:

  • der Wundrand erscheint stark gerötet
  • die Wunde ist dick angeschwollen
  • die Wunde nässt stark, die Wundränder erscheinen entzündet
  • Eiter tritt aus der Wunde aus
  • von der Wunde ausgehend bildet sich ein roter Strich (Anzeichen für eine Blutvergiftung, hier muss unverzüglich ein Arzt aufgesucht werden)