Schuleingangsuntersuchung: Alle Infos zur Einschulungsuntersuchung

Schuleingangsuntersuchung: Was erwartet uns bei der Einschulungsuntersuchung?

Gerade sind sie noch durch die Gegend gekrabbelt und plötzlich sind sie Schulkinder! Aber vorher haben viele Kinder noch einen wichtigen Termin: die Schuleingangsuntersuchung, auch S1 oder SEU abgekürzt. Lies hier, wann die Schuluntersuchung stattfindet, was dein Kind und dich dabei erwartet und welche 15 Fragen die Einschulungsuntersuchung (ESU) klären soll.

Kind geht zur Schuleingangsuntersuchung
Bei der Schuleingangsuntersuchung wird getestet, ob das Kind reif für die Schule ist. © unsplash / Madalena Veloso

Schuleingangsuntersuchung: Wann findet die Einschulungsuntersuchung statt?

Die Schuleingangsuntersuchungen finden im Vorschuljahr des Kindes statt, zwischen der Anmeldung für einen Schulplatz und Schulstart. Meistens bekommen die Eltern eine Einladung vom Gesundheitsamt, in der auch steht, ob die Einschulungsuntersuchung im Amt selber oder im Kindergarten stattfindet. Die U9-Untersuchung beim Kinderarzt ersetzt die Schuleingangsuntersuchung übrigens nicht. Die solltet ihr bereits im Vorfeld absolviert haben.

Schuleingangsuntersuchung: Was erwartet mich und mein Kind?

Inhalt und Ablauf der Schuleingangsuntersuchung sind nicht einheitlich geregelt. Je nach Bundesland, Landkreis oder Stadt kommen auf Eltern und Kinder also ganz unterschiedliche Aufgaben zu. Die Voraussetzungen und Fähigkeiten, die abgefragt werden, sind aber ähnlich. Auch meist Standard: Das gelbe Vorsorgeheft, Impfpass und ein vorab zugeschickter Fragebogen sind mitzunehmen.

Diese 15 Fragen soll die Schuleingangsuntersuchung klären:

  1. Was gibt es zur medizinischen Vorgeschichte zu sagen? Gibt es diesbezüglich Auffälligkeiten bei deinem Kind?
  2. Sind alle notwendigen Impfungen durchgeführt worden und war dein Kind bei allen Vorsorgeuntersuchungen?
  3. Größe und Gewicht deines Kindes?
  4. Hört und sieht dein Kind gut? Kann es Farben erkennen und bestimmen?
  5. Wie hält dein Kind einen Stift? Wie malt es Menschen?
  6. Kann dein Kind zählen und kleine Mengen erkennen?
  7. Kann dein Kind Figuren nachmalen und/oder geometrische Formen (Kreis, Dreieck etc.) benennen?
  8. Erkennt dein Kind Dinge des Alltags? Kann es Oberbegriffe nennen? (Zum Beispiel „Geschirr“ oder „Kleidung“)
  9. Kann sich dein Kind einzelne Worte, Gegenstände oder Sätze merken und wiederholen?
  10. Kann dein Kind einfache Bewegungsabläufe durchführen? (Zum Beispiel auf einem Bein hüpfen oder einen Hampelmann machen)
  11. Wie sieht es mit dem Wortschatz deines Kindes aus? Spricht es grammatikalisch korrekt?
  12. Gibt es Auffälligkeiten in der Aussprache?
  13. Wie reagiert dein Kind auf ihm unbekannten Menschen? Wie interagiert es mit ihnen?
  14. Kann dein Kind Aufforderungen verstehen und umsetzen?
  15. Wie sieht es mit der Konzentrationsfähigkeit aus?

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Was ist der Zweck der Schuleingangsuntersuchung?

Die Schuleingangsuntersuchung dient einem ganz bestimmten Zweck: Die Schulreife deines Kindes soll mittels ärztlicher Entwicklungsdiagnostik ermittelt und so herausgefunden werden, ob es in irgendeinem Bereich besondere Unterstützung oder Förderung bedarf. Auf diese Weise soll gewährleistet werden, dass das Kind eine Chance auf einen guten Schulstart und eine entsprechende Entwicklung bekommt. Neben konkreten intellektuellen Fähigkeiten werden auch Bereiche wie Konzentration und Kommunikationsfähigkeit getestet oder ob sich das Kind etwa in eine Gemeinschaft einfügen kann.

Muss- und Kann-Kind

Außerdem wird in der Einschulungsuntersuchung bei einem sogenannten Kann-Kind, das zum Stichtag noch keine sechs Jahre alt ist untersucht, ob es schon schulreif ist oder lieber noch ein Jahr warten sollte. Ein Muss-Kind ist über sechs Jahre und kann nur in Ausnahmefällen von der Schulpflicht zurückgestellt werden.

Schuleingangsuntersuchung: Stress und Druck ist unnötig

Das klingt vielleicht erstmal anstrengend, ist es aber meist nicht. Deshalb ist es auch unbedingt notwendig, dass du deinem Kind und auch dir selbst nicht unnötig Stress und Druck machst. Die Schuleingangsuntersuchung wird in kindgerechter und angenehmer Atmosphäre durchgeführt. Es ist wichtig, dass du dein Kind auf das, was auf es zukommen wird, vorbereitest, es ihm aber auch gut zutraust. In die Untersuchung selbst solltest du dich nicht einmischen, sondern den Profis und deinem Kind vertrauen. An vielen Standorten werden die Eltern auch dezidiert gebeten vor der Türe zu warten, weil deren Anwesenheit die Testsituation erschwert. Das sollte dich und dein Kind also nicht beunruhigen!