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Schwimmen lernen – Selber beibringen oder Schwimmkurs?

Eltern möchten, dass ihre Kinder rechtzeitig schwimmen lernen, um Schwimmunfälle zu vermeiden. Doch laut der DLRG sind mehr als die Hälfte der Grundschüler keine sicheren Schwimmer. Lese hier, wie du dein Kind beim Schwimmen lernen unterstützen kannst.

Wann ist das richtige Altern zum Schwimmen lernen?
Wann ist das richtige Altern zum Schwimmen lernen?
© Bigstock/ Yuliya Trukhan

DLRG mahnt: Kinder müssen frühzeitig schwimmen lernen

Im Jahr 2018 ertranken laut der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft e.V. (DLRG) in Deutschland elf Kinder im Grundschul- und 15 im Vorschulalter – das sind jeweils fast doppelt so viele wie im Vorjahr. DLRG-Präsident Achim Haag dazu: „Hier ist vermutlich auch ein Zusammenhang mit der zurückgehenden Schwimmfähigkeit und den anhaltenden Bäderschließungen in Deutschland zu sehen.“ Rund 60 Prozent der Zehnjährigen seien laut Informationen der DLRG keine sicheren Schwimmer. Die Lebensretter kritisieren schon seit mehreren Jahren, dass Grundschulen keinen Schwimmunterricht mehr anbieten. Unter anderen auch deswegen, weil ihnen schlicht kein Bad zur Verfügung steht. Aus diesem Grund macht es also Sinn, seine Kinder frühzeitig beim Schwimmen lernen zu unterstützen.

Schwimmen lernen: Ab wann ist das richtige Alter?

Schwimmen lernen Kinder nicht von heute auf morgen. Kinder sind meist frühestens im Alter von fünf Jahren in ihrer Entwicklung so weit, dass sie sich selbständig mit Brustschwimmen über Wasser halten können. Zwischen fünf und acht Jahren kann dein Kind also mit dem Schwimmunterricht beginnen. Trotzdem gilt auch beim Schwimmen lernen: Kinder haben ihr eigenes Entwicklungstempo und damit auch einen eigenen idealen Zeitpunkt. Wichtig ist, dass dein Kind keine Angst vor Wasser im Gesicht hat.

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Vorbereitung aufs Schwimmen lernen: Kinder ans Wasser gewöhnen

Wer schwimmen lernen will, muss sich im Wasser wohl fühlen. Bei der Wassergewöhnung kannst du dein Kind mit folgenden Tipps unterstützen. Wichtig dabei: Keinen Zwang ausüben, sonst verliert dein Kind den Spaß und das Interesse am Schwimmen und baut Ängste auf.

Kindern Tauchen beibringen

Ganz wichtig ist, dass dein Kind das Tauchen akzeptiert. Wenn dein Kind Angst hat, Wasser in Gesicht, Augen oder Mund zu bekommen, wird es beim Schwimmen lernen immer Angst haben.

Ängstliche Kinder können das Tauchen üben, indem sie zunächst mit dem Mund im Wasser blubbern. Dann kann es versuchen, bis zur Nase ins Wasser zu gehen. Sich morgens beim Waschen Wasser ins Gesicht zu spritzen ist auch eine gute Übung. Kurze Tauchgänge in der Badewanne sind der nächste Schritt. Im Schwimmbecken am Beckenrand festhalten und dabei mit dem Gesicht und später mit dem ganzen Kopf unter Wasser tauchen ist dann schon für Fortgeschrittene.

Auch der Sprung ins Wasser gehört zum Schwimmen lernen. Kinder können das auch gut üben: Zunächst aus der Sitzposition in das Schwimmbecken hineinspringen – natürlich nur mit Hilfe eines Erwachsenen oder mit Schwimmhilfe – , dann aus der Hocke, später aus dem Stand. Ein Sprung vom Beckenrand und das Tauchen gehört übrigens zu den Anforderungen für die Seepferdchen-Prüfung.

Schwimmern lernen: Übungen auf dem Trockenen

Wenn Kinder schwimmen lernen sollen, könnt ihr auch auf dem Trockenen die Schwimmbewegungen üben. Das kannst du machen, indem ihr mit den typischen Armbewegungen des Brustschwimmens das Wohnzimmer durchschwimmt. Auf einem Stuhl sitzend können die Beinbewegungen geübt werden. Beides zu kombinieren ist der nächste Schritt. Natürlich ist das kein Ersatz für einen Schwimmunterricht im Wasser, doch die Grundbewegungen prägen sich zumindest erstmal ein.

Schwimmen lernen ohne Schwimmkurs?

Soll ich meinem Kind selbst das Schwimmen lernen? Diese Frage bleibt nach der ganzen Vorbereitung natürlich. Schwimmunterricht durch die Eltern ist sicher möglich doch in vielen Fällen nicht sinnvoll. Kinder müssen oft die Angst vor dem Wasser überwinden und Ausdauer und Kraft entwickeln. Dies gelingt in einer Gruppe mit anderen Kindern meistens besser als im Elternunterricht.

Günstige Schwimmkurse für Kinder werden oft in Sportvereinen angeboten, auch private Schwimmschulen, manche Urlaubshotels und auch Schwimmbäder bieten Kurse an.

Schwimmkurse für Kinder: das wird vermittelt

Wenn dein Kind einen Schwimmkurs besucht, wirst du sicher das Seepferdchen-Abzeichen als Ziel vor Augen haben. Doch gibt es beim Schwimmen lernen auch andere Aspekte: Dein Kind übt die Koordination verschiedener Körperteile. Es bewegt sich gegen den Wasserwiderstand und entwickelt dadurch Muskulatur und Kondition. Arme, Beine, Brust- und Rückenmuskeln werden kräftiger. Beachte daher also jeden Fortschritt in diesem Bereich, da er deinem Kind das sichere Schwimmen erst ermöglicht. In den ersten Schwimmstunden wird dein Kind vielleicht noch eine Schwimmhilfe erhalten, manche Schwimmschulen verzichten aber auch ganz darauf.

Unterstützend kannst du parallel zum Schwimmkurs natürlich mit deinem Kind schwimmen gehen, es loben und motivieren. Damit es Muskeln und Kondition aufbaut, lassen es mit Schwimmhilfe (Schwimmflügel oder Schwimmnudel) Bahnen schwimmen. Es muss dabei noch keine koordinierten Schwimmbewegungen ausführen. Effektiv ist es bereits, das Kind kräftig mit den Füßen strampelt und es schafft, sich mit dem Körper waagerecht im Wasser fortzubewegen. Wenn dein Kind dann in einem Kurs lernt, sich ohne Schwimmhilfen über Wasser zu halten und fortzubewegen, profitiert dein Kind ein ganzes Leben lang davon. Und wer weiß: möglicherweise wird das einmal sein Leben retten.

Schwimmen lernen: Bronze-Abzeichen sollte das Ziel sein

Wenn dein Kind sich selbstständig über Wasser halten kann, ist es noch lange kein sicherer Schwimmer. Auch mit dem Seepferdchen-Abzeichen braucht es noch deine Aufsicht beim Schwimmen und am Wasser. Das betont auch die DLRG immer wieder: Das „Seepferdchen“ habe keine Aussagekraft über die Schwimmfähigkeit eines Kindes, es bescheinige nur, dass es auf einer Stecke von 25 Metern über Wasser halten kann.

Das Schwimmen lernen ist danach also noch lange nicht abgeschlossen. Erst mit dem Bronze-Abzeichen (früher „Freischwimmer-Abzeichen) ist dein Kind ein wirklich sicherer Schwimmer. Vergesse aber nie, dass Kinder Situationen oft anders einschätzen als Erwachsene und im Spiel auf ungewöhnliche Ideen kommen. Du solltest daher unbedingt Regeln festlegen, die im und am Wasser die Sicherheit deines Kindes gewährleisten.


Quellen:

  • Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft e.V. (DLRG): Seepferdchen, In: dlrg.de
    https://www.dlrg.de/lernen/breitenausbildung/seepferdchen.html (letzter Abruf: April 2019)
  • Pressemitteilung der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft e.V. (DLRG): DLRG Barometer: Mindestens 504 Todesfälle durch Ertrinken – Deutlich mehr Ertrunkene im langen Sommer, In: Presseportal
    https://www.presseportal.de/pm/7044/4199327 (letzter Abruf: April 2019)
  • Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung: Kinder sollten schwimmen lernen, In: kindergesundheit-info.de
    https://www.kindergesundheit-info.de/themen/sicher-aufwachsen/3-6-jahre/schwimmen-lernen/ (letzter Abruf: April 2019)