Schwimmen lernen - Selber beibringen oder Schwimmkurs?

Schwimmen lernen – Selber beibringen oder Schwimmkurs?

Eltern möchten, dass ihre Kinder rechtzeitig schwimmen lernen, um Schwimmunfälle zu vermeiden. Doch laut der DLRG sind mehr als die Hälfte der Grundschüler keine sicheren Schwimmer. Daran seien auch die Schulen schuld, so die Lebensretter. Lese hier, wie du dein Kind beim Schwimmen lernen unterstützen kannst.

Mädchen beim Schwimmenlernen
Wann ist das richtige Altern zum Schwimmen lernen? © Bigstock/ Yuliya Trukhan

Im Jahr 2017 ertranken laut der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft e.V. (DLRG) allein in Deutschland fünf Kinder im Grundschul- und neun im Vorschulalter. DLRG-Präsident Achim Haag dazu: „Hier ist sicherlich die zurückgehende Schwimmfertigkeit bei den Kindern eine Ursache.“ Denn eine wichtige Vorsichtsmaßnahme gegen Badeunfälle ist der frühzeitige Schwimmunterricht.

Doch mehr als die Hälfte (59 %) der Grundschüler sind keine sicheren Schwimmer. „Diese Entwicklung ist alarmierend. Die Folgen bekommen wir alle zu spüren. 20 bis 25 Prozent aller Grundschulen bieten keinen Schwimmunterricht mehr an, weil ihnen kein Bad zur Verfügung steht und ausbildende Verbände wie die DLRG haben lange Wartelisten von ein bis zwei Jahren für einen Schwimmkurs“, so Haag. Auch aus diesem Grund macht es Sinn, seine Kinder frühzeitig beim Schwimmenlernen zu unterstützen.

Schwimmen lernen: Das richtige Alter

Wenn dein Kind dann in einem Kurs lernt, sich ohne Schwimmhilfen über Wasser zu halten und fortzubewegen, profitiert dein Kind ein ganzes Leben lang davon. Den auch die Koordination und der Muskelaufbau werden durch das Schwimmen gefördert. Und wer weiß: möglicherweise wird das einmal sein Leben retten.

Doch schwimmen lernen Kinder nicht von heute auf morgen. Kinder sind meist frühestens im Alter von fünf Jahren in ihrer Entwicklung so weit, dass sie sich selbständig mit Brustschwimmen über Wasser halten können. Zwischen fünf und acht Jahren kann dein Kind also mit dem Schwimmunterricht beginnen. Jedes Kind hat dafür aber letztlich seinen eigenen idealen Zeitpunkt. Wichtig ist, dass dein Kind keine Angst vor Wasser im Gesicht hat.

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Auf das Schwimmenlernen vorbereiten

Damit sich dein Kind im Wasser wohl fühlt und bald sicher schwimmen kann, kannst du es mit folgenden Tipps unterstützen.

Kindern Tauchen beibringen

Ganz wichtig ist, dass dein Kind das Tauchen akzeptiert. Wenn dein Kind Angst hat, Wasser in Gesicht, Augen oder Mund zu bekommen, wird es beim Schwimmenlernen immer Angst haben.

Ängstliche Kinder können das Tauchen üben, indem sie zunächst mit dem Mund im Wasser blubbern. Dann kann es üben, bis zur Nase ins Wasser zu gehen. Sich morgens beim Waschen Wasser ins Gesicht zu spritzen ist auch eine gute Übung. Kurze Tauchgänge in der Badewanne sind der nächste Schritt. Im Schwimmbecken am Beckenrand festhalten und dabei mit dem Gesicht und später mit dem ganzen Kopf unter Wasser tauchen ist dann schon für Fortgeschrittene.

Auch der Sprung ins Wasser kann geübt werden: Zunächst aus der Sitzposition hineinspringen – natürlich nur mit Hilfe eines Erwachsenen oder mit Schwimmhilfe – , dann aus der Hocke, später aus dem Stand.

Wichtig dabei: Keinen Zwang ausüben, sonst verliert dein Kind den Spaß und das Interesse am Schwimmen und baut Ängste auf.

Schwimmern lernen auf dem Trockenen

Übe mit deinem Kind auch auf dem Trockenen die Schwimmbewegungen. Das kannst du machen, indem ihr mit den typischen Armbewegungen des Brustschwimmens das Wohnzimmer durchschwimmt. Auf einem Stuhl sitzend können die Beinbewegungen geübt werden. Beides zu kombinieren ist der nächste Schritt. Natürlich ist das kein Ersatz für einen Schwimmunterricht im Wasser, doch die Grundbewegungen prägen sich zumindest erstmal ein.

Im Schwimmunterricht schwimmen lernen

Soll ich meinem Kind selbst das Schwimmen lernen? Diese Frage bleibt nach der ganzen Vorbereitung natürlich. Schwimmunterricht durch die Eltern ist sicher möglich doch in vielen Fällen nicht sinnvoll. Kinder müssen oft die Angst vor dem Wasser überwinden und Ausdauer und Kraft entwickeln. Dies gelingt in einer Gruppe meistens besser als im Elternunterricht.

Günstige Schwimmkurse werden oft in Sportvereinen angeboten, auch private Schwimmschulen, manche Urlaubshotels und auch Schwimmbäder bieten Kurse an.

Unterstützend kannst du parallel zum Schwimmkurs natürlich mit deinem Kind schwimmen gehen, es loben und motivieren. Damit es Muskeln und Kondition aufbaut, lassen es mit Schwimmhilfe (Schwimmflügel oder Schwimmnudel) Bahnen schwimmen. Es muss dabei noch keine koordinierten Schwimmbewegungen ausführen. Effektiv ist es bereits, das Kind kräftig mit den Füßen strampelt und es schafft, sich mit dem Körper waagerecht im Wasser fortzubewegen.

Was lernt mein Kind im Schwimmkurs?

Wenn dein Kind einen Schwimmkurs besucht, wirst du sicher das Seepferdchen-Abzeichen als Ziel vor Augen haben. Doch gibt es beim Schwimmenlernen auch andere Aspekte: Dein Kind übt die Koordination verschiedener Körperteile. Es bewegt sich gegen den Wasserwiderstand und entwickelt dadurch Muskulatur und Kondition. Arme, Beine, Brust- und Rückenmuskeln werden kräftiger. Beachte daher also jeden Fortschritt in diesem Bereich, da er deinem Kind das sichere Schwimmen erst ermöglicht.

In den ersten Schwimmstunden wird dein Kind vielleicht noch eine Schwimmhilfe erhalten, manche Schwimmschulen verzichten aber auch ganz darauf.

Wenn dein Kind sich selbstständig über Wasser halten kann, ist es noch lange kein sicherer Schwimmer. Auch mit dem Seepferdchen-Abzeichen braucht es noch deine Aufsicht beim Schwimmen und am Wasser. Das betont auch die DLRG immer wieder: Das „Seepferdchen“ habe keine Aussagekraft über die Schwimmfähigkeit eines Kindes, es bescheinige nur, dass es auf einer Stecke von 25 Metern über Wasser halten kann.

Das Schwimmenlernen ist danach also noch lange nicht abgeschlossen. Erst mit dem Bronze-Abzeichen (früher „Freischwimmer-Abzeichen) ist dein Kind ein wirklich sicherer Schwimmer. Vergesse aber nie, dass Kinder Situationen oft anders einschätzen als Erwachsene und im Spiel auf ungewöhnliche Ideen kommen. Du solltest daher unbedingt Regeln festlegen, die im und am Wasser die Sicherheit deines Kindes gewährleisten.

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