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Sicherer Badespaß im Planschbecken

Sicherheit beim Planschen beginnt nicht erst im Wasser, sondern auch schon am Wasser. Ertrinken ist bei Babys und Kleinkindern immer noch eine der häufigsten nicht natürlichen Todesursachen. Mit diesen Tipps bleibt das Baden im Planschbecken sicher.

Beim Planschen solltest du auf einige Dinge achten.
Beim Planschen solltest du auf einige Dinge achten.
© BIGSTOCK/ Shershavaja

„Kinder werden durch jede Art von Wasser magisch angezogen, und gerade bei den bunten Planschbecken fehlt den Eltern oft jedes Gefahrenbewusstsein“, schreibt der ehemalige Rettungssanitäter Janko von Ribbeck in seinem Ratgeber „Schnelle Hilfe für Kinder: Notfallmedizin für Eltern“. Viele Eltern unterschätzen die Gefahr und denken, dass sie es hören würden, wenn ihr Kind ins Wasser fällt. Auch glauben sie, dass Kinder noch einmal an die Wasseroberfläche gelangen und sich bemerkbar machen können. Diese Annahmen sind falsch! Der unverhältnismäßig schwere Kopf, die ungeübte Muskulatur und die Orientierungslosigkeit im Wasser, verhindern dies. Kinder ertrinken leise und vor allem schnell: 30 bis 60 Sekunden können manchmal schon zu lange sein.

Kinder unter 3 Jahren besonders gefährdet

Babys und Kleinkinder sind besonders gefährdet, sie können auch in flachem Wasser ertrinken. Ein angeborener Reflex sorgt dafür, dass der Atem sofort angehalten wird, wenn das Gesicht unter Wasser gerät. Passiert das wie bei einem Badeunfall sehr unerwartet, können sich die Stimmritzen verkrampfen und das Kind kann nicht mehr atmen. Man nennt das auch trockenes Ertrinken.

Damit der Sommerspaß harmlos bleibt, solltest du daher auf folgende Dinge achten.

1. Aufsichtspflicht
Das wichtigste ist, dass dein Kind niemals allein, ohne Aufsicht, im Planschbecken spielt. Auch wenn das Becken nicht mit viel Wasser gefüllt ist, kann dein Kind darin ertrinken. Daher solltest du kein Risiko eingehen und immer aufmerksam bleiben.

2. keine Spielsachen
Nach dem Baden solltet ihr alle Spielsachen oder Wasserspielzeuge aus dem Planschbecken nehmen. So verhinderst du, dass deine Kinder danach angeln wollen und vielleicht Kopfüber ins Wasser fallen.

3. TÜV-Siegel
Der Markt wird wortwörtlich von Planschbecken überschwemmt. Daher solltest du prinzipiell auf das Prüfsiegel vom TÜV achten. Dieses versichert dir, dass das Becken den geltenden EU-Normen und Sicherheitsbestimmungen entspricht. Das Planschbeckenmaterial sollte außerdem kein Phthalat enthalten. Dieses ist gesundheitsschädlich und sogar verboten.

4. Stabilität
Wichtig ist auch die Stabilität des Planschbeckens. Wenn dein Kind sich gegen den Rand lehnt, sollte dieser nur wenig nachgeben. Das verringert das Risiko, dass kleine Kinder über den Rand nach innen purzeln. Praktisch ist auch ein aufblasbarer Luftpolsterboden. Das verhindert größere Verletzungen und federt im Fall eines Sturzes, das Kind ab.

Du findest hier noch 6 außergewöhnliche Kinderplanschbecken, die alles andere als langweilig sind.

5. Wassertiefe
Wenn ihr euch für ein Planschbecken entschieden habt und es aufgebaut im Garten steht, dann wird es Zeit es zu befüllen. Die Wassertiefe spielt für die Sicherheit eine wichtige Rolle. Bis zum dritten Lebensjahr wird eine Tiefe von 15 bis maximal 20 Zentimeter empfohlen. Bei größeren Kindern darf das Wasser auch zwischen 30 bis 50 Zentimeter tief sein. Du findest aber bei jedem Planschbecken eine vom Hersteller empfohlene Wassertiefe.

6. Abends Becken abdecken
Wenn ihr nur ein kleines Planschbecken im Garten stehen habt, überlegt euch, ob ihr das Wasser am Abend ausschüttet. So besteht erst gar kein Risiko, dass dein Kind oder ein Nachbarskind ohne Aufsicht am Becken spielt und hineinfallen kann. Größere Pools solltet ihr mit einer festen Plane abdecken. Hier ist es wichtig, dass diese so stabil ist, dass Kinder nicht samt Folie untergehen können.

7. Sonnenschutz
Auch wenn das Planschbecken im Schatten steht und dein Kind nur ein paar Minuten planscht, ist ein Sonnenschutz notwendig. Da besonders Kinder eine empfindliche Haut haben, ist es umso wichtiger, dass sie regelmäßig eingecremt werden. 20 Minuten bevor dein Kind ins Wasser geht, sollte es großzügig Sonnencreme aufgetragen werden – mineralische Sonnencreme wirkt sofort.

Wie wichtig Sonnencreme für Baby und Kinder ist und welcher Lichtschutzfaktor nötig ist, verraten wir dir hier.

8. Badedauer
Auch bei der Badedauer musst du Acht geben, denn Babys können ihre Körpertemperatur nicht regulieren. Daher kühlen sie schneller aus als Erwachsene. Bis zu einem Alter von drei Monaten sollten Babys maximal 10 Minuten im Wasser verbringen. Danach darf der Badespaß mit jedem Lebensmonat 5 Minuten länger gehen.
Sobald dein Nachwuchs aber beginnt zu zittern, eine Gänsehaut bekommt oder die Lippen bläulich werden, sollte das Baden sofort aufhören.

Quellen