„Rodelschalen generell nicht geeignet“: Sicherheits-Tipps fürs Schlittenfahren mit Kindern

Kinder auf Schlitten im Schnee
Bob, Rutscher oder Rodel: Was ist sicherer?
© Pexels / Yan Krukau

Beim Schlittenfahren wird das Unfallrisiko immer noch unterschätzt. So warnt der ADAC regelmäßig im Winter, dass vor allem Kinder nur mit Helm fahren sollten. Mit welchem Schlitten Kinder in welchem Alter möglichst sicher unterwegs sind, klären wir hier.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Nicht jeder Schlitten-Typ ist für jedes Kind geeignet. Beim Kauf solltest du die Fähigkeiten deines Kindes ehrlich einschätzen können.
  • Produktprüfer vom TÜV halten vor allem Rodelschalen für Kinder für völlig ungeeignet.
  • Generell: Achte auf Prüf-Siegel, welche die Sicherheit des Schlittens gewährleisten.
  • Auch ein Helm und gut sichtbare Kleidung sind ein Muss, genauso wie die richtige Strecke auszusuchen.

Bob, Kufen- oder Lenkschlitten: Womit fahren Kinder sicher?

Auf dem Rodelberg sieht man unzählige Varianten von Schlitten oder Rodeln, aber nicht alle sind für Kinder gut geeignet. Wer selbst schon auf einem Kufenschlitten gesessen hat, der weiß, wie schnell der Rodel werden kann und wie schwer dieser – vor allem ohne Übung – zu steuern ist.

Dennoch sollten Eltern hier nicht den Fehler machen und zur Sicherheit zusammen mit ihren Kindern fahren. Denn das erhöht das Verletzungsrisiko deutlich, statt es zu reduzieren.

Sitzen die Eltern vorne, wirkt das Kind bei einem Sturz wie ein Airbag und wird durch das Gewicht der hinteren Person eingequetscht. Deshalb gilt: Kinder sitzen, wenn überhaupt, nur hinter den Erwachsenen und halten sich selbstständig fest. Ist dein Kind noch zu klein, um selbst Schlitten zu fahren oder sich festzuhalten, solltest du es lieber nur im Schlitten ziehen.

Weil Kinder also generell alleine fahren sollten, sind Bob-Schlitten besser geeignet. Über die Bremsen ist der Schlitten leichter zu steuern und das Sturz-Risiko ist deutlich geringer, weil die Kinder näher am Boden rodeln.

Hier ist es jedoch wichtig, sich nicht von optischen Gesichtspunkten täuschen zu lassen. “Viele Schlittenmodelle genügen nicht den Sicherheitsanforderungen”, weiß Marko Beckmann. Er ist Produktprüfer im Prüflabor für Gerätesicherheit beim TÜV Thüringen. Er betont, wie wichtig TÜV-Siegel oder das GS-Zeichen für die Kaufentscheidung sind.

Beide Siegel stehen für geprüfte Sicherheit und bestätigen dir damit, dass die Schlitten die gesetzlich vorgeschriebenen Mindestanforderungen für die Sicherheit einhalten – also zum Beispiel die Bremsen zuverlässig funktionieren und so gefertigt sind, dass auch bei intensivem Rodelspaß keine Teile abbrechen.

“Ein weiteres Indiz für Sicherheit ist die Herstellerkennzeichnung direkt auf dem Produkt. Verantwortungsvolle Produzenten geben ihren Namen und ihre Adresse an”, sagt Beckmann.

Produktprüfer findet Rodelschalen für Kinder ungeeignet

Rodelschalen sind für den Produktprüfer übrigens ein NoGo! Beckmann: “Wer sich mit solchen Rodelschalen auf die Piste begibt, sollte sich darüber im Klaren sein, dass er nicht nur selbst schnell in Gefahr geraten, sondern auch zu einer Gefahr für andere werden kann. Für kleine Kinder sind solche Rodelschalen generell nicht geeignet“.

Hier musst du natürlich ein wenig abwägen, welchen Berg sich dein Kind mit dem Rutscher herunterstürzen will. Ein sanfter Hügel ist hier natürlich nicht gleichzusetzen mit einer steilen Rodelbahn.

Helm ist Pflicht beim Schlittenfahren mit Kindern

Der Schlitten alleine garantiert aber natürlich keine Sicherheit. So hat der ADAC im Dezember 2023 in einem Test erneut gezeigt, wie verheerend Kinder sich beim Schlittenfahren verletzen können. Besonders Kopfverletzungen können beim Rodeln schwerwiegende Folgen haben. Der ADAC-Test stellte fest, ein Helm verringert das Verletzungsrisiko signifikant und sollte unbedingt getragen werden. Dafür ist ein Ski-Helm natürlich am besten geeignet, aber auch ein gut sitzender Fahrradhelm schützt im Ernstfall besser als keiner.

Welche Verletzungen noch durch das Rodeln ohne Helm auftreten können, erklären wir hier.

Für noch mehr Sicherheit: Kinder in auffälligen Farben anziehen

Damit auch andere und vor allem größere Kinder, die vielleicht etwas schneller unterwegs sind, deine Kleinen gut sehen können, solltest du sie in auffälligen Farben anziehen, die sich auch bei dichtem Schnee noch gut erkennen lassen. Am einfachsten geht das mit einem bunten Schneeanzug. Zur Not tut es auch eine einfache Sicherheitsweste aus dem Auto oder ein auffälliges T-Shirt von Mama oder Papa, das über die Winterjacke gezogen wird.

Schlitten fahren mit Kindern nur auf geeigneten Strecken

Suche am besten eine Strecke aus, die nicht zu steil ist und die nicht gleich an eine befahrene Straße mündet. Das ist umso wichtiger, wenn du noch nicht sicher bist, wie gut deine Kinder selbst bremsen und lenken können.

Am besten sind ausgewiesene Rodelstrecken. Auf Ski-Pisten zu rodeln, ist dagegen ein No-Go.

Quellen