So beruhigst du dein Kind nach einem Alptraum richtig

So beruhigst du dein Kind nach einem Alptraum

In ihren Träumen verarbeiten Kinder ihre Erlebnisse. Entpuppt sich der Traum allerdings als Alptraum, ist der Beistand von Mama und Papa gefragt.

Kleines Mädchen hat Angst vor Alptraum
Kann ich mich hier von den Alptraum-Monstern verstecken? © Vanessa Serpas via Unsplash

Die ersten angsteinflößenden Alpträume erleben Kinder häufig im Alter zwischen drei und sechs Jahren. Werden die Nächte erst einmal von imaginären Wölfen und Monstern beherrscht, sind die Beschützerqualitäten von Mama und Papa mehr gefragt denn je. Nach solchen Schreckmomenten zählt allein die Tatsache, dass jemanden da ist und auf sie aufpasst.

„Wird dein Kind von einem Alptraum geplagt und wacht völlig aufgeregt und verängstigt auf, nimm es tröstend in den Arm und versichere ihm das alles in Ordnung ist. Verlasse allerdings das Zimmer wieder bevor es gänzlich eingeschlafen ist. So bringst du seine Schlafgewohnheiten nicht durcheinander und signalisierst ihm gleichzeitig, dass alles wie immer ist“, schlägt Dr. Kirsten Bencik-Boudreau, Kinderärztin des Kinderkrankenhauses in Wisconsin vor.

Das passiert im Kopf während eines Alptraums

Beim Träumen verarbeiten Kinder nicht nur Erlebnisse, sondern auch ihre Ängste. Anders als Erwachsene können Kinder allerdings zunächst nicht zwischen Traumwelt und Realität unterscheiden. Das ist ein langwieriger Lernprozess und ein Meilenstein in der kindlichen Entwicklung. Anders als bei einem sogenannten Nachtschreck, bleibt ein Alptraum dem Kind auch am nächsten Morgen noch im Bewusstsein. Das Kind ist dazu in der Lage, den genauen Traumhergang sowie den genauen Angstauslöser zu beschreiben.

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So nimmst du deinem Kind die Angst

Leider liegt es nicht in der Macht der Eltern, Alpträume zu verhindern. Dennoch lässt sich das Alptraumrisiko minimieren. Vor der Schlafenszeit sollte streng darauf geachtet werden, dass Kinder keine angsteinflößenden Bilder zu Gesicht bekommen. Besonders Kreaturen aus Filmen, Fernsehserien oder auch Videospielen schleichen sich blitzschnell in die Kinderköpfe und verlassen diese auch nur ungern wieder.

„Am besten lassen sich derartige Schlafstörungen durch eine stabile Schlafroutine vermeiden. Studien haben mehrfach belegt, dass Kinder, die unzureichend Schlaf abbekommen, sich als anfälligere Kandidaten für Alpträume und Nachtschrecken erweisen als andere Kinder. Zu dieser Schlafroutine zählen beispielsweise konsequente Zubettgehzeiten wie allabendliche Einschlafrituale“, erklärt Bencik-Boudreau. Gestalte die letzten Stunden am Abend also besser mit Einschlafritualen, die dein Kind sanft zur Ruhe bringen und ein wohliges Gefühl hinterlassen. Vorlesen und Geschichten erzählen sind immer gute Ideen – aber natürlich keine gruseligen.

Nachtmonster werden am Tag bekämpft

Sollten es Monster wagen, das Kind um seinen kostbaren Schlaf zu bringen, empfiehlt es sich, die Monsterbekämpfung auf den darauf folgenden Tag zu verschieben. Schließlich lässt sich die Wasserflasche, die eigentlich hinter dem gruseligen Kobold steckt, viel besser bei Tageslicht erkennen. Auch die Kreaturen unter dem Bett verwandeln sich bei Tage wieder in Spielzeugkartons.

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Und überhaupt lässt sich über die vergangenen Alpträume viel besser sprechen, wenn das Kinderzimmer statt von Dunkelheit von hellem Licht eingenommen wird. Sollten das Spielzeug im Kinderzimmer kurz vor dem Einschlafen dennoch wieder bedrohlich wirken, kann ein Nachtlicht oder das Ganglicht helfen.

Um Kindern bei ihrer Bewältigung ihrer Alpträume zu helfen, ist es wichtig, als Eltern die Ängste und Sorgen des Kindes ernst zu nehmen und ihnen die Dinge logisch zu erklären. Zerlegt man den Traum erst einmal in winzige Stücke, verliert er ganz schnell an Bedrohlichkeit und ist, ehe man sich versieht, wieder vergessen.

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