So kann Alkohol die Eltern-Kind-Beziehung stören

So kann Alkohol die Eltern-Kind-Beziehung stören

„Ein Gläschen in Ehren kann niemand verwehren.“ Aber am besten nicht vor deinen Kindern. Denn damit kannst du eure Eltern-Kind-Beziehung nachhaltig schädigen – stärker als bisher angenommen.

Vater und Sohn sitzen zusammen am Tisch und trinken etwas.
Alkohol vor den Kindern, muss das sein? © Bigstock / Natalia Deriabina

Selbst geringer Konsum hat negative Auswirkungen

Ein, zwei Flaschen Bier zum Feierabend, das obligatorische Glas Rotwein zum Abendessen, der Prosecco zum Anstoßen mit den besten Freundinnen. So ein bisschen Alkohol schadet doch nicht, oder?

Doch selbst geringer Alkoholkonsum kann sich negativ auf die Beziehung zwischen Eltern und ihren Kindern auswirken. Zu dem Ergebnis kam eine Studie des britischen Institue of Alcohol.

Die Studie untersuchte das Trinkverhalten von Eltern. Die Hälfte aller Befragten gab an, schon einmal angetrunken in Gegenwart ihrer Kinder gewesen zu sein. Selbst wenn Eltern nicht komplett betrunken sind, schon ein leichter Anflug von „beschwipst“ sein reicht aus, um die Kinder in eine unangenehme Situation zu bringen. Kinder reagieren sehr sensibel darauf, schämen sich für ihre Eltern oder entwickeln Angstgefühle.

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Alkoholkonsum überträgt sich auf Kinder

Eine Langzeitstudie im Auftrag des Bundesbildungsministeriums und der Krankenkasse DAK konnte außerdem folgende beängstigenden Zusammenhang aufzeigen: Trinken Eltern mindestes einmal in der Woche Alkohol, so werden ihre Kinder mit fast doppelt so hoher Wahrscheinlichkeit später zu erhöhtem Alkoholkonsum neigen, im Vergleich zu Kindern, deren Eltern keinen Alkohol trinken. Reiner Hanewinkel, Leiter des Instituts für Therapie- und Gesundheitsforschung zeigte sich besorgt von den Ergebnissen: „Unsere Untersuchungen zeigt, dass beim Rauschtrinken der Einfluss des Elternverhaltens stärker ist, als bislang angenommen.“

Eltern müssen Vorbildfunktion einhalten

Die beste Methode dafür zu sorgen, dass die eigenen Kinder später ein gesundes Verhältnis zu Alkohol haben, ist die, ein gutes Vorbild zu sein. Natürlich kannst du dir abends mal ein Glas Wein oder ein Bier genehmigen, aber bitte in gesundem Maße und vielleicht einfach, wenn deine Kinder schon im Bett sind. Wenn du deinem Kind vorlebst, dass Alkohol ein reines Genussmittel ist, tut das nicht nur euerer Beziehung, sondern auch seinem späteren Leben gut.