„Es ist mein Sohn, der immer Sand wirft“ - Eine Beichte

„Es ist mein Sohn, der immer Sand wirft“ – Auf dem Spielplatz mit dem wilden Kind

Auf dem Spielplatz herrschen andere Regeln und jede Mutter kennt das Gefühl der aufbrausenden Wut, wenn der Nachwuchs von anderen Kindern geschubst wird oder Sand über den Kopf bekommt. Was aber, wenn es das eigene Kind ist, das schubst und mit Sand wirft? Das Problem hat unsere Autorin:

Zwei Schwestern streiten sich im Sandkasten
"Entschuldigen Sie, Ihr Kind hat mein Kind schon wieder geschubst!" - Auch Mütter von wilden Kindern haben es nicht leicht... © Bigstock / Zabavna

Irgendwie hatte ich mir das anderes vorgestellt….

Bevor ich ein Kind hatte, habe ich mir immer ausgemalt, wie wir zusammen auf dem Spielplatz spielen. Wir bauen tolle Sandburgen, schaukeln und rutschen.

Und wenn mein Kind dann etwas älter ist, spielt es mit anderen Kindern und ich halte auf der Bank ein Pläuschchen mit den anderen Muttis. Diese kleine Traumblase ist dann relativ schnell zerplatz.

Mein Sohn ist ein wilder Junge – das sehen nicht alle gerne!

Wieso? Weil mein Sohn natürlich liebend gern auf den Spielplatz geht, aber durch und durch ein wilder Junge ist. Und je älter er wurde, umso wilder wurde er auch. Natürlich baut er gerne Sandburgen. Er wirft aber auch genauso gerne mit dem Sand und kippt den anderen Kindern direkt eine ganze Ladung auf den Kopf. Die Mütter der anderen Kinder sehen das natürlich gar nicht gerne und zack fühlt man sich ausgegrenzt.

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Wenn wieder Sand geflogen kommt, ist das Verständnis anderer Mütter vorbei

Mein Sohn ist beispielsweise auch ein sehr offenes Kind. Das finden wir einerseits gut, aber manchmal wird das auch problematisch. Nämlich immer dann, wenn er mit fremden Kindern spielen möchte und diese das nicht wollen. Zuerst fragt mein Sohn meist höflich und wenn das andere Kind dann nicht entsprechend reagiert, kann es sein, dass mal wieder eine Ladung Sand angeflogen kommt. Da kann ich mich dann noch so gut mit der Mutter des anderen Kindes verstehen – wenn sie sieht, dass wieder Sand geflogen kommt, legt sich auch bei ihr ein Schalter um. Und so ist es mir schon oft ergangen. Kontakte knüpfen fällt dann natürlich schwer.

Dann fand er einen Freund, der ihm seine Grenzen aufzeigte.

Ich hatte die Hoffnung auch schon fast aufgegeben. Aber eben nur fast. Eines Tages haben wir auf dem Spielplatz einen anderen Jungen getroffen und der hat meinem Sohn endlich mal Paroli geboten. Hat mein Sohn mit Sand geschmissen, kam direkt eine Ladung zurück. Hat er mal geschubst, musste er auch mit einem Rempler rechnen.

Direkt zu Anfang hat sich die Mutter übrigens bei mir entschuldigt und mitgeteilt, dass ihr Sohn immer so wild ist. Da kannte sie meinen Sohn noch gar nicht und ich fühlte mich endlich mal verstanden. Und was soll ich sagen? Die beiden sind heute richtig gute Freunde und das obwohl es sehr oft ziemlich wild zugeht.