Sonnenallergie: Kinder zeigen oft verzögert Symptome

Sonnenallergie: Kinder zeigen oft verzögert Symptome

Eine Sonnenallergie tritt vorwiegend in den Sommermonaten auf. Alles über Symptome, Verlauf und wie du ein Sonnenallergie-Kind behandelst, erfährst du hier.

Kind mit Hut geht neben Wiese
Daran erkennst du ein Sonnenallergie-Kind ©Unsplash/Andrik Langfield

In diesem Artikel:

Sonnenallergie: Kinder allergisch auf die Sonne?
Sonnenallergie: Symptome
Sonnenallergie: Diagnose
Was tun bei Sonnenallergie
Sonnenallergie: Vorbeugen

Sonnenallergie: Kinder allergisch auf die Sonne?

Eine Sonnenallergie (polymorphe Lichtdermatose) ist eine Hautreizung und entsteht meist dann, wenn sich dein Kind über einen längeren Zeitraum in der prallen Sonne aufhält. Es kann aber auch sein, dass die Haut auf eine Kombination von Sonnenlicht und chemischen Mitteln, wie Kosmetika oder Sonnencremes, reagiert. Daher trifft eine Sonnenallergie Kinder häufiger – sie haben meist noch eine viel empfindlichere Haut.

Die Bezeichnung Sonnenallergie ist eigentlich irreführend, da es sich dabei nicht um eine Allergie im eigentlichen Sinne handelt. Die Symptome ähneln nur denen einer allergischen Reaktion. Warum genau bestimmte Personen so empfindlich auf UV-Strahlen reagieren darüber ist sich die Wissenschaft bis heute noch nicht einig.

Sonnenallergie: Symptome

Typisch für die polymorphe Lichtdermatose ist, dass die Hautreizungen örtlich begrenzt sind. Das heißt, dass sie nur an den Stellen auftreten, an denen dein Kind besonders viel Sonne abbekommen hat. Das problematische bei einer Sonnenallergie: Kinder zeigen oft verzögert Symptome. Es können wenige Stunden aber auch mehrere Tage vergehen, bis die Haut reagiert.

Typische Sonnenallergie-Symptome sind:

  • starker Juckreiz
  • brennende Schmerzen
  • gerötete Haut

Ärzte unterscheiden bei einer Sonnenallergie zwischen drei Typen – je nachdem, wie genau die Symptome auf der Haut aussehen.

Papulöser Typ

Plaque-Typ

Papulovesikulöser Typ

mit kleinen Hautverdickungen (Papeln) mit flachen Hautveränderungen mit Hautverdickungen und Bläschen

Ausprägung und Form unterschiedlich:

  • Papeln sehr klein und dicht beieinander
  • Punktförmige Einblutungen
Plaques sind größerfleckig (bis zu 2 Zentimeter)

Kombination aus Papeln verschieden großen Bläschen:

  • Iktus-Typ:
    Papeln, in deren Mitte ein Bläschen sitzt
  • vesikulobullöser Typ: ausschließlich mit Bläschen und Blasen verbunden

Bei einer Sonnenallergie Kinder nicht in die Sonne lassen

In der Regel tritt eine Sonnenallergie bei Kindern im Frühjahr oder Sommer oder zu Beginn des Urlaubs auf. Die gute Nachricht ist, dass die Symptome innerhalb weniger Tage von selbst wieder verschwinden, ohne Spuren auf der Haut zu hinterlassen. Voraussetzung ist allerdings, dass dein Kind in den nächsten Tagen so wenig wie möglich in der Sonne ist.

Dass sie sich chronisch entwickelt, ist allerdings typisch für eine Sonnenallergie: Kinder, die einmal eine Sonnenallergie hatten, werden auch in den nachfolgenden Jahren sehr wahrscheinlich wieder den typischen Ausschlag bekommen.

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Sonnenallergie: Diagnose

Hast du den Verdacht, dass dein Kind eine Sonnenallergie hat, gehe mit ihm auf jeden Fall zum Kinderarzt. Die Symptome können nämlich leicht verwechselt werden – zum Beispiel mit Insektenstichen. Sicher nachweisen können die Sonnenallergie Kinder- oder Hautärzte durch einen sogenannten Lichttest. Dazu wird ein bestimmter Hautbereich gezielt mit UV-Licht bestrahlt (Photoprovokation). Wenn es sich tatsächlich um eine Sonnenallergie handelt, löst dies die typischen Sonnenallergie-Symptome aus.

Was tun bei Sonnenallergie?

Hast du nun ein Sonnenallergie-Kind zuhause gilt: Die Sonne unbedingt meiden, vor in der Mittagszeit. Ist dies nicht möglich, dann bedecke die Haut deines Kindes so gut es geht mit Kleidung, wie einer langen Hose, langen Ärmeln und einem Hut. Kühle Umschläge können die Beschwerden lindern, zusätzlich können meersalzhaltige Kompressen oder Bäder den Juckreiz mildern.

Sonnenallergie-Behandlung an Kinderhaut anpassen

Die Entzündung kann auch durch antiallergische Mittel behandelt werden. Bei sogenannten Antihistaminika solltest du allerdings vor allem bei kleinen Kindern vorsichtig sein und diese nur ganz dünn auftragen. Lass‘ dich da am besten von deinem Kinderarzt beraten.

Sonnencreme: Allergie ausgelöst?

Was genau die Sonnenallergie bei Kindern auslöst, ist bis heute nicht geklärt. Es wird aber häufig vermutet, dass die Haut auf die Zusammenwirkung von Sonnenlicht und chemischen Stoffen, wie Sonnencreme, reagiert. Daher kann es helfen, wenn du das Sonnenschutzmittel wechselst.

Sonnenallergie vorbeugen

Grundsätzlich solltest du bei Kindern immer auf einen ausreichenden Sonnenschutz achten. Daher gilt für den vorbeugenden Schutz gegen eine Sonnenallergie: Kinder immer mit ausreichend Sonnencreme eincremen.

„Cremen Sie Ihr Kind gut und rechtzeitig – mindestens 30 Minuten vor der Sonneneinwirkung und nach jedem Wasserkontakt – gründlich mit Sonnencreme ein. Verwenden Sie eine für Kinderhaut geeignete Sonnencreme mit einem Lichtschutzfaktor von mindestens 20!“, so der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte.

Dabei solltest du darauf achten, dass die Sonnencreme einen UV-A- und UV-B-Filter enthält. Einer Sonnenallergie vorbeugen kannst du zum Beispiel, indem du in den Frühlings- oder Herbstmonaten die Haut deines Kindes langsam an die Sonnen gewöhnst. Dadurch ist eine Sonnenallergie bei Kindern weniger wahrscheinlich.

Zum Sonnenschutz gehört auch eine passende Kopfbedeckung. Dabei sollte auch der Nacken, die Ohren und die Nase vor der Sonne geschützt sein und auch hautbedeckende Kleidung kann vorbeugend wirken.

Wenn dein Kind in der Sonne spielt, ist es außerdem wichtig, dass du darauf achtest, dass es genügend trinkt und nicht dehydriert. Am besten eignen sich hier Wasser oder ungesüßte Tees.

Bei Sonnenallergie Calcium?

Auch Calcium wird nachgesagt, dass es einer Sonnenallergie vorbeugen kann. Ärzte sind sich dabei allergings nicht ganz einig und auch durch wissenschaftliche Studien konnte das noch nicht eindeutig belegt werden. Sprich am Besten nochmal mit deinem Kinderarzt über eine Einnahme und über die Dosierung.

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Quellen:

Deutsches Ärzteblatt (2011): Lichtdermatosen – Diagnostik und Therapie, https://www.aerzteblatt.de/archiv/81074 (letzter Zugriff: März 2019)

Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (2018): Sonnenbrand / Sonnenallergie, https://www.kinderaerzte-im-netz.de/krankheiten/sonnenbrand-sonnenallergie/#c735 (letzter Zugriff: März 2019)

Deutsches Forschungszentrum für Gesundheit und Umwelt (2018): Therapie photoallergischer Reaktionen, https://www.allergieinformationsdienst.de/krankheitsbilder/weitere-krankheitsbilder/sonnenallergien/therapie.html#c165516 (letzter Zugriff: März 2019)

DDr med. Voitl, Peter: Kinderkrankheiten von A bis Z (2012), Verlag-Haus der Ärzte