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6 Sprüche, die man zu hören bekommt, wenn man sein Kind in die Fremdbetreuung gibt

Früher war es üblich, dass Kinder bis zum 3. Lebensjahr zu Hause waren, und anschließend in den Kindergarten gingen. Heutzutage ist es meist so, dass nach einem Jahr Elternzeit, beide Elternteile wieder arbeiten gehen. Also muss ein Betreuungsplatz für den Nachwuchs her.

So gehst du am besten mit den Sprüchen um!
So gehst du am besten mit den Sprüchen um!
© Unsplash/ Matiinu Ramadhan

Das der Vater Vollzeit arbeiten geht, wird als selbstverständlich angesehen. Bei der Mutter sieht das schon wieder ganz anders aus. Gibt eine Mutter ihr Kind in eine Krippe oder zur Tagesmutter und geht selbst wieder arbeiten – auch wenn es nur in Teilzeit ist – muss sie sich auf dumme Kommentare einstellen. Mütter die ihre Kinder fremd betreuen lassen, haben es im Alltag oft nicht gerade leicht. Da sind solche Sprüche nicht sehr hilfreich. Und sicher hat sich jede Familie gründliche Gedanken darüber gemacht, ob die Fremdbetreuung nötig ist. Auch ich habe mit meinen Mann zusammen überlegt, wie Kind und Arbeit zu vereinbaren sind und was das Beste für unseren Nachwuchs ist. Als meine Tochter mit 18 Monaten in die Krippe kam, musste ich mir folgende Sprüche anhören:

#1 „Die arme Kleine MUSS jetzt schon in die Krippe?“

Nein, sie MUSS nicht, sie DARF. Meine Tochter geht außerordentlich gerne in die Krippe. Sie spielt mit Gleichaltrigen und lernt eine Menge neuer Dinge. So stark wie Kinder in der Krippe gefördert werden, das bekommt man zu Hause gar nicht hin. Meine Tochter hat in den ersten Monaten nachdem sie in die Krippe kam einen riesigen Entwicklungssprung gemacht.

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#2 „Du arbeitest doch viel von zu Hause aus, warum darf dein Kind dann nicht auch zu Hause bleiben?“

Die dümmste Frage die ich bisher gehört habe. Als ob ich mich auf meine Arbeit konzentrieren könnte, wenn meine Tochter vor Freude kreischend um mich herumrennt. Wie soll ich mich auf meine Arbeit konzentrieren, wenn meine Tochter meine Aufmerksamkeit will und mit mir spielen will? Sie ist noch nicht mal 2 Jahre alt. Sie versteht das noch nicht, dass Mama zwar da ist, aber keine Zeit hat. Wie soll ich mich auf meine Arbeit konzentrieren, wenn sie plötzlich Hunger hat, oder die Windeln voll sind? Ich könnte hier noch ein paar mehr Sätze formulieren, aber ich denke es ist klar worauf ich hinaus will, oder? Kinder wollen Aufmerksamkeit und die sollen sie auch bekommen und das geht nun mal nicht, wenn Mama arbeiten muss.

#3 „Mit ein paar Einsparungen im Leben müsstest du gar nicht wieder arbeiten!“

Ja und wenn ich das aber will? Es mag ja Frauen geben, die ein Kind bekommen und anschließend immer zu Hause bleiben. Wenn das für die Frau in Ordnung ist und ihr Mann genug für die ganze Familie verdient, ist das auch absolut legitim. Heutzutage möchten die meisten Frauen aber zurück in den Beruf – oder sie müssen es sogar, weil das Gehalt des Mannes oft gar nicht zum Leben ausreicht. In meinem Fall ist es so, dass ich wieder arbeiten WILL und das sollte auch von Außenstehenden respektiert werden.

#4 „Stört es dich gar nicht, dass Fremde die Erziehung deines Kindes übernehmen?“

Fremde übernehmen nicht die Erziehung meines Kindes. Mein Mann und ich erziehen unser Kind nach wie vor. Es geht nur für fünf Stunden am Tag in eine Betreuung, um dort mit anderen Kindern zu spielen. Den restlichen Tag, der immerhin noch 19 Stunden hat, kümmern wir uns als Eltern um unser Kind, wo ist also das Problem?

#5 „Wieso hast du überhaupt ein Kind bekommen, wenn du dich jetzt nicht darum kümmerst?“

Dieser Kommentar ist wirklich fies und unfair jeder Mutter gegenüber. Unterschwellig höre ich hier nämlich heraus, dass ich mein Kind vernachlässige, nur weil ich es für ein paar Stunden am Tag in eine Fremdbetreuung gebe. Und das tut keine Mutter nur weil das Kind in die Krippe geht! Als Gegenfrage eignen sich hier ähnlich blöde Fragen: „Warum hast du einen Hund, wenn er nicht 24 Stunden am Tag bei dir ist? Wenn du arbeiten gehst, bleibt er doch auch alleine zu Hause, oder?“

#6 Letztens ist ein Kind in der Kita gestorben, ich hätte an deiner Stelle solche Angst!

Ja, es ist schon mal ein Kind in der Kita umgekommen. Das war ein tragischer Unfall – der aber zu Hause, oder bei Oma/Opa Onkel/Tante etc. auch hätte passieren können. Warum muss man darauf jetzt wieder herumreiten und mir versuchen ein schlechtes Gewissen einzureden?

Liebe Mütter, wenn ihr euch dafür entschieden habt euer Kind in eine Betreuungsstätte zu geben, dann ist das völlig in Ordnung! Lasst euch kein schlechtes Gewissen einreden und tut das, was IHR für richtig haltet und was das Beste für euer Kind ist.