SSPE - Wenn Masern tödlich enden

SSPE – Wenn Masern tödlich enden

SSPE ist die am meisten gefürchtete Komplikation nach einer Masernerkrankung. Diese Hirnhautentzündung verläuft meist tödlich. Vorbeugen kann man nur durch einen flächendeckenden Impfschutz, so Experten.

Ein kleines Baby liegt im Bett
Für Babys ist die Ansteckungsgefahr am größten © Bigstock/Isleem

Masern, eine harmlose Kinderkrankheit? Ärzte halten das für einen Irrglauben. Denn die Krankheit kann tödlich sein. Das zeigen neueste Studienergebnisse über die Spätfolgen. Die sogenannte SSPE tritt möglicherweise häufiger auf, als bisher angenommen.

SSPE: Was genau ist das?

SSPE steht für „Subakute sklerosierende Panenzephalitis“. Bei dieser Krankheit entzünden sich die Nervenzellen im Gehirn und stellen nach und nach ihre Arbeit ein. Was genau diese Entzündung auslöst ist noch nicht vollständig erforscht. Und nach neuesten Studienergebnissen kann bis jetzt nur eine Impfung vorbeugen.

Krankheitsverlauf der SSPE

Das tückische an SSPE ist, dass sie erst spät ausbricht. Wie lange die Inkubationszeit genau ist, lässt sich nur schwer sagen. In der Regel tritt die Krankheit vier bis zehn Jahre nach der Maserninfektion ein. Es sind jedoch auch Fälle bekannt, dass Patienten erst 27 Jahre später erkrankten.

Wenn SSPE einmal ausgebrochen ist, verläuft die Krankheit in vier Phasen und endet nahezu immer tödlich.

  1. Erste Phase
    Die Betroffenen fallen durch eine Veränderung ihrer Persönlichkeit auf, wie beispielsweise Halluzinationen, Wutausbrüche oder plötzliches schulisches Versagen
  2. Zweite Phase
    Es kommt zu vermehrten massiven Krampfanfällen und ersten Anzeichen einer Demenz.
  3. Dritte Phase
    In der dritten Phase versteifen sich die Muskeln zunehmend und sorgen dafür, dass man beispielsweise die Arme oder die Mimik nicht mehr bewusst steuern kann. Außerdem setzt eine zunehmende Teilnahmslosigkeit ein.
  4. Vierte Phase
    (Wach)Koma

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Je jünger das Kind, desto anfälliger

Das Bayrische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) untersuchte zusammen mit dem Institut für Virologie und Immunbiologie der Universität Würzburg das SSPE-Risiko in Deutschland. Dafür untersuchten sie alle 39 Kinder, die zwischen 2003 und 2009 an SSPE erkrankten. Die Untersuchungen ergaben, dass eines von 3.300 Kindern unter fünf Jahren erkrankt. Je jünger die Kinder, desto höher das Risiko.

Nur Impfungen können helfen

Aktuell gibt es keine Therapie gegen SSPE. Ärzte empfehlen daher als einzige präventive Maßnahme eine Impfung gegen Masern.

Da diese Impfung erst für Kinder geeignet ist, die den 11. Monat vollendet haben, können sie nur geschützt werden, indem ihre Umwelt flächendeckend geimpft ist.

„Nur der Herdenschutz durch eine ausreichend geimpfte Umgebung (95% der Bevölkerung) kann die Kinder im ersten Lebensjahr zuverlässig vor einer Infektion und somit vor dem Risiko einer schweren Masernkomplikation schützen“, so die LGL auf ihrer Homepage.