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Badeunfälle häufen sich wieder: Apell der DLRG

zwei Kinder spielen im Wasser
© Unsplash/ Lavi Perchik

Im vergangenen Jahr sind in Deutschland mindestens 378 Menschen ertrunken. Seit den vergangenen Wochen häufen sich die Meldungen von tödlichen Badeunfällen wieder. So sehr das gute Wetter Familien ans und ins Wasser lockt, dürfen die Gefahren nicht unterschätzt werden, mahnen die Rettungsschwimmer von der Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft e.V. (DLRG).

Im Flüssen und Seen ist die Gefahr am größten

„Flüsse und Seen sind nach wie vor die größten Gefahrenquellen. Nur vergleichsweise wenige Gewässerstellen werden von Rettungsschwimmern bewacht. Das Risiko, dort zu ertrinken, ist deshalb um ein Vielfaches höher als an Küsten oder in Schwimmbädern“, beschrieb Achim Haag, Präsident der DLRG, die Gefahrenlage.

Hinzu kommt, dass die Strömung in Flüssen oft unterschätzt wird. Einer der gefährlichsten Flüsse ist zum Beispiel der Rhein. Die schweren, vorbeifahrenden Frachtschiffe verdrängen viel Wasser. Dadurch entsteht in Ufernähe eine starke Sogwirkung.

17-Jährige im Rhein ertrunken

Dieses Risiko war auch drei Mädchen aus Duisburg nicht bewusst. Die Teenager werden seit einem Badeausflug am Mittwoch vermisst. Vermutlich wurden sie von der Strömung des Rheins erfasst und mitgerissen. Für eines der Mädchen gibt es bereits die traurige Gewissheit: Die 17-Jährige ist ertrunken. Die zwei anderen Mädchen – 13 und 14 Jahre alt – konnten noch nicht gefunden werden.

Auf ähnliche Weiße kamen im vergangenen Jahr in Hessen eine Mutter und ihr 5-jähriger Sohn im Rhein ums Leben.

„Ich habe gerade für Eltern, die ihre Kinder am Ufer im Wasser spielen lassen, absolut kein Verständnis. Das ist – um es mal deutlich zu sagen – reiner Wahnsinn“, sagt Michael Blankartz von der Wasserschutzpolizei Duisburg der dpa.

Großes Risiko für Kinder und Jugendliche

Ein Blick auf die Statistik der DLRG macht deutlich: Kinder und Jugendliche sind besonders vom Ertrinken betroffen. „Hier ist sicherlich die bereits an sich zurückgehende Schwimmfertigkeit bei den Kindern eine Ursache, was das Corona-Jahr 2020 durch längerfristig geschlossene Bäder leider nur verschlimmert hat.“, so die DLRG. Auf den Sommer 2021 blicken die Rettungsschwimmer daher mit Sorge.

Kinder ertrinken lautlos

Eltern sollten sich die Gefahren einmal mehr bewusst machen und ihre Kinder im Wasser niemals unbeaufsichtigt lassen.

Kinder ertrinken sehr schnell und lautlos – manchmal in weniger als einer Minute. Sie verfallen in eine Arzt Schockstarre, überstreckten den Hals und schnappten nach oben nach Luft. Das verschließt die Stimmritzen, sodass Kinder nicht um Hilfe rufen können.

Gute Schwimmhilfen sind ein wichtiger Schutz vor dem Ertrinken. Sie ersetzen aber nie die Aufsichtspflicht!

Quellen

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