Töpfchentraining: 15 Dinge, die beim Trockenwerden helfen

Töpfchentraining: 15 Dinge, die beim Trockenwerden helfen

Endlosprojekt Töpfchentraining! Nur wenige Eltern sind darauf vorbereitet, wie lange es dauern kann, bis Kinder trocken werden. Natürlich klappt es bei einigen Kindern innerhalb weniger Tage aber meist zieht sich der Vorgang über mehrere Monate. Mit den folgenden 15 Töpfchentraining-Tipps können sich du und dein Kind viel schneller an die neue Situation gewöhnen und im Video siehst du eine Kurzzusammenfassung, wie du dein Kind trocken bekommen kannst.

5 schnelle Tipps, wie dein Kind trocken werden kann

1. Töpfchentraining: Wann ist mein Kind bereit?

Die meisten Eltern beginnen mit dem Töpfchentraining wenn ihr Kind zwei Jahre und älter ist. Manche Kinder brauchen zum Trockenwerden jedoch Zeit, bis sie vier Jahre alt sind. Achte auf die richtigen Anzeichen, dass dein Kind bereit ist:

  • Dein Kind will grundsätzlich schon Dinge selber machen und
  • möchte für neue Fähigkeiten gelobt werden.
  • Dein Kind interessiert sich verstärkt für die Toilette.
  • Dein Kind beginnt mitzuteilen, dass es die Windel voll hat.
  • Dein Kind imitiert Anderer beim Toilettengang.

Aber auch, wenn dein Kind bereit ist, setze weder dich noch dein Kind beim Töpfchentraining unter Druck. Trockenwerden braucht seine Zeit. Wobei es mit dem großen Geschäft in der Regel etwas schneller geht, als mit der Blasenkontrolle. Vor allem nachts wird es länger dauern, bis ihr ganz auf die Windel verzichten könnt. In der Regel werden Kinder im Laufe ihres dritten oder vierten Lebensjahres komplett sauber: Mehr als 90 Prozent etwa um ihren vierten Geburtstag herum.

2. Besorge das richtige Zubehör für’s Töpfchentraining

Zunächst einmal heißt es, in einen kindgerechten Topf oder einen Kindertoilettensitz zu investieren. Bei letzterem solltest du deine Toilettenbrille zuvor ausmessen, denn nicht jeder Sitz passt und oft werden die Sitze im Laden nicht umgetauscht.

 

Egal ob du dich für Töpfchen oder Toilettensitz entscheidest, achte beim Kauf darauf, dass dein Kind sich mit den Füßen stabilisieren kann, so dass es bei Stuhlgang auch „drücken“ kann.

 

Kaufe keine Bodys mehr, wenn das Trocken werden abzusehen ist. Hemd und Schlüpfer sind nun erheblich praktischer, besonders wenn es schnell gehen muss!

3. Entwickle eine Routine fürs Trockenwerden

Dein Kind trocken bekommen kannst du nur mit Geduld. So ist es beim Töpfchentraining sehr wichtig, dein Kind ungezwungen an gewissen Routinen zu gewöhnen.

Setze dein Kind komplett bekleidet auf den Topf oder Sitz, am besten zu einer bestimmten Zeit wie zum Beispiel nach dem Frühstück, vor dem Baden oder zu der Zeit, in der dein Kind für gewöhnlich Stuhlgang hat. Durch diese Vorgehensweise gewöhnt sich dein Kind an den Topf/ Sitz und akzeptiert ihn als Teil der täglichen Routine.

Wenn es sich nicht darauf setzen will, solltest du es nicht drängen. Zwinge dein Kind niemals dazu. Ist dein Kind ängstlich, stelle das Töpfchentraining und den Topf erst einmal für ein paar Wochen oder auch Monate zurück und versuche es dann erneut.

4. Erkläre den Vorgang des Töpfchentrainings

Es kann deinem Kind beim Trocken werden helfen, wenn du ihm zeigst, was aus seinem Stuhlgang wird.

Wenn es das nächste Mal in die Windel macht, setze es neben den Topf und leere die Windel in den Topf aus. Bring nun den Topf zur Toilette und leere den Topf dorthinein. Wenn dein Kind möchte, kann es die Spülung selber betätigen aber nur, wenn es keine Angst hat. Bringe ihm nun bei, sich die Hose wieder anzuziehen und die Hände zu waschen.

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5. Nächster Schritt beim Trocken werden: die Windel auch weg lassen

Hat dein Kind nach wie vor Spaß am Töpfchentrainig, dann wird es Zeit für den nächsten Schritt. Setze dein Kind auch ohne die Windel auf den Topf oder Sitz. Lass deinem Kind Zeit, sich daran zu gewöhnen. Wenn es etwas „produziert“ ist es prima, aber lass ihm Zeit und dränge es nicht. Warte bis dein Kind den Wunsch hat, die Toilette oder den Topf von selbst zu benutzen.

6. Unterstütze die Unabhängigkeit

Rege dein Kind an, den Topf/ Toilettensitz immer dann zu benutzen, wenn es das Bedürfnis hat. Mach aber auch deutlich, dass es dir ebenso auch Bescheid sagen kann und ihr das „Geschäft“ gemeinsam erledigen könnt. Wenn möglich, lassen es ohne Windel und andere Kleidung am Unterleib herumlaufen, den Topf in sichtbarer Nähe. Sage ihm, dass es ihn benutzen kann, wenn es möchte und erinnere es gelegentlich daran.

7. Kaufe „Trainingswindeln“ für das Töpfchentraining

Oftmals erweisen sich „Trainingswindeln“ als praktische Begleiter des Töpfchentrainings. Diese sind eine Mischung aus Windel und Unterhose. Sie lassen sich selbstständig an und ausziehen.

Es gibt verschiedene Typen – zum Wegwerfen und Trainingswindeln aus Stoff. Letztere haben den Vorteil, dass Kinder sie nicht so sehr als Windel wahrnehmen, sondern viele Kinder mögen sie als „warme Unterhosen“. Damit fühlen sich Kinder beim Trockenwerden schon wie die Großen. Eine schöne Übersicht zu guten Stoff-Trainingswindeln hat Bloggerin Hanna vom Runbbelbatz Magazin hier zusammengestellt.

Manche Kinder bevorzugen jedoch von Anfang an richtige Unterhosen.

8. Geize nicht mit Lob

Trocken werden ist für dein Kind aufregend aber auch ein großer Schritt. Daher solltest du es regelmäßig loben, wenn das Geschäft im Töpfchen oder in der Toilette gelandet ist. Das bestärkt dein Kind darin, dass es beim Töpfchentraining Erfolg hat.

9. Hab Verständnis bei Rückschlägen

Jedes Kind hat wohl eine Reihe von „Unfällen“, bevor es Tag und Nacht komplett trocken werden kann. Werde nicht böse und bestrafe dein Kind nicht. Den Vorgang zu kontrollieren dauert seine Zeit, bleib also ruhig, mach dein Kind ohne Vorwürfe sauber und schlag ihm vor, dass es beim nächsten Mal den Topf/ die Toilette benutzt.

10. Bestrafe nicht!

Es wird die Sache in keiner Weise vorantreiben, wenn du böse wirst, weil dein Kind sich nicht für das Töpfchentraining interessiert, nicht auf dem Topf sitzen bleibt oder einen „Unfall“ in der Hose hat. Beiß dir auf die Zunge, zähl bis zehn und versuche auch bei Rückschlägen die Sauberkeitserziehung weiterhin.

11. Zweiter Teil des Töpfchentrainings: „Nachttraining“

Hat das Trockenwerden am Tag schon gut geklappt, wird es Zeit für das „Nachttraining“. Denn selbst wenn dein Kind tagsüber zuverlässig sauber und trocken ist, kann es noch Monate oder gar Jahre dauern, bis es auch nachts sicher trocken ist. Wirf die Windeln also nicht gleich weg! Der Körper deines Kindes ist vielleicht noch nicht reif genug, um es zuverlässig für den Toilettengang mitten in der Nacht aufzuwecken. Daher macht es auch keinen Sinn, ihm kurz vor dem Schlafengehen absichtlich nicht mehr viel zu Trinken zu geben – was manchmal noch als Tipp gegeben wird.

 

Eine andere Möglichkeit ist es, den Topf in die Nähe des Bettes zu stellen und dem Kind zu erklären, dass es ihn in der Nacht benutzen kann, wenn es möchte oder du lässt auf der Toilette ein Nachtlicht brennen, dass dein Kind sich leichter zu recht findet. Grundsätzlich sollte dein Kind wissen, dass es dich immer rufen kann, wenn es mitten in der Nacht wach wird, so dass du ihm dann beim Toilettengang helfen kannst.

 

12. Freue dich, wenn das Töpfchentraining klappt!

Glaub es oder nicht, aber wenn dein Kind so weit ist trocken zu werden, wird es dies auch werden. Und wenn du wartest, bis es so weit ist, wird es für beide eine stressfreie Angelegenheit.

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13. Keinen Druck bei der Sauberkeitserziehung

Wenn dein Kind Interesse an der Toilette oder am Töpfchentraining zeigt, ist das prima. Aber beginne jetzt nicht damit, die Sache zügiger vorantreiben zu wollen. Wenn dein Kind nervös wird, wird es vielleicht den Stuhl anhalten und das kann zu Verstopfung und anderen Problemen führen. Selbstverständlich ist es in Ordnung, das Interesse des Kindes trocken werden zu wollen mit Geschichten aus Büchern anzuregen und es zu ermutigen. Wenn dein Kind aber dabei blockt, lass ihm seine Zeit.

14. Hör nicht auf fremde Geschichten über’s Trockenwerden

Ganz egal wie oft die eigenen Eltern oder Schwiegereltern oder andere Personen von „früher“ erzählen und meinen, du würdest zu lange warten: Ignorier sie! Die Methoden, ein Kind an die Toilette zu gewöhnen haben sich in den letzten 40 Jahren geändert und was in anderen Kindheiten noch Praxis war, ist nicht mehr gültig. Untersuchungen haben ergeben, dass Kinder ihre Blase und ihren Schließmuskel nicht kontrollieren können, bis sie etwa 18 Monate alt sind. Also, wenn du weitere Geschichten von Cousine X’s Sohn hörst, der schon beim ersten Geburtstag windelfrei war, lächele, nicke und sage: „Wir haben einen Plan, wie wir beim Töpfchentraining vorgehen und machen uns keine Sorgen darüber!“

15. Wähle den richtigen Zeitpunkt für’s Trocken werden

Beginne mit dem Töpfchentraining nicht ausgerechnet eine Woche bevor ein Geschwisterkind geboren wird oder kurz vor einem Umzug oder Urlaub. Kurz: Also nicht, wenn im Leben des Kindes größere Veränderungen bevorstehen. Bei Kleinkindern kann jede Veränderung einen Rückschlag in der Entwicklung zur Folge haben.

Quellen:

Largo, Remo H.: Baby Jahre – Entwicklung uns Erziehung in den ersten vier Jahren, vollständig überarbeitete Neuausgabe, München: Piper Verlag GmbH 2017

Online-Informationen der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung: Trocken und sauber werden
https://www.kindergesundheit-info.de/themen/entwicklung/entwicklungsschritte/trocken-und-sauberwerden/ (Abrufdatum: 25.09.2018)

Online-Informationen des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG): Unterstützung beim Trocken- und Sauberwerden
https://www.gesundheitsinformation.de/unterstuetzung-beim-trocken-und-sauberwerden.2135.de.html?part=einleitung-kt (Abrufdatum: 25.09.2018)