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Wann & wie Kinder trocken werden: Tipps und Tricks

© Bigstock/ Rozhnovskaya Tanya

Großprojekt „sauber werden“ – Ab wann kann ich mit der Sauberkeitserziehung anfangen? Und wie bekomme ich mein Kind nachts trocken? Hier findest du wichtige Infos und Tipps.

Wann werden Kinder trocken?

Es gibt kein „magisches Alter“, ab dem ein Kind trocken wird. Hier gilt: Jedes Kind ist anders.

Im Schnitt werden die meistens Kinder bis zum Alter von etwa 28 Monaten tagsüber – und mit 33 Monaten nachts trocken. Je nachdem, welche Methode der Sauberkeitserziehung du wählst und wie konsequent du sie durchhältst, kann es schneller oder auch langsamer gehen. Manche Kinder werden auch erst mit vier Jahren trocken.

Wichtig beim Trocken werden: Entwicklung deines Kindes

Damit die Sauberkeitserziehung überhaupt funktionieren kann, muss dein Kind erstmal merken, dass es „mal muss“. Eine volle Blase oder einen vollen Darm können Babys nämlich nicht von Geburt an bewusst realisieren. Bis die dafür benötigten Nerven und Verknüpfungen im Hirn vollständig entwickelt sind, dauert es mindestens ein Jahr. In der Regel bemerken Kinder in einem Alter von etwa zwei Jahren den Harn- und Darm-Drang bewusst.

Es kann aber auch bis zum vierten oder fünften Lebensjahr dauern, bis das Kind so weit ist.

:  Ab wann ist es Ein- oder Bettnässen?

Wenn Kinder mit drei oder vier Jahren noch nicht trocken sind, machen sich viele Eltern Sorgen. Jedoch sind die meist unbegründet. Erst nach dem fünften Lebensjahr handelt es sich wirklich um Ein- oder Bettnässen.

Zeigt das Kind mit drei oder vier Jahren noch kein Interesse an der Sauberkeitserziehung, dann ist es wahrscheinlich einfach noch nicht so weit.

Ist mein Kind bereit zum Trocken werden?

Mit diesen Zeichen zeigt dir dein Kind vielleicht, dass es bereit  ist.

Dein Kind…

  • …interessiert sich für den Toilettengang.
  • …kann Stuhl und Urin benennen.
  • …kann mitteilen, dass es gerade Stuhlgang hatte
  • …versteht, dass es „muss“ und gibt dir Bescheid
  • …fühlt sich in einer (schmutzigen) Windel unwohl
  • …hat „trockene“ Zeiträume von drei bis vier Stunden

Kann ich den richtigen Zeitpunkt verpassen?

Zeigt dein Kind dir, dass es bereit zum trocken werden ist, solltest du diese Gelegenheit auch nutzen. Denn dein Kind ist kann und will jetzt lernen – werden die Signale weiterhin ignoriert kann das zu einer Fehlentwicklung führen und die spätere Sauberkeitserziehung erschweren.

Das bedeutet: Auch in Zeiten, in denen das Trocken werden gerade nicht günstig ist (zum Beispiel, wenn bald ein neues Baby kommt) sollte es besser nicht aufgeschoben werden.

: Trocken in den Kindergarten?
Mythos oder wahr?

Immer noch ist es ein weit verbreitetes Gerücht, dass Kinder sauber sein müssen, wenn sie in den Kindergarten gehen wollen. Das stimmt natürlich nicht. Mit diesen Kindern wird im Kindergarten oft das auf die Toilette gehen geübt.

Methoden: Wie wird mein Kind trocken?

Wie Kinder trocken werden, kann auf unterschiedliche Weise funktionieren. Es gibt verschiedenste Methoden, die du probieren kannst:

Der Klassiker: Das Töpfchentraining

Die meisten Eltern setzen auf die Sauberkeitserziehung auf dem Töpfchen oder auf einem Toilettensitz. Ab wann das Töpfchentraining sinnvoll ist und Tipps, mit denen das trocken werden besser klappt, haben wir hier für dich gesammelt:

Die „Windelfrei“-Methode

Auch die windelfreie Methode erfreut sich großer Beliebtheit. Hierbei achten Eltern schon ab der Geburt auf Signale des Kindes, dass es mal muss. Bevor das Kind dann in die Windel oder Unterhose macht, wird es aufs Töpfchen gehalten.

Wie du dein Kind windelfrei trocken bekommst, sowie Vor- und Nachteile der windelfrei-Methode kannst du hier nachlesen:

Mama Bettina hat die windelfreie Sauberkeitserziehung ausprobiert und berichtet hier über ihre Erfahrungen.

: meine Erfahrung

Wie bekommt man ein Kind nachts trocken?

Die Blasenkontrolle tagsüber lernen Kinder oft schnell – nachts trocken werden dauert da meist etwas länger. Kinder müssen hier wach werden und merken, dass sie mal müssen – und diese Entwicklung kann dauern.

Zu Beginn kann dein Kind nachts auch noch eine Windel tragen – Windelhosen sind hier gut geeignet, da sie sich schnell aus- und anziehen lassen. Ist die Windel dann immer öfter morgens trocken, könnt ihr sie weglassen. Ein wasserfester Schutz zwischen Matratze und Bezug sollte trotzdem benutzt werden.

Kommt es öfter zu Unfällen nachts, ist das nicht sofort ein Anzeichen für ein Problem. Das Kind braucht dann vielleicht einfach etwas länger – auch größere Lebensveränderungen (Umzug, Urlaub) können solche „Rückentwicklungen“ auslösen.

Sauberkeitserziehung: Dos & Don’ts für Eltern

Hier findest du einige Tipps und Tricks für die Sauberkeitserziehung – sowie Dinge, die du besser vermeiden solltest.

So unterstützt du dein Kind beim Trocken werden

  • Lass dein Kind mit auf dir Toilette gehen

Kinder lernen durch Nachahmen – das gilt auch beim Toilettengang. Wenn dein Kind mit auf die Toilette darf, dann weckt das sein Interesse an der Sauberkeitserziehung. Außerdem wird das Thema Stuhlgang so ent-tabuisiert.

Wenn du deinem Kind erlaubst, mit dir auf die Toilette zu gehen, gibst du ihm auch Sicherheit. Du vermittelst  so, dass es auch beim Toilettengang nicht direkt allein sein wird.

  • Wecke das Interesse am Trocken werden

Viele Kinder interessieren sich von Natur aus für den Toilettengang. Ist der nicht der Fall, kannst du mit Büchern oder Liedern zum Thema das Interesse deines Kindes spielerisch fördern. Ein Klassiker ist zum Beispiel das Buch „Vom kleinen Maulwurf, der wissen wollte, wer ihm auf den Kopf gemacht hat“.

  • Erkläre deinem Kind, was beim Toilettengang passiert

Wenn Kinder trocken werden, ist das eine ganz neue Erfahrung für die Kleinen – das kann mit viel Unsicherheit verbunden sein. Diese kannst du deinem Kind nehmen, indem du ihm die Vorgänge genau erklärst und seine Fragen immer beantwortest.

  • Lobe dein Kind für seine Erfolge

Auch für kleine Erfolge hat sein Kind Lob verdient. So motivierst du es außerdem zusätzlich.

Vermeide diese Dinge!

Es gibt auch eine Reihe von Dingen, die die Sauberkeitserziehung negativ beeinflussen können:

  • Setze dein Kind nicht unter Druck.
  • Erwarte nicht zu früh zu viel von deinem Kind.
  • Schimpfe oder bestrafe dein Kind nicht für Missgeschicke
  • Vermeide Wörter wie „eklig“ oder „igitt“ in Bezug auf den Stuhlgang.

Dein Kind hält in der Folge vielleicht seinen Stuhlgang zurück – was zu Problemen wie Verstopfung und Ängsten vorm Toilettengang führen kann.

Mein Kind wird nicht trocken – ein Problem?

Sind alle anderen Kleinkinder schon trocken – nur das eigene Kind nicht, dann machen sich Eltern oft Sorgen. Doch: Ab wann liegt wirklich ein Problem vor?

Du solltest deinen Kinderarzt um Rat fragen, wenn dein Kind sich nach dem 5. Geburtstag über längere Zeit noch regelmäßig einnässt. Dein Kinderarzt kann die Ursachen herausfinden. Mögliche Gründe sind zum Beispiel Reifungsverzögerungen oder psychische Belastung. In seltenen Fällen können auch Fehlbildungen der Harnwege der Auslöser sein.

Quellen

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