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Vegetarische Ernährung: Kann das bei Kindern funktionieren?

vonPhiline Matzen

Wenn es um das Thema “Ernährung” geht, treffen viele unterschiedliche Meinungen aufeinander. Wenn es um das Thema “Ernährung bei Kindern” geht, kann sowieso nur alles falsch gemacht werden. Denn alle Eltern oder sogar jedes Elternteil macht es eben anders.

vonPhiline Matzen
©Pexels/ Alex Green

Ich habe mich mit vielen Dingen rundum das Thema “Kind” nicht beschäftigt. Vieles kam ganz natürlich und sonst habe ich viel auf die Ratschläge meiner Mama-Freundinnen gehört. Wenn es aber um die Ernährung unseres Kindes geht, dann sind mein Partner und ich ziemlich stark einer Meinung und lassen uns von anderen nichts sagen.

Vegetarisch: Kann das Gesund sein?

Unsere Tochter wird vegetarisch ernährt und bekommt sogar Nahrungsergänzungsmittel. Wir sind weder Ernährungswissenschaftler, noch haben wir etwas derartiges studiert. Trotzdem ziehen wir unser Wissen aus aktuellen Studien und wissenschaftlichen Büchern.

Man muss dazu sagen, dass mein Partner bei der Ernährung wesentlich strikter ist als ich. Ich verfüge zwar über das Wissen, setz es aber nicht immer um. Bei mir gibt es dann auch mal Pommes oder Pizza und das genießen meine Tochter und ich sehr.

Ich ernähre mich vegetarisch. Die einzigen Tierprodukte, die ich zu mir nehme sind bestimmte Sorten von Käse und Eier. Ich habe mich aus einem ethischen Grund dazu entschlossen. Während mein Partner (fast) vegan isst und sich aufgrund von gesundheitlichen Aspekten dafür entschieden hat. Unsere Prinzipien und Glaubensansätze spiegeln sich natürlich auch in unserer Erziehung und Ernährung beim Kind wider.

Grundsätzlich verbieten wir unserer Tochter nichts. Wenn wir bei den Großeltern sind, darf sie alles probieren, was unser Kühlschrank nicht hergibt: Fisch, Fleisch und Milch. Wichtig ist mir dabei, dass meine Tochter genau versteht, woher Fleisch kommt. Dafür ist sie auch nicht zu jung. Ich möchte sie früh dafür sensibilisieren, dass es sich bei Fleisch um echte Tiere handelt. Ihre Entscheidung, was sie essen und probieren möchte, überlasse ich ihr.

Auch die Tochter unserer Autorin Purista Merk isst kein Fleisch. Hier erzählt sie, warum.

Bei uns muss nicht aufgegessen werden

Aber gesunde Ernährung beim Kind ist gar nicht so einfach. Meine Kleine ist meistens eine Raupe-Nimmer-Satt und könnte den ganzen Tag essen, obwohl sie gerade erst eine große Mahlzeit bekommen hat. Dann gibt es auch wieder Phasen, wo sie ganz wenig isst. Da ich daran glaube, dass meine Tochter sich schon das nimmt, was sie braucht, zwinge ich sie nie auf zu essen. Ja, bei uns darf man nämlich essen stehen lassen und vielleicht kommt der Hunger zum Abend wieder oder es kommt in die Tupperdose.

Auch meine Kochkünste halten sich in Grenzen. Morgens zaubern wir einen leckeren Shake aus Früchten, Haferflocken, Hafermilch und Chiasamen. Mit dem Rest machen wir Smoothie-Eiscreme für später. Beim Obst achten wir darauf, dass es so wenig Fruchtzucker enthält, wie möglich: Heidelbeeren, Erdbeeren, Brombeeren und Himbeeren.

Ihr Mittagessen bekommt sie im Kindergarten. Dort gibt es glutenfreie und vegane Menüs für die Kinder. Zum Abend gibt es einfaches Essen, wie Brokkoli, Reis und Tempe oder Tofu, manchmal Gemüseaufläufe oder eine Art Pizza-Variation aus Brot.

Wieso fangt ihr jetzt schon an eurem Kind Vitamine zu geben?

Seitdem unsere Tochter ein Baby war, bekommt sie Vitamin D3. Bis heute kriegt sie Vitamin D3 und das insbesondere in den Wintermonaten. Da wir glücklicherweise in einem sehr sonnigen Land leben, bekommt unsere Tochter über die Sonnenmonate — von denen wir reichlich haben — jeden 3. Tag Vitamin D3 Tabletten.

Je nachdem, was unsere Tochter über den Tag gegessen hat, bekommt sie noch extra Kinder-Supplements, wie Omega3, Zink, Magnesium und weitere Vitamine (Ja, dafür muss man in etwa wissen, wie viele Mineralien, Vitamine und Fettsäuren im Essen enthalten sind).

Naschereien gibt es auch!

Aber keine Angst, all das wird auch durch Gummibärchen und ein paar Snacks, wie Butter- oder Schokokekse kompensiert. Eigentlich hatten wir eine Regel “Kein Zucker vor 3”. Diese Regel verschwand dann mit dem Trocken werden. Unsere Tochter beschloss nämlich kurz vor ihrem zweiten Geburtstag, dass sie keine Windeln mehr tragen möchte. Sprich: Töpfchenerfolg wurde mit einem Gummibärchen belohnt. Und da kommt man gar nicht so leicht wieder raus!

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