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Für den Fall der Fälle: Diese Versicherungen solltest du für dein Kind abschließen

Kurz bevor das erste Kind auf die Welt kommt, sollten Eltern ihre bestehenden Versicherungen checken. Denn wenn man Kinder hat, kann es schnell vorkommen, dass mal etwas passiert, weshalb ein umfassender Versicherungsschutz wirklich sehr wichtig sein kann. Dabei geht es nicht nur darum, ob dein Kind richtig abgesichert ist, sondern auch, ob für dich selbst ausreichend Versicherungsschutz besteht. Denn nur dann, wenn du gut abgesichert bist, gilt das auch für deinen Sprössling. Wir haben für dich zusammengefasst, welche Versicherungen für deine Familie wirklich sinnvoll sein können.

© unsplash.com/ Jessica Rockowitz

Private Haftpflichtversicherung

Ganz oben auf der Liste steht die Versicherung, die einschreitet, wenn mal etwas zu Bruch geht: die private Haftpflichtversicherung. Schnell können Kinder beim Spielen Etwas kaputt machen. In vielen Fällen werden dadurch keine größeren Schäden entstehen und ihr könntet als Eltern problemlos haften und den Schaden begleichen. Allerdings kam es auch schon vor, dass ein Schaden so groß wird, dass man ihn nicht mehr aus eigener Tasche zahlen kann, und dann zahlt ihr möglicherweise ein Leben lang diese Summe ab. Eine Haftpflichtversicherung sollte also immer abgeschlossen werden. So wird das finanzielle Risiko in einem Schadensfall abgesichert.

Beim Abschluss solltest du unbedingt darauf achten, dass jedes Familienmitglied mit einbegriffen ist. In der Regel ist es so, dass alle Personen, die mit dir in deinem Haushalt leben, mitversichert sind. Allerdings gibt es hier eine Ausnahme: Wenn Kinder unter sieben Jahren einen Schaden verursachen und die Eltern ihre Aufsichtspflicht nicht verletzt haben, muss niemand zahlen. Hier bleibt wohl oder übel der Geschädigte auf seinen Kosten sitzen. Wer keinen Ärger mit dem Nachbarn haben möchte, sollte daher darauf achten, dass die Haftpflichtversicherung auch die Übernahme von Schäden durch „deliktunfähige Kinder“ einschließt. Dann zahlt die Versicherung auch dann, wenn ihr als Eltern eigentlich gar nicht für den Schaden haften müsstet.

Darüber hinaus sind Kinder über die Eltern bis zum Ende der Ausbildung oder des Studiums versichert. Bei dem Abschluss der Versicherung solltest du jedoch auf eine ausreichend hohe Versicherungssumme achten. Mindestens drei Millionen Euro sollten es für Personen- und Sachschäden schon sein.

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Zahnzusatzversicherung

Als Ergänzung für die gesetzliche Krankenversicherung solltest du überlegen, eine Zahnzusatzversicherung für deine Kinder abzuschließen.

Wichtig ist das besonders im Hinblick auf eine teure Zahnspange im Jugendalter. Die kann schnell mal einige tausend Euro kosten und die gesetzlichen Kassen übernehmen die Kosten in vielen Fällen gar nicht, z.B. wenn nur eine leichte Zahnfehlstellung vorliegt. Auch besondere Extras wie z.B. unsichtbare Zahnspangen (Invisalign), Speed-Brachets oder einen Retainer müsst ihr als Eltern privat bezahlen.

Empfohlen wird der Abschluss frühzeitig im Alter von 2 bis 4 Jahren. Danach ist der Abschluss oftmals nicht mehr möglich, wenn der Zahnarzt z.B. bereits eine Fehlstellung der Zähne diagnostiziert hat.

Zusätzlich macht es Sinn, auch Prophylaxe-Behandlungen mit in die Versicherung einzuschließen. Die Versiegelung der hinteren Backenzähne beispielsweise ist keine Kassenleistung – und auch eine professionelle Kinderzahnreinigung muss man bei vielen Zahnärzten privat bezahlen.

Vor einem Abschluss, solltest du dich auf jeden Fall online über die vielen verschiedenen Anbieter informieren, da man hier schnell den Überblick verlieren kann. Als Richtlinie gilt: eine gute Zusatzversicherung für Kinder kostet etwa 10 bis 20 Euro monatlich.

Berufsunfähigkeitsversicherung

Wenn du selbst nicht mehr arbeiten kannst, dann reißt das ein großes Loch in das Familienbudget. Davon sind natürlich ebenfalls deine Kinder betroffen. Deshalb ist es wichtig, dass du dich und somit deine Kinder ausreichend absicherst. Wenn du beispielsweise wegen den Nachfolgen eines Unfalls deinen Job nicht mehr ausüben kannst, greift die Berufsunfähigkeitsversicherung. Aber auch wenn du unter psychischen Probleme, wie etwa einem Burn-Out, leidest.

Damit du und deine Familie im Ernstfall ausreichend finanziell abgefedert werden, solltest du darauf achten, dass du mindestens 75 bis 80 Prozent deines aktuellen Nettogehalts während deiner Berufsunfähigkeit ausgezahlt bekommst. Außerdem sollte die Auszahlungssumme nicht von einer erneuten Gesundheitsprüfung im Fall der Berufsunfähigkeit abhängig sein.

Kinderunfall- oder Kinderinvaliditätsversicherung

Diese Versicherungen sind zwar eher optional zu sehen, jedoch können du und deine Familie im Ernstfall froh sein, sie abgeschlossen zu haben. Bei der Kinderinvaliditätsversicherung wird bei schweren Krankheitsverläufen gezahlt. Getragen werden beispielsweise die Behandlungskosten, auch wenn das Kind langfristig verletzt oder sogar eine Behinderung davontragen sollte. Manche Versicherungen bieten in diesem Zusammenhang die Möglichkeit einer größeren Einmalzahlung, um beispielsweise das Haus barrierefrei zu machen.

Allerdings sind die Kinderinvaliditätsversicherungen im Vergleich zur normalen Unfallversicherung verhältnismäßig teuer. Zwischen 300 und 500 Euro werden pro Jahr fällig. Bei der Kinderunfallversicherung zahlt man nur etwa 100 Euro im Jahr. Allerdings fällt der Invaliditätsschutz weg. Jedoch solltest du dir auch immer vor Augen halten, dass es sehr unwahrscheinlich ist, dass dein Kind nach einem Unfall oder einer Krankheit invalide wird.

Risikolebensversicherung

Damit wird im Fall eines Todesfalls die ganze Familie abgesichert. Falls du, als Versicherter also sterben solltest, wird sichergestellt, dass deine Hinterbliebenen, die Kinder natürlich eingeschlossen, versorgt sind. Vor allem bei Familien, in denen nur ein Elternteil das Geld verdient, ist so eine Versicherung sinnvoll. Denn, wenn Mutter oder Vater sterben, er oder sie gleichzeitig aber das Geld im Haushalt verdient, kann das natürlich zu einem finanziellen Loch führen.

Die Versicherungssumme sollte mehrere Bruttojahresgehälter betragen, damit deine Familie nach diesem schweren Schlag auch schnell wieder auf die Beine kommen kann. Am üblichsten sind hier drei bis fünf Gehälter. Entsprechende Policen bekommst du bereits ab Beträgen unter 100 Euro pro Jahr. Je jünger und gesünder du mit dieser Einzahlung beginnst, umso niedriger fällt der Beitragssatz aus.

Mit diesen Versicherungen sollten du, deine Familie und insbesondere deine Kinder für alle Eventualitäten gerüstet sein.