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Für den Ernstfall vorsorgen: So schützt du dein Kind

Eltern sind immer darauf bedacht, dass es ihren Sprösslingen gut geht und ihnen nichts zustößt. Leider lässt sich das nicht immer so ganz verhindern. Deshalb ist es wichtig zu wissen, was du im Ernstfall tun kannst und welche Vorsorgemaßnahmen es gibt, um typische Risiken zu verringern oder ganz zu vermeiden.

Tipps für die richtige Vorsorge für deine Kinder
Tipps für die richtige Vorsorge für deine Kinder
© fotolia.com/ fizkes

Erste Hilfe beim Kind

Wenn Kinder anfangen, die Welt zu entdecken, vergrößert sich ihr Aktionsradius und automatisch auch die Risiken für Verletzungen oder ähnliches. Sie müssen erst lernen, welche Gefahren es gibt und wie man sie vermeiden kann. Umso wichtiger ist es, dass die Erwachsenen im Ernstfall eingreifen und Erste Hilfe leisten können.

Was im Notfall zu tun ist

Zunächst ist es wichtig, dass du Ruhe bewahrst und nicht panisch reagierst, wenn deinem Kind etwas passiert ist. Es braucht dann Trost und Beistand und keine weitere Aufregung. Auch Vorwürfe oder ein Herunterspielen der Situation sind fehl am Platz.

Was speziell bei Kindern im Notfall zu tun ist, lernst du im Erste-Hilfe-Kurs. Wenn du dich nicht auskennst oder unsicher bist, kannst du den Notruf wählen und dir erklären lassen, was in der jeweiligen Situation notwendig ist. Hilfreich ist es, eine Anleitung für Erste Hilfe Maßnahmen griffbereit zuhause aufzubewahren.

Kleinere Unfälle lassen sich meist recht schnell behandeln:

  • Offene Wunden
    Oberflächliche Schürfwunden solltest du mit Wasser reinigen und an der Luft trocknen lassen. Größere Wunden hältst du zum Säubern unter kaltes Wasser, anschließend mit einem Baumwolltuch für einige Minuten auf die Wunde drücken, um die Blutung zu stillen. Danach kannst du die Stelle mit einem luftdurchlässigen Pflaster versorgen. Bei Stichwunden oder Verletzungen, die nicht aufhören wollen zu bluten, solltest du einen Kinderarzt aufsuchen.
  • Verbrennung
    Wenn sich dein Kind verbrannt hat, besteht die erste Maßnahme darin, das Feuer beziehungsweise brennende Kleidung mit Wasser oder einer Decke zu löschen. Bei Verbrühungen durch heiße Flüssigkeiten solltest du deinem Kind schnell, aber vorsichtig die durchtränkte Kleidung ausziehen.
    Kleinflächige Verbrennungen sollten mit handwarmem Wasser (mindestens 15 Grad Celsius) für maximal zehn Minuten gekühlt werden. Vermeide unbedingt Unterkühlung. Deshalb darf man großflächige Verbrennungen nicht kühlen. In diesem Fall deckst du die betroffenen Körperteile mit einem keimfreien Tuch aus dem Verbandskasten ab – locker und ohne Druck. Anschließend den Rettungsdienst verständigen.
© fotolia.com/ Halfpoint
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  • Vergiftungen
    Hat dein Kind giftige Substanzen verschluckt, zeigt aber keine Veränderungen in seinem Verhalten oder Störungen der lebenswichtigen Funktionen (Atmung, Kreislauf, Bewusstsein), solltest du umgehend die Giftnotrufzentrale anrufen und dich erkundigen, welche Maßnahmen notwendig sind.
    Keinesfalls versuchen, das Kind auf irgendeine Art zum Erbrechen zu bringen und gegebenenfalls darauf achten, dass Erbrochenes nicht eingeatmet wird. Dein Kind sollte in kleinen Schlucken Wasser, Tee oder Saft (keine Milch!) trinken, um das Gift zu verdünnen. Hat das Kind giftige Dämpfe eingeatmet, öffne alle Fenster und bring das Kind ins Freie. Bei Hautkontakt mit giftigen Stoffen sofort alle Kleidung entfernen und die betroffenen Hautstellen gründlich unter fließendem Wasser abspülen. Dabei unbedingt Handschuhe tragen zum Eigenschutz.
    Kontrolliere immer wieder Bewusstsein, Atmung und Puls. Für den Fall, dass dein Kind bewusstlos ist, solltest du den Notruf alarmieren und das Kind in die Seitenlage bringen, mit dem Gesicht schräg nach unten. Gegebenenfalls sind Beatmungs-Maßnahmen oder eine Herz-Lungen-Massage notwendig. Versuche nicht, dem bewusstlosen Kind Flüssigkeit einzuflößen.
  • Verschluckte Gegenstände oder Kleinteile
    Hat dein Kind versehentlich etwas verschluckt, kann dies unter Umständen die Luft- oder Speiseröhre blockieren. Dann solltest du dem Kind kräftig mit der flachen Hand auf die Schulter schlagen während es mit dem Oberkörper nach vorn geneigt ist. Wenn das alles nicht hilft, das Kind von hinten unter dem Brustbein fest mit beiden Armen umfassen und ruckartig nach hinten drücken (Heimlich-Griff). Dadurch wird der Gegenstand nach draußen katapultiert. Diesen Handgriff solltest du aber nur als letzte Option sehen und ihn nur anwenden, wenn dein Kind mindestens ein Jahr alt ist.

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Bewusstlosigkeit beim Kind

Wenn dein Kind bewusstlos ist, solltest du unbedingt den Notruf verständigen und das Kind laut, aber ruhig ansprechen und leicht schütteln, sofern es sich nicht am Kopf oder an der Wirbelsäule verletzt hat. Im nächsten Schritt überprüfst du die Atmung. Dafür legst du das Kind auf den Rücken und überprüfst, ob Atemgeräusche und -bewegungen erkennbar sind. Atmet dein Kind, solltest du es in die stabile Seitenlage bringen. Andernfalls solltest du mit der Herz-Lungen-Massage beginnen.

Für schnelle Hilfe im Notfall solltest du zuhause griffbereit eine Liste mit den wichtigsten Notfallnummern und wichtigen Daten aufbewahren. Auf die Liste gehören folgende Telefonnummern:

© fotolia.com/ LIGHTFIELD STUDIOS
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Das sollte sich im Verbandskasten befinden

Zur Ersten Hilfe im Unglücksfall gehört ein vollständig ausgestatteter Verbandskasten. Der Grundstock besteht aus diesen Dingen:

  • Pflaster und Verbandpäckchen in verschiedenen Größen
  • Kompressen und Mullbinden
  • Desinfektionsmittel zum Säubern von Oberflächen und Hilfsmitteln, die mit der Wunde in Berührung kommen (etwa Pinzetten)
  • Wunddesinfektionsmittel zur Reinigung von Wunden
  • Wund- und Heilsalbe für kleinere Verletzungen
  • Dreieckstuch
  • Einmalhandschuhe
  • Verbandklammern, Sicherheitsnadeln und Fixierpflaster zur Fixierung von Verbänden
  • Kühlkompressen (im Gefrierfach aufbewahren)
  • Salben gegen Sonnenbrand und Mückenstiche

Optional kannst du folgende Dinge noch zusätzlich in den Verbandskasten tun:

  • Medizinkohle gegen Vergiftungen
  • Sprühpflaster
  • Verbandschere für sicheres Zuschneiden und Entfernen von Verbandmaterial
  • Brandwundauflage
  • Verbandwatte
  • Zeckenzange
  • Splitterpinzette
  • Salbe gegen Juckreiz
  • Salben gegen Prellungen, Verstauchungen und Zerrungen

Jeder im Haushalt sollte wissen, wo sich der Verbandskasten befindet, damit auch die größeren Geschwister im Notfall Erste Hilfe leisten können.

Das gehört in die Hausapotheke

Wird das Kind plötzlich krank, ist es wichtig, mit den Mitteln aus der Hausapotheke schnell für die Linderung der Beschwerden sorgen zu können. Nicht immer ist es möglich, gleich zum Kinderarzt zu fahren oder eine Apotheke aufzusuchen. Diese Medikamente dürfen in einer guten (Kinder-)Hausapotheke nicht fehlen:

  • digitales Fieberthermometer
  • Erkältungsmittel
  • Schmerzmittel
  • fiebersenkende Mittel oder Zäpfchen
  • Mittel gegen Blähungen, Verstopfung, Durchfall und Sodbrennen
  • abschwellenden Nasentropfen, speziell für Kinder
  • Wärmflasche

Überprüfe mindestens einmal im Jahr, ob die Hausapotheke noch vollständig ist und ob die Medikamente noch haltbar sind. Was abgelaufen oder schon länger als ein Jahr angebrochen ist, gehört in den Müll. Achte außerdem auf die richtige Lagerung der Medikamente in der Hausapotheke. Dann ist im Notfall wirklich alles griffbereit. Kinder sollten aus Sicherheitsgründen keinen Zugriff auf Medikamente haben.

Mit Versicherungen dein Kind schützen

Eltern sind natürlich auch um die finanzielle Situation ihrer Kinder besorgt. Solange sie in Sachen Geld noch nicht auf eigenen Beinen stehen, können die Kinder in eine kritische Lage geraten. Etwa, wenn ein Elternteil plötzlich arbeitsunfähig wird oder verstirbt. Deswegen ist es wichtig, mit Versicherungen im Ernstfall für die finanzielle Absicherung der Kinder zu sorgen.

Berufsunfähigkeitsversicherung

Unfälle sind schnell passiert. Manche haben gravierende Folgen, etwa, wenn man deswegen seinen Beruf nicht mehr ausüben kann. Auch bestimmte Krankheiten können dich berufsunfähig machen. Dann reicht die gesetzliche Leistung bei Erwerbsminderung oft nicht aus, um sich und die Familie gut zu versorgen.

Eine Berufsunfähigkeitsversicherung verkleinert die Versorgungslücke: Im Ernstfall erhältst du eine zusätzliche Rente, wenn du deinen Beruf nicht mehr zu 50 Prozent ausüben kannst. Dieser Schutz ist besonders wichtig für Alleinerziehende und Paare, bei denen nur ein Elternteil erwerbstätig ist.

Risikolebensversicherung

Eine Risikolebensversicherung dient dazu, die Angehörigen im Todesfall vor finanziellen Engpässen zu schützen. Damit sicherst du deinen deine Kinder ab für den Fall, dass ein Elternteil unerwartet stirbt.

Grundsätzlich ist für jede Familie mit einem oder mehreren Kindern eine Risikolebensversicherung sinnvoll, besonders aber, wenn bestimmte Voraussetzungen vorliegen. Etwa, wenn das Haus noch nicht abbezahlt ist und deine Familie nach deinem Tod in finanzielle Schwierigkeiten geraten würde, um für die Raten aufzukommen. Oder generell, wenn deine Familie ohne dein Einkommen nicht zurechtkommt.

Auch für Alleinerziehende, die finanziell noch nicht für sich selbst sorgen können, ist eine Risikolebensversicherung im Notfall eine wichtige Stütze.  Bei Paaren mit Kind(ern) ist es sinnvoll, dass sich die Partner gegenseitig mit einer eigenen Risikolebensversicherung absichern.

Haftpflichtversicherung

Die Aussage „Eltern haften für ihre Kinder“ ist allseits bekannt, aber nur bedingt richtig. Eltern haften, wenn sie ihre Aufsichtspflicht verletzt haben. Ab dem siebten Lebensjahr sind Kinder allerdings selbst für von ihnen verursachte Schäden haftbar. Ausgenommen sind Vorfälle im Straßenverkehr.

Ab dem zehnten Lebensjahr gelten sie als voll schuldfähig. Für angerichtete Schäden haften sie nun genauso wie ein Erwachsener: unbegrenzt mit dem gesamten Vermögen und im schlimmsten Fall ein Leben lang.

Eine private Haftpflichtversicherung, die alle Mitglieder des Haushalts einschließt, ist daher für Familien ein Muss. Eine private Haftpflichtversicherung trägt solche Schäden und wehrt unberechtigte Ansprüche ab.

© fotolia.com/ Gorodenkoff
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Unfallversicherung

Wenn du einen Unfall hast und dadurch dauerhafte körperliche oder geistige Schäden davonträgst, greift die Unfallversicherung. Die Versicherungssumme ist eine finanzielle Stütze, um die anfallenden Kosten für Behandlungen, Versorgung und Umbaumaßnahmen für behindertengerechtes Wohnen oder Ähnliches zu bezahlen, sodass du weiterhin selbstständig leben kannst.

Auch für Kinder ist es wichtig, dass sie eine Unfallversicherung haben. Die gesetzliche Unfallversicherung kommt nur für Unfälle auf, die in der Schule oder anderen Betreuungseinrichtungen passiert sind. Damit dein Kind im Ernstfall trotzdem bestmöglich versorgt und gepflegt werden kann, ist es

Kinderinvaliditätsversicherung

Wenn Kinder verunglücken oder schwer erkranken, sind sie möglicherweise ein Leben lang auf Hilfe angewiesen. Eine Kinderinvaliditätsversicherung hilft dabei, zusätzliche Kosten abzufangen. Zu den anfallenden Posten gehören neben den Kosten für Pflege, Betreuung und Hilfsmittel unter Umständen ein behindertengerechter Umbau des Hauses und ein größeres Auto. Diese Posten werden nicht von der Krankenkasse übernommen.

Im Gegensatz zu einer Unfallversicherung greift die Invaliditätsversicherung nicht nur bei Unfällen, sondern auch bei Beeinträchtigungen durch Krankheiten. Der Versicherungsschutz ist bei einer dauerhaften Invalidität des Kindes also größer.

Die Kinderinvaliditätsversicherung gibt es in verschiedenen Varianten:

  • Die Versicherungssumme wird einmalig ausgezahlt.
  • Der Betrag geht als monatliche Rente an den Versicherten.
  • Eine dritte Variante kombiniert die beiden Zahlungsmöglichkeiten

Impfschutz von Anfang an

Impfungen sind wichtig, damit dein Kind nicht an gefährlichen Krankheiten erkrankt. Die Grundimmunisierung der Kinder beginnt ab dem zweiten Lebensmonat. Bereits in der Schwangerschaft ist ein ausreichender Impfschutz ratsam.

Impfungen in der Schwangerschaft

In der Schwangerschaft sollte so viel wie nötig, aber so wenig wie möglich geimpft werden. Einige Impfungen sind für Schwangere ohne Risiko durchführbar oder sogar ausdrücklich für sie empfohlen.

Falls die Schwangere noch keine Grundimmunisierung gegen Hepatitis B hat, sollte sie das nun nachholen. Sie gehört zu den empfohlenen Impfungen für Schwangere.

In der Grippezeit ist für Schwangere eine Influenza-Impfung sinnvoll. In dieser Zeit ist dein Immunsystem geschwächt und das Risiko, krank zu werden entsprechend höher. Eine Grippe verläuft dann oft schwerer als sonst und kann dazu noch Komplikationen verursachen.

Ein weiteres Plus: Der Wirkstoff ist für das Baby ungefährlich, und schützt es auch nach der Geburt weiterhin gegen Grippe-Viren.

Durchführbare Impfungen sind auch die gegen:

  • Tetanus (Wundstarrkrampf)
  • Diphtherie und
  • Pertussis (Keuchhusten).

Wenn du während der Schwangerschaft in bestimmte Länder reisen möchtest, solltest du gegebenenfalls typischen Reise-Impfungen unterziehen, etwa gegen

  • Typhus
  • Hepatitis A
  • FSME (Zecken-Enzephalitis)
  • Meningokokken C
  • Tollwut und
  • Japanische Enzephalitis.

Manche Impfungen sollten nur bei erhöhtem Risiko für eine Erkrankung oder bei sonstiger Notwendigkeit durchgeführt werden:

  • Poliomyelitis (Kinderlähmung)
  • Pneunomokken

Impfungen mit Lebendimpfstoffen sind für Schwangere grundsätzlich nicht ratsam. Die folgenden Impfungen solltest du dir daher vor der Schwangerschaft verabreichen lassen:

  • Masern
  • Mumps
  • Röteln
  • Varizellen (Windpocken)

Dazu gehören auch Reise-Impfungen gegen Gelbfieber und Cholera.

Wichtige Impfungen für Kinder

Seit es in Deutschland keine Impfpflicht mehr gibt, sind viele Eltern verunsichert, welche Impfungen tatsächlich sinnvoll sind. Impfgegner warnen vor möglichen Nebenwirkungen. Das Risiko ist allerdings sehr gering. Stattdessen gibt es viele gute Gründe, die für eine vollständige Grundimmunisierung sprechen, wie sie von Impfbefürwortern empfohlen wird.

Fakt ist: Impfungen verhindern den Ausbruch und die Verbreitung von gefährlichen Krankheiten, die nicht selten erhebliche gesundheitliche Schäden und Beeinträchtigungen verursachen oder sogar tödlich sind. Kinderkrankheiten sind nicht so harmlos, wie es ihr Name vermuten lässt. Auch wenn einige dieser Krankheiten bei uns im Grunde ausgerottet sind, ist es falsch zu glauben, dass eine Impfung nicht mehr nötig ist. Die Krankheitserreger können aus anderen Ländern eingeschleppt werden.

Wann welche Impfungen durchgeführt werden sollten, kannst du im Impfkalender des Robert-Koch-Institutes nachlesen. Grundsätzlich können Babys ab dem zweiten Monat geimpft werden. Zur Grundimmunisierung gehören:

  • Pertussis (Keuchhusten)
  • Diphtherie
  • Hepatitis B
  • Tetanus (Wundstarrkrampf)
  • Pneumokokken
  • Hib (Haemophilus influenza Typ b)
  • Poliomyelitis (Kinderlähmung)
  • Meningokokken C
  • Varizellen (Windpocken)
  • Masern
  • Mumps
  • Röteln

Manche der Impfungen werden in mehreren Teilimpfungen verabreicht. Damit bei deinem Kind nicht unnötig oft die Spritze angesetzt werden muss, gibt es sogenannte Kombinationsimpfstoffe, bei denen gleich mehrere Impfstoffe auf einmal gespritzt werden. Alle Impfungen, die das Kind bekommt, vermerkt der Arzt im Impfpass.

Verhaltensregeln für Gefahrensituationen

Wenn Kinder allein unterwegs sind, etwa auf dem Weg zur Schule, machen sich Eltern meist Sorgen. Du kannst dein Kind aber nicht rund um die Uhr beschützen. Was du aber tun kannst, ist, ihm frühzeitig beizubringen, wie es sich in gefährlichen Situationen verhalten soll.

Der Umgang mit bedrohlichen Menschen

Eltern haben große Angst davor, dass jemand Fremdes ihr Kind anspricht, es entführt und ihm etwas antut. Deshalb sollten die Kleinen früh lernen, wie sie gefährliche Situationen erkennen und sich dann richtig verhalten:

  • Nicht mit Fremden mitgehen
    Eine sehr wichtige Regel für Kinder lautet: „Geh niemals mit einem Fremden mit, wenn er dich dazu auffordert“. Dafür solltest du deinem Kind genau erklären, wer ein Fremder ist und wer nicht.
  • Auf das Bauchgefühl hören
    Kinder müssen lernen, auf ihr Bauchgefühl zu hören. Wenn sich eine Situation komisch anfühlt oder sie Angst haben, sollten sie das nicht ignorieren. Stattdessen zeigt dieses wichtige Signal, dass in der Situation etwas nicht richtig ist.
  • Laut rufen, Fremde siezen
    Um in einer Notsituation auf sich aufmerksam zu machen, soll das Kind laut rufen. Wichtig ist, dass es Fremde immer siezt. So ist für Außenstehende klar, dass es sich nicht etwa um den Papa handelt, mit dem das Kind gerade Ärger hat, sondern dass es sich in Gefahr befindet.
© fotolia.com / charnsitr
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Selbstverteidigung für Kinder

Mach deinem Kind klar, dass es sich in jedem Fall zu Wehr setzen darf und soll, wenn ihm eine Situation mit einer anderen Person nicht geheuer ist. Vermittle ihm deutlich, dass es schreien, schlagen, spucken, treten und kratzen darf, wenn ihm ein Fremder wehtut. Sag deinem Kind auch, dass es unhöflich sein darf und nichts von anderen annehmen oder jemandem helfen muss, wenn es dabei ein ungutes Gefühl hat.

In diesem Zusammenhang müssen Kinder auch lernen, dass niemand das Recht hat, ihre persönlichen Grenzen zu überschreiten. Dazu gehört, dass sie sich von keinem Fremden anfassen lassen müssen und sich dagegen wehren dürfen. Manchmal reicht schon ein deutliches „Nein“ aus, um den Übeltäter zu verwirren.

Wichtig ist, dass das Kind selbstbewusst auftritt. Vielen Kindern fällt das schwer. In speziellen Selbstverteidigungskursen können sie lernen, sich zu behaupten und sich in Notsituationen zu verteidigen.

Gefahrensituationen mit dem richtigen Verhalten meiden

Damit es gar nicht erst soweit kommt, solltest du dein Kind frühzeitig für den Ernstfall sensibilisieren:

  • Mama Bescheid sagen
    Mach deinem Kind bewusst, dass es dir immer erst Bescheid sagen muss, bevor es sich zum Spielplatz aufmacht oder im Supermarkt zur Zeitschriftenabteilung geht. Beginne schon in harmlosen Situationen damit, deinem Kind diese Regel einzuschärfen. Umgekehrt soll auch dein Kind immer wissen, wo es dich finden oder erreichen kann.
  • Ein Passwort vereinbaren
    Vereinbare mit deinem Kind ein Passwort, das nur derjenige kennen kann, der es von der Schule oder vom Training abholen soll. Wenn jemand Fremdes dein Kind abholen möchte, soll es erst nach dem Passwort fragen und nur mitgehen, wenn das Passwort stimmt. Wichtig: Dein Kind darf das Codewort mit niemandem teilen.
  • Weg von der Autotür
    Kinder sollen sich generell von fremden Autos fernhalten und nie an die Autotür herantreten, wenn ein fremdes Auto direkt vor ihnen hält. Besser ist es, sich in der Nähe des Seitenspiegels aufzuhalten, damit die Tür im Notfall als Schutz zwischen dem Kind und dem Fahrer steht.