Von der Geburt zum Teenager: Meilensteine in der Entwicklung deines Kindes

Von der Geburt zum Teenager: Meilensteine in der Entwicklung deines Kindes

Der erste selbständige Schritt, das erste Wort, der erste Zahn – gerade in der frühen Kindheit verläuft die Entwicklung deines Kindes so rasant, dass du ihr manchmal fast nicht folgen kannst. Die Zeit zwischen der Geburt und dem ersten Schultag ist geprägt von vielen aufregenden Premieren. Nicht immer erfreulich, aber immer aufregend. Und bis zum Teenageralter warten noch eine Menge weitere Premieren auf dich dein Kind. Freut euch darauf!

Aufregende Zeiten: Bis zum Erreichen des Teenageralters warten auf dich und dein Kind viele Meilensteine. ©Fotolia / Vectorfusionart

Alles im Werden

So wie man redensartlich dem Gras beim Wachsen zusehen kann, ist es im Grunde genommen auch um dein Kind bestellt: Kleinkinder entwickeln sich in einem atemberaubenden Tempo in allen Bereichen. Jeden Tag gibt es etwas Neues zu lernen, zu entdecken, auszuprobieren, jeden Tag wird der weitgehend hilflose Säugling zu einem selbständigen Wesen.

Dein Kind wird das alles auf seine ganze eigene Art und Weise tun, in seinem ganz eigenen Tempo. Deswegen sind Übersichtsdarstellungen über die Entwicklungsschritte (selbst die kindlichen Entwicklungsstufen nach Piaget) und wann sie durchlaufen werden sollten, nur bedingt eine Hilfe – Abweichungen sind nicht nur möglich, sondern ganz natürlich. Als Orientierung darüber, wie die Entwicklung deines Kindes aber ganz allgemein abläuft, und Lieferant wichtiger Anhaltspunkte sind sie trotzdem wertvoll: Damit kannst du besser einschätzen, was zu welchem Zeitpunkt für dein Kind wesentlich ist, welche besonderen Bedürfnisse es jetzt hat, wie du darauf reagieren kannst.

Neugierde und Anregung – die wichtigsten Entwicklungsfaktoren

Du solltest trotzdem immer im Hinterkopf behalten, dass sich dein Kind weitestgehend aus eigenem Antrieb entwickelt. Das ist einer von zwei grundlegenden Faktoren:

  • Die persönliche Anlage ist sozusagen der integrierte Antreiber, um neue Fähigkeiten zu entdecken, auszuprobieren und sie sich dadurch anzueignen. Hierbei spielt die angeborene Neugier eine große Rolle. Dazu gehört aber auch die „biologische Reifung“, also die rein körperliche Entwicklung von Körper und Organen.
  • Der andere Faktor ist die Umwelt deines Kindes, mit allen Anregungen, die es darin findet und aus denen es seine Erfahrungen ziehen kann. Wichtig ist hier, dass du darauf achtest, deinem Kind altersgemäße Anregungen zu bieten.
Alles ist spannend, alles muss erkundet werden: Angeborene Neugierde und die Reize aus der Umwelt bestimmen die kindliche Weiterentwicklung. ©Fotolia/Kzenon

Sei dabei nicht enttäuscht, wenn nicht alles angenommen wird. Was dein Kind gerade beschäftigt oder eher uninteressant ist, hängt von verschiedenen Dingen ab und kann sich schnell wieder ändern. Du solltest aber nicht auf etwas hindrängen, sondern deinem Kind Zeit geben, seine eigenen Interessen zu entwickeln. Die Fortschritte in der Entwicklung stellen sich früh genug ein.

Bewegen, Denken, Fühlen – Entwicklungsbereiche während der Kindheit

Das gilt besonders für die motorische Entwicklung, denn Kriechen, Sitzen, Aufstehen und später gehen bringt sich dein Kind alleine bei – wenn die Zeit dafür gekommen ist. Dabei braucht es kein großes Dazutun von deiner Seite, selbst wenn bestimmte Zwischenstufen langsamer erreicht werden sollten. Die Beweglichkeit erarbeiten sich Kinder in ganz unterschiedlicher Weise und Geschwindigkeit, wobei jedes Eingreifen von Elternseite den natürlichen Prozess mehr stört als fördert. Deine Hilfe ist vielmehr an anderer Stelle erwünscht, etwa bei den übrigen Entwicklungsbereichen:

  • Bei der geistigen, kognitiven Entwicklung kannst du die vorhandene Neugier beispielsweise durch angemessenes Spielzeug unterstützen. Für die Entwicklung räumlicher Vorstellungen sind zum Beispiel Behältnisse jedweder Art geeignet, die sich hervorragend stapeln oder ineinander stellen lassen. Spielzeuge helfen auch dabei, alltägliche Beobachtungen nachzuspielen.

Die kognitive Entwicklung ist vielschichtig, sie geht außerdem mit der sprachlichen einher, d.h. die Fähigkeit, sich auszudrücken hängt eng zusammen mit der Einordnung gemachter Erfahrungen. Das alles sind wichtige Schritte, um Selbstwahrnehmung, Gedächtnis und das Denken im Allgemeinen zu entwickeln.

  • In der sozialen Entwicklung spielt natürlich dein Vorbild für das zwischenmenschliche Miteinander eine enorm wichtige Rolle, aber fast genauso wichtig ist das Zusammensein mit anderen Kindern. Das ist in den ersten Jahren nicht unbedingt schon ein Miteinander im Sinne gemeinsamer Aktivitäten, aber auch die Beobachtung hilft schon, von der sich entwickelnden Ich-Bezogenheit zu einem Interesse an anderen und damit dem „Wir“ zu gelangen.

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Du kannst dabei helfen, möglichst häufig Gelegenheiten zur Kontaktaufnahme zu bieten, und erinnerst bei Gelegenheit an die Regeln, die das harmonische Miteinander braucht. Vor allem solltest du dein Kind loben, wenn es sich anderen gegenüber rücksichtsvoll verhält.

Das Erlernen von sozialen und emotionalen Fähigkeiten vollziehen sich am besten im Miteinander, zum Beispiel mit anderen Kindern. ©Fotolia / very_ulissa
  • Das tägliche Miteinander ist auch die Grundlage für die emotionale Entwicklung. Dein Kind wird zwar schon während der ersten Lebensmonate einige Gefühle zum Ausdruck bringen können, aber zum weiteren Entwicklungsprozess gehört außerdem das Bewusstsein für die eigenen Gefühle, die Fähigkeit, diese durch Mimik und Sprache auszudrücken, mit Gefühlen umzugehen und die Gefühlsausdrücke anderer erkennen und verstehen zu können. Das bedeutet für dich nicht immer nur Freude, denn du für deinen Teil wirst lernen müssen, die richtigen Antworten für die Ängste deines Kindes zu finden oder die notwendige Geduld, wenn die Trotzphase ansteht.

Neben diesen ohne Zweifel wichtigen Bereichen gibt es selbstverständlich auch noch weitere, die an dieser Stelle aber nur noch genannt sein sollen: Die Entwicklung von Seh- und Hörvermögen ist zum Beispiel eine wichtige Grundlage, um die Umwelt überhaupt wahrzunehmen und sich in ihr zu bewegen. Die Bedeutung der Sprachentwicklung wurde ja schon angesprochen, sie hilft dabei, die Umwelt zu ordnen und eigene Empfindungen und Gedanken besser mitteilen zu können. Ebenfalls wichtig für das kindliche Selbstverständnis ist die Sexualentwicklung, bei der es vor allem um die Erfahrung und Erkenntnis geht, ein Junge oder ein Mädchen zu sein.

Meilensteine für dich und dein Kind

Entlang dieser Entwicklung wirst du gemeinsam mit deinem Kind einige aufregende, bewegende, lustige, manchmal vielleicht auch frustrierende Meilensteine erleben. Ganz gleich, wie du sie in dem Moment empfinden wirst, wenn sie sich ereignen, so sind sie doch immer prägend und werden dir ohne jeden Zweifel stets im Gedächtnis bleiben. Deinem Kind wird die Bedeutung dieser Meilensteine mit allergrößter Wahrscheinlichkeit gar nicht bewusst sein – aber das ändert nichts daran, dass sie wichtige Stationen auf dem Weg seiner Entwicklung darstellen.

Diese Meilensteine werdet ihr erleben:

  • Der erste Schrei: „Hallo, ich bin da!“, kaum anders wird sich der erste Schrei deines Kindes unmittelbar nach der Geburt für dich anhören. So magisch und herzzerreißend schön dieser Moment auch ist, er bringt auch einen ersten Ausblick darauf, was dich in den kommenden Monaten erwarten wird. Unvergesslich bleibt dieser erste Schrei im Leben aber trotzdem.
  • Das erste Lächeln: Nicht lange nach der Geburt belohnt dich dein Kind für die überstandenen Strapazen mit einem ersten Lächeln. Dass es aus einem Reflex heraus passieren wird und eher zufällig ist – ganz egal, denn diesen Augenblick wirst du am liebsten genauso einfrieren wollen. Die gute Nachricht: Bereits ab der vierten Lebenswoche lächelt dein Kind mehr und mehr, auch weil es dich immer besser erkennt und so auf dich reagiert.
Das erste Lächeln ist bezaubernd, aber noch ein reiner Reflex – aber schon bald ist eine echte Reaktion auf dich. ©Fotolia/candy1812
  • Das erste Bad: Sobald der Nabel deines Kindes vollständig abgeheilt ist, kannst du es zum ersten Mal baden. Dein Kind dürfte sich dabei zwar an die Zeit vor seiner Geburt erinnert fühlen (in deinem Bauch hat es schließlich unter ganz ähnlichen Bedingungen die vergangenen neun Monate verbracht), aber andererseits ist dies auch ein Moment, der für eine engere Bindung zwischen euch beiden sorgt.
  • Die erste Drehung: Mit vier bis fünf Monaten ist dein Kind soweit, dass es sich aus eigener Kraft drehen kann – der erste „Schritt“ in Richtung Selbständigkeit, wenn man so will, denn damit ist auch der Grundstein für erste Fortbewegungsversuche per Krabbeln gelegt.
  • Die erste Beikost: Ein Meilenstein, der in gewisser Hinsicht für gemischte Gefühle sorgen könnte – einerseits ist die erste Mahlzeit neben der Muttermilch natürlich schon aufregend und aufgrund der fehlenden Erfahrung deines Kindes überaus putzig. Andererseits ist putzen das richtige Stichwort, denn ohne Kleckerei wird es beim ersten Mal wohl nicht gehen – und die Male danach auch nicht, falls das ein Trost ist.

Das zweite halbe Jahr (Monate 7 bis 12)

Das passiert alles:

Es kommt (noch mehr) Bewegung in euer Leben, nicht nur wegen des immer größer werdenden Bewegungsdrangs, der mehr und mehr in den Mittelpunkt der tagtäglichen Aktivität gerät – es wird gekrabbelt, was das Zeug hält. Außerdem ändert sich die Wahrnehmung deines Kindes. Sein Sehvermögen erlaubt es ihm jetzt, zwischen bekannten und fremden Personen zu unterscheiden, was unter anderem dazu führt, dass es nicht gerne von dir getrennt wird. Darüber hinaus ist ab jetzt ist vor allem Nachahmen angesagt und das in jeder Hinsicht.

Diese Meilensteine werdet ihr erleben:

  • Der erste Zahn: Für dich ein Highlight, für dein Kind ein oftmals eher unangenehmer Meilenstein. Denn so wichtig die ersten Zähne auch sind, so schmerzhaft kann es sein, wenn diese durchbrechen. Immerhin: Ist diese Phase überstanden, warten viele weitere erste Male mit interessanten neuen Lebensmitteln, an denen die neuen Zähne getestet werden können.
Etwas tut sich im Mund und es ist nicht so richtig angenehm – andererseits eröffnen die ersten Zähne ganz neue Möglichkeiten beim Essen. ©Fotolia/candy1812
  • Das erste Krabbeln: Zwischen dem sechsten und zehnten Lebensmonat geht dein Kind langsam, aber sicher auf Erkundungstour. Wobei „gehen“ vorläufig zu viel gesagt ist, aber Krabbeln ist auf jeden Fall schon im Bereich des Möglichen. Der Übergang zwischen Herumrutschen, Robben und der Fortbewegung auf allen Vieren ist allerdings fließend.

Es besteht also die Gefahr, dass du diese Premiere verpasst. Was womöglich daran liegt, dass du zu beschäftigt damit sein wirst, deinem Kind überhaupt noch hinterher zu kommen, während du versuchst, alle Gefahrenquellen in seiner Umgebung von ihm fernzuhalten. Ein ebenso anstrengender wie aufregender Meilenstein, für alle.

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  • Die ersten Schritte: Noch aufregender wird es, sobald deinem Kind die ersten Schritte gelingen. Damit steht dein Kind wortwörtlich mit beiden Beinen im Leben, auch wenn das zu Beginn mit dem einen oder anderen Wackler und Plumpsen auf den Allerwertesten verbunden ist. Gut für dein Kind: Ihm steht die Welt jetzt offen, sofern ihm keine geschlossenen Türen in den Weg geraten. Schlecht für dich: Von dir wird noch mehr Aufmerksamkeit gefordert, denn mehr Mobilität bedeutet auch mehr Gefahr. Gelegentliche Abstürze gehören aber zum Lernprozess dazu und dürften mit etwas Trost schnell vergessen sein.
Auf eigenen Füßen lässt sich die Welt noch sehr viel besser erkunden. Das bedeutet mehr Aufregung für dein Kind – und ganz sicher auch für dich. ©Fotolia/Andy Dean
  • Das erste Wort: „Mama“ oder „Papa“? Oder vielleicht doch etwas ganz anderes? Ganz gleich, wie das erste verständliche Wort von deinem Kind lauten wird, du wirst es ganz sicher für immer im Gedächtnis behalten. Von einzelnen Silben bis zu ersten, wenn auch sehr kurzen Sätzen ist es dann nicht mehr weit.
  • Das erste Mal durchschlafen: Hierzu braucht es allerdings etwas Geduld, selbst mit 12 Monaten wäre dein Kind noch ziemlich früh dran mit einer durchgeschlafenen Nacht. Bis dahin ist also noch ein wenig Geduld gefragt. Vor allem, weil diese Premiere nicht unbedingt Aussagekraft für die folgenden Nächte hat – genieße also den Moment, aber gewöhne ich dich nicht zu schnell an die Ruhe.
  • Der erste Geburtstag: Ein turbulentes erstes Jahr geht zu Ende und das alleine ist eigentlich schon ausreichend Grund zum Feiern. Tatsächlich wird der Trubel um Kerze 1 auf dem Geburtstagskuchen in erster Linie von dir wahrgenommen, deinem Kind fehlt hierfür noch jedes Verständnis. Das zeigt sich unter Umständen schon daran, dass das Rascheln des Geschenkpapiers deutlich interessanter ist, als die liebevollen und wohlüberlegten Geschenke. Trotzdem eine Premiere, die unbedingt nach einer Feier verlangt.

Die Kindergartenzeit (Jahre 2 bis 5)

Das passiert alles:

Die Aufregung wird immer größer, weil es auch die Selbständigkeit deines Kindes wird. Die Motorik ist jetzt so weit entwickelt, dass es weitgehend ohne Hilfestellung seine Umgebung erkunden kann. Alle Grundlagen sind vorhanden oder zumindest in ihrer Entwicklung weit genug fortgeschritten, um sich langsam aber sicher dem Ernst des Lebens zum ersten Mal zu stellen.

Denn die Phase zwischen zwei und fünf Jahren bringt mit dem Besuch des Kindergartens einen enorm wichtigen Schritt für dein Kind. Das heißt, ab jetzt stehen große Fortschritte bei der Entwicklung des Sozialverhaltens, es werden erste Freundschaften geknüpft, die für den Anfang vermutlich nicht von Dauer, bis zum Wechsel in die Schule aber immer enger sein werden. Außerdem lernt dein Kind jetzt grundlegende Fähigkeiten, unternimmt erste Schreibversuche und erweitert seinen Wortschatz in rasantem Tempo.

Vor allem aus Elternsicht ist der Gang aufs Töpfchen oft heiß ersehnt. Ganz ohne Windeln wird es aber trotzdem am Anfang noch nicht gehen. ©Fotolia/narstudio

Diese Meilensteine werdet ihr erleben:

  • Der erste Gang aufs Töpfchen: Etwa im Verlauf des dritten Lebensjahres steht der Übergang von der Windel aufs Töpfchen an. Ein Meilenstein ist das insofern, weil dein Kind damit in einem eher heiklen Bereich lernt, seine Körperfunktionen zu kontrollieren. Abgesehen davon ist es eine ziemliche Erleichterung, nicht immer und überall Windeln griffbereit haben zu müssen – obwohl das vorläufig noch die sicherere Variante ist, denn ein gelegentliches Malheur lässt sich trotz allem nicht ausschließen.
  • Das erste „Warum?“: Je besser dein Kind seine Umwelt wahrnehmen und einordnen kann, desto mehr ist ihm daran gelegen, die Hintergründe zu verstehen. Willkommen in der Warum-Phase, die dir ohne Zweifel einige schwierige Fragen bescheren wird. Gleichzeitig ist es für dich aber die Chance, selber noch etwas dazuzulernen.
  • Der erste Widerstand: Zugegeben, dein Kind wird schon deutlich früher lernen, wozu das Wort „nein“ gut sein kann. Im Vergleich mit dem, was dir möglicherweise während der Trotzphase deines Kindes blüht, sind die bisherigen Verweigerungen der reinste Spaziergang gewesen. Bei allen bevorstehenden Wutanfällen und Ausrastern solltest du aber bedenken, dass sie tatsächlich zu einer Phase gehören, die für dein Kind genauso schwierig ist, wie für dich: Es geht darum, ein Bewusstsein für sich selbst zu entwickeln, den eigenen Willen auszudrücken und zu verteidigen und darum, einen Platz im Leben zu finden. Das kann selbst für Erwachsene manchmal anstrengend sein.
Mit dem ersten Tag in der Kita beginnt für dein Kind und dich eine völlig neue Lebenssituation. ©Fotolia/oksix
  • Der erste Kita-Tag: Ein wichtiger Meilenstein, der ein großes Abenteuer markiert. Und gleichzeitig eine große Bewährungsprobe für alle, denn in gewisser Weise ist der Eintritt in die Kita so etwas wie der Beginn des Abnabelungsprozesses von den Eltern. Das ist einer der Gründe dafür, warum es vielen Müttern und Vätern schwerfällt, ihre Kleinen in der Obhut der Erzieherinnen und Erzieher zu lassen.

Für dein Kind wird es dadurch allerdings nicht leichter, also solltest du im Zweifelsfall die bevorstehende Eingewöhnungsphase ebenfalls dazu nutzen, dich mit dem Gedanken abzufinden, dass du nun nicht mehr den ganzen Tag von deinem Kleinen umgeben bist. So schafft ihr beide den Schritt hin zum „Groß werden“.

Die Schulzeit (Jahre 6 bis 11)

Das passiert alles:

Nach dem Kindergarten steht der nächste große Schritt an: Die Schulzeit beginnt für dein Kind und ab jetzt wird es sich daran gewöhnen müssen, dass es im Leben auch Pflichten gibt. Das hilft ihm aber gleichzeitig dabei, noch eigenständiger zu werden. Beim morgendlichen Anziehritual wirst du schon nicht mehr benötigt und in der Freizeit werden Gleichaltrige die bevorzugten Spielpartner. Mädchen fangen außerdem zum Ende dieser Phase an, zu pubertieren. Es stehen also auch körperliche Veränderungen an, die ebenfalls bewältigt werden wollen.

Diese Meilensteine werdet ihr erleben:

  • Der erste verlorene Milchzahn: Ungefähr ab dem sechsten Lebensjahr, manchmal auch früher oder deutlich später, setzt bei deinem Kind der Zahnwechsel ein. Die Milchzähne haben ihren Dienst getan und verabschieden sich nach und nach, wobei ihnen die faszinierte Aufmerksamkeit deines Kindes gewiss sein dürfte. Der erste verlorene Zahn ist schließlich ein deutlich sichtbares Zeichen dafür, in absehbarer Zeit bei den „Großen“ mitmischen zu dürfen und den Kindergarten hinter sich zu lassen.
Ein Tag zwischen Stolz und Aufregung: Die Einschulung ist ein großer Meilenstein für dein Kind und der Beginn eines neuen Lebensabschnitts. ©Fotolia/Stephan
  • Der erste Schultag: Einer der aufregendsten Meilensteine überhaupt, dem du und dein Kind mit Sicherheit in gleicher Weise entgegenfiebern werdet. Entsprechend aufregend ist schon das Aussuchen des Schulranzens. Achte hierbei darauf, dass trotz der Vorlieben deines Kindes (Lieblingsfarbe, Lieblingsserie, Lieblingsmotiv etc.) auch Gewicht, Ergonomie und die Verkehrssicherheit stimmen. Wenn sich dein Schützling am ersten Schultag wegen eines drückenden Ranzens nicht wohl fühlt, nutzt selbst die tollste Optik nicht viel.

Da der Wechsel von der Kita in die Schule ohnehin eine große Umstellung bedeutet, ist es umso wichtiger, dass sich dein Kind in den Belangen wohl fühlst, die du beeinflussen kannst – so trägst du zum Gelingen des ersten Schultags bei und sorgst darüber hinaus dafür, dass sich dein Sprössling generell schnell an den neuen Alltag mit den vielen neuen Aufgaben und Herausforderungen gewöhnt.

Das sind eine Menge Meilensteine, die ihr zwischen Geburt und erstem Schultag erleben werdet. Dabei sind hier nur die allerwichtigsten genannt. Wichtige Ereignisse wie die erste Übernachtung ohne die Eltern oder die ersten Erfolge im Sport, die ersten Meter mit dem eigenen Fahrrad zählen ohne Zweifel ebenso dazu – und nach der Einschulung warten noch viele weitere Meilensteine nur darauf, erreicht zu werden.

Kein Ende in Sicht

Wer braucht schon Eltern? Im Teenageralter werden andere Dinge immer wichtiger für dein Kind. Zum Beispiel ein eigenes Leben. ©Fotolia/Syda Productions

Mit der Pubertät stehen schließlich noch einmal gravierende Veränderungen an, nicht nur körperlicher Art, sondern auch hinsichtlich der Identitätsfindung. Wie schon während der Trotzphase stehen euch also weitere Reibereien ins Haus, der Abnabelungsprozess ist in vollem Gange. Deswegen werden Gleichaltrige im Leben deines Kindes immer wichtiger, was nicht nur, aber auch, mit dem erwachenden sexuellen Interesse zu tun hat. Trotzdem wirst du weiterhin eine zentrale Rolle im Leben des jungen Erwachsenen spielen, der bis vor kurzem noch dein Kind war.

Vom Schulabschluss über den Führerschein bis zum Erreichen der Volljährigkeit werdet ihr außerdem noch genug Meilensteine gemeinsam erleben, ganz gleich, wie ausgeprägt die Selbständigkeit inzwischen geworden ist. Und ist es nicht am Ende sogar der größte Meilenstein überhaupt, wenn das Kind sich im Laufe der Zeit zu einem eigenständigen, selbstbewussten Menschen entwickelt hat?