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Was ist Ramadan? Erklärung für Kinder

Kind und Eltern greifen nach Dattel
Was ist eigentlich Ramadan? Kindgerechte Antworten zur Fastenzeit.
© Bigstock / Rawpixel

Was ist Ramadan und warum essen Karims Eltern nichts? Gar nicht so leicht, wenn du selbst die Antworten nicht kennst. Wir haben mit Mama und Muslima Bettina Mehic gesprochen: So kannst du deinen Kindern Ramadan erklären.

Ramadan: Erklärung für Kinder

Nicht immer haben wir gleich die richtigen Antworten für alle Fragen, die uns unsere Kinder stellen. Gerade wenn es um das Thema Religion geht, ist es wichtig, dass Kinder einfache Antworten bekommen, die nicht noch mehr verwirren. Hier findest du die wichtigsten Kinderfragen zum Ramadan und Zuckerfest.

: Unsere Expertin

Bettina Mehic ist Lehrerin und Mama von drei Kindern. Außerdem ist sie gläubige Muslima und die Antidiskrimnierungs-Beauftragte im Münchner Forum für Islam.

Was ist Ramadan: kindgerechte Erklärung

Ramadan ist ein besonderer Monat im Mondjahr. Im islamischen Kalender richtet sich das Jahr nach dem Mond und ist einige Tage kürzer. Deshalb beginnt Ramadan in jedem Jahr zu einem anderen Datum.

Was darf man an Ramadan nicht?

Im Koran, dem wichtigsten Buch des Islams steht geschrieben, dass Muslime in diesem Monat fasten sollen. Das bedeutet, dass sie von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang nichts essen oder trinken. Genauso wichtig ist es auch, dass die Menschen in diesem Monat ganz besonders nett zueinander sind. Streit und Schimpfwörter sind während des Ramadans daher tabu.

“Es gibt das Sprichwort: ‘Die Zunge fastet mit’, das ist ein ganz gutes Bild.” – sagt Bettina im Interview.

Stattdessen sollen sich Gläubige in dieser Zeit darauf konzentrieren, was wirklich wichtig ist und wie sie anderen, denen es vielleicht nicht so gut geht, helfen können.

Ramadan für Kinder erklärt: Wer fastet & warum?

Fasten müssen nur Erwachsene, die gesund sind. Das bedeutet: Wenn die Eltern während des Ramadans krank werden, weil sie zum Beispiel mit einer Grippe im Bett liegen, dann müssen sie an diesen Tagen nicht auf Essen und Trinken verzichten. Auch Frauen, die schwanger sind oder ein Baby stillen, fasten nicht im Ramadan.

Kinder brauchen ihre ganze Kraft zum Wachsen und müssen deshalb auch nicht fasten. Viele entscheiden sich aber dazu, während dieses Monats auf eine Sache zu verzichten, die sie sehr gerne mögen: zum Beispiel auf Süßigkeiten.

Daher gibt es in einigen Familien auch Ramadan-Kalender für die Kinder. Wie bei einem Adventskalender steckt hinter jedem Türchen zum Beispiel ein Stück Schokolade, das die Kinder nach dem Sonnenuntergang essen dürfen.

Warum fasten Muslime?

Das Fasten im Ramadan gehört fest zum Glauben der Muslime. Die Fastenzeit, das Glaubensbekenntnis, das Gebet, Spenden und die Pilgerfahrt nach Mekka sind die Grundsteine des Glaubens. Sie werden als fünf Säulen des Islam bezeichnet.

Das Fasten soll den Menschen dabei helfen, sich ganz auf Gott zu konzentrieren und über ihr Verhalten nachzudenken.

„Ramadan soll auch den Charakter formen. Es geht nicht nur darum, nicht zu essen und zu trinken, sondern sich weiterzuentwickeln. Dazu gehört auch gute Taten zu tun. Deshalb haben wir bei uns die Praxis jeden Tag für sich zu reflektieren: Was habe ich heute Gutes getan?“ – erklärt Bettina.

Iftar & Zuckerfest: So wird das Fasten gebrochen

In der Zeit vom Sonnenaufgang bis es abends dunkel ist, wird während des Ramadan gefastet. Anschließend bricht die Familie gemeinsam das Fasten.

Bei Bettina versammelt sich die Familie dafür kurz vor dem Fastenbrechen im Wohnzimmer und alle beten noch einmal still für sich. Anschließend wird gemeinsam mit einer Dattel und einem Glas Wasser oder Milch das Fasten gebrochen. Danach wird noch einmal laut zusammen gebetet. Dann ist es Zeit für ein großes Essen mit der Familie. Das heißt Iftar.

: Tipps von Pfarrerin Natalie Wilcke

Was ist das Zuckerfest?

Nach dem Fastenmonat wartet ein großes Fest, das drei Tage andauert. Das Fest des Fastenbrechens. Oft wird es auch Zuckerfest genannt, weil so viele Süßigkeiten verschenkt werden. Am Morgen des ersten Tages wird in der Moschee gemeinsam gebetet. Danach wird das erste Mal seit Beginn der Fastenzeit nach dem Sonnenaufgang gefrühstückt.

Die Menschen wünschen sich gegenseitig ein frohes Fest oder auf Arabisch: Eid Mubarak.

Dann ist es Zeit für Besuche bei Familie und Freunden. Es wird gemeinsam gegessen und natürlich gibt es viel zu Naschen. In vielen Familien bekommen Kinder zum Ende des Ramadan auch Geschenke.

Kindern Ramadan erklären: Buchempfehlungen

Wenn du deinen Kindern noch genauer erklären möchtest, was der Fastenmonat im muslimischen Glauben bedeutet, sind Kinderbücher eine gute Möglichkeit. Wir empfehlen diese Bücher für eine interreligiöse Erziehung:

  • Leyla und Linda feiern Ramadan: In der kurzen Geschichte macht Linda Urlaub bei ihrer Freundin Leyla und lernt die Traditionen des Ramadans und die Feier in Leylas Familie kennen. Pädagogische Begleitmaterialien gibt es zu jedem Kauf gratis dazu. Lesealter: 5 – 8 Jahre.
  • Betül und Nele erleben den Ramadan: Anhand von Bilderkarten wird die Geschichte von Betül und Nele erzählt. Betül erzählt ihrer Freundin alles, was sie über den Ramadan weiß, und lädt Neles Familie zum Iftar ein. Lesealter: 4 – 7 Jahre.
  • Kinder feiern Ramadan: Hierbei handelt es sich um ein interreligöses Praxisbuch für den Kindergarten und ist voll von Ideen, wie Ramadan kindgerecht erklärt und vermittelt werden kann. Neben Geschichten finden sich auch Bastel- und Spiele-Ideen. Alter: 3 – 6 Jahre.

FAQ- Kinderfragen zum Ramadan

Wann ist Ramadan 2022?

Wie lange ist Ramadan?

Wieso fasten Muslime?

Wie läuft das Fasten ab?

Was ist das Zuckerfest einfach erklärt?

Was wünscht man zum Zuckerfest?

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