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Wie groß wird mein Kind?

Viele Eltern stellen sich die Frage: Wie groß wird mein Kind? Wir beantworten die wichtigsten Fragen zum Wachstum deines Kindes: Wächst mein Kind normal? Das kannst du in der Wachstumskurve ablesen.

Hier findest du eine Formel, mit der du berechnen kannst, wie groß dein Kind als Erwachsener wahrscheinlich wird. Außerdem: So misst der Arzt das Knochenalter deines Kindes.

Wie groß wird mein Kind? Erfahre, wie du die Größe deines Kindes berechnest.
Wie groß wird mein Kind? Erfahre, wie du die Größe deines Kindes berechnest.
© Twenty20/ smgu3

Formel: Wie groß wird mein Kind?

Die WHO hat eine Formel entwickelt, anhand  Eltern die Frage „Wie groß wird mein Kind?“ schon vor der Geburt beantworten können.

Körpergröße berechnen bei Mädchen:

(Körperlänge der Mutter (cm) + Körperlänge des Vaters (cm)) x 0,5 – 6 cm

Körpergröße berechnen bei Jungen:

(Körperlänge der Mutter (cm) + Körperlänge des Vaters (cm)) x 0,5 + 6 cm

Beispiel: Die Mutter ist 1.68 Meter, der Vater 1.85 Meter.

  • Mädchen: (168 + 185) x 0,5 – 6 = 170,5 cm. Die Tochter dieses Paares würde also wahrscheinlich 1.71 Meter groß werden.
  • Junge: (168 + 185) x 0,5 + 6 = 182,5 cm. Der Sohn dieses Paare würde etwa 1.83 Meter groß werden

Tipp: Mit dieser Formel können auch Kinder und Jugendliche die Frage beantworten: „Wie groß werde ich?“

Aber die Genetik wäre nicht was sie ist, wenn sie nicht auch unberechenbar wäre. Diese Formel ist nur eine Schätzung und es kann durchaus sein, dass das Kind beiden Eltern deutlich über den Kopf wächst. Auch die Ernährung und Gesundheit eures Kindes beeinflussen seine Körpergröße.

Bei Extremfrühchen kann allerdings das Größenwachstum beeinträchtigt sein. Ebenso gibt es auch Hormonstörungen die beispielsweise zu Kleinwuchs führen.

Die Frage „Wie groß wird mein Kind?“ ist also eigentlich gar nicht so wichtig – viel wichtiger: Wächst mein Kind genug. Darüber kann dir die Wachstumskurve Auskunft geben.

 

Die Wachstumskurve – wächst mein Kind genug?

Die sogenannte Perzentilenkurve der Weltgesundheitsorganisation (WHO) bietet nicht nur Orientierung zur Frage: „Wie groß wird mein Kind?“, sondern gibt auch Durchschnittswerte zum Verlauf von Gewicht, Länge und Kopfumfang deines Kindes. Die Werte orientieren sich am normalen Gewichtsverlauf gestillter Kinder. Hier kannst du die Tabellen einsehen.

Bei jeder Vorsorgeuntersuchung werden Größe, das Gewicht des Babys und Kopfumfang deines Kindes in die Perzentilenkurve im Vorsorgeheft eingetragen. Egal ob leicht oder schwer, groß oder klein – dein Kind sollte bei dieser Kurve im ersten Jahr einer Tendenz folgen, die möglichst parallel zur Normallinie (50 Prozent) verläuft.

Bei einer dramatischen Veränderung – also einem Abknicken der Kurve, solltest du aufmerksam werden. War dein Kind zuerst recht schwer und ist dann sehr leicht, dann ist das ein Signal für deinen Kinderarzt, die Entwicklung deines Kindes eingehender zu betrachten.

Wenn dein Kind klein und leicht ist, wird es sich zwischen drei und 50 Prozent in der Kurve ansiedeln. Ist es eher groß und schwer, befindet sich seine Kurve zwischen 50 und 97 Prozent. Übrigens: Wachstumsstörungen zeichnen sich meist nach dem 2. bis 4. Lebensjahr ab.

Mein Kind ist sehr klein – sollte ich mir Sorgen machen?

Wenn dein Kind deutlich unter der Mittellinie der Wachstumstabelle für die Größe liegt, wäre es naheliegend, das Kind öfter zu füttern. Dies ist jedoch nicht sinnvoll: So lange dein Kind gleichmäßig wächst und an Gewicht zunimmt, geht es ihm gut. Es gibt bei der Größe nämlich auch ethnische Unterschiede, so sind asiatische Kinder beispielsweise eher kleiner als europäische oder nordamerikanische. Auch der eigene familiäre, genetische Hintergrund spielt eine Rolle.

Im Video siehst du einige Anzeichen dafür, dass dein Kind eventuell zu klein ist:

Ist dein Kind zu klein? So findest du es heraus

Bei Unsicherheiten zur Größe und zum Wachstum deines Kindes, kannst du dich auch immer an deinen Kinderarzt wenden.

Geburtsgröße berechnen: Wie groß wird mein Kind bei der Geburt?

Termingerecht geborene Babys wiegen bei der Geburt meist zwischen 2.500 Gramm und 4.250 Gramm, der deutsche Durchschnitt liegt bei 3.500 Gramm. Die Geburtsgröße liegt meist zwischen 46 Zentimetern und 56 Zentimetern, der Durchschnitt beträgt 51 Zentimetern.

Ob ein Baby bei der Geburt groß oder klein, leicht oder schwer ist, hängt weniger von den Genen ab, als die meisten Eltern annehmen. Tatsächlich spielt die Gesundheit der Plazenta eine wesentliche Rolle. Ist sie gut intakt und leistungsfähig, so wird das Baby im Bauch ausreichend ernährt und kann sich entsprechend gut entwickeln. Ist die Plazenta hingegen schlecht durchblutet (zum
Beispiel weil die Schwangere raucht), kann sie das Baby weniger gut versorgen – das Baby ist kleiner.

Für eine gesunde Plazenta und eine gute Versorgung des Babys solltest du in deiner Schwangerschaft daher auf eine gesunde Ernährung und auf eine gesunde, tiefe Atmung achten.

Eine Plazentainsuffizienz kommt besonders bei Gestose, Mehrlingsschwangerschaften, schlecht ernährten oder untergewichtigen Müttern, rauchenden Müttern und bei Infektionen vor. Der Arzt erkennt solche Veränderungen meist an den Untersuchungsergebnissen bei den Vorsorgeuntersuchungen. Stelle also sicher, dass du diese Termine immer wahrnimmst.

 

Großes Baby, großer Erwachsener?

„Nach sechs Monaten sollte ein Baby sein Geburtsgewicht verdoppelt haben“, ist die allgemeine Denkweise. Jedoch sollte man sich darauf nicht verlassen. Ein Kind dessen Eltern genetisch eher klein und schmal sind, jedoch selbst bei der Geburt eher groß und schwer ist, wird langsamer wachsen und zunehmen, und sich somit nach der Geburt der genetischen Veranlagung entsprechend einpendeln.

Hat ein kleines, leicht geborenes Baby hingegen große Eltern, wird es vermutlich schneller wachsen und zunehmen als andere. Es muss also das Verhältnis zwischen den Geburtsmaßen und der genetischen Veranlagung betrachtet werden.

Auch etwas zu Frühgeborene oder Babys aus Mehrlingsschwangerschaften holen ihre Größen- und Gewichtsdefizite oft schon im ersten Lebensjahr auf.

Wie groß wird mein Kind: Wachstum im Verlauf

Wachstum von 0 bis 12 Monate

Dein Baby wächst im ersten Jahr kontinuierlich und zu einigen Zeiten besonders viel: Erwarte zwischen dem zehnten Lebenstag und drei Wochen einen großen Wachstumsschub. Ebenso mit sechs Wochen, drei Monaten und sechs Monaten. Die meisten Babys wachsen bis zum ersten Geburtstag etwa 25 Zentimeter.

Und wie groß sollte mein Kind mit wie vielen Monaten sein?

Durchschnittsgröße nach Monaten im 1. Jahr:

  • 1 bis 2 Monate
    circa 50 bis 56 Zentimeter
  • 3 Monate
    circa 60 Zentimeter
  • 4 bis 5 Monate
    circa 65 Zentimeter
  • 6 bis 8 Monate
    circa 70 Zentimeter
  • 9 bis 12 Monate
    circa 75 bis 81 Zentimeter

Wachstum bis 2 Jahre

Dein Baby wächst jetzt etwas langsamer und legt in diesem Jahr etwa zehn bis 12 Zentimeter an Länge zu. Somit erreicht es mit 24 Monaten ungefähr eine Größe von 90 bis 93 Zentimetern.

Wachstum bis 3 Jahre

Dein Kind wächst etwa sieben Zentimeter. Dein Kind ist nun bis zu einem Meter groß.

Wachstum bis 4 Jahre

Dein Kind gewinnt in diesem Jahr weitere fünf bis sieben Zentimeter hinzu und hat es endgültig über die Metergrenze geschafft.

Wachstum zwischen 5 bis 10 Jahre:

Dein Kind sollte etwa 5 Zentimeter pro Jahr wachsen, manche Kinder legen im Alter zwischen 6 und 8 Jahren einen kleinen Spurt ein und schießen regelrecht in die Höhe.

Durchschnittsgröße nach Jahren

  • 5 Jahre
    circa 115 Zentimeter
  • 6 Jahre
    circa 120 Zentimeter
  • 7 Jahre
    circa 130 Zentimeter
  • 8 Jahre
    circa 135 Zentimeter
  • 9 Jahre
    circa 140 Zentimeter
  • 10 Jahre
    circa 145 Zentimeter

Erst ab dem 13. Lebensjahr überholen Jungen in ihrem Wachstum Mädchen und überragen sie, sobald sie ausgewachsen sind, durchschnittlich um 10 Zentimeter.

Wie groß wird mein Kind? Größe durch Knochenaltermessung bestimmen

Um ganz sicher zu gehen, dass keine Wachstumsstörung bei deinem Kind vorliegt, kann ein Arzt das Knochenalter messen. Bei der Skelettaltersbestimmung wird eine Röntgenaufnahme von der linken Hand deines Kindes gemacht, mit den Normwerten aus einer Tabelle verglichen und so das Knochenalter bestimmt.

Die Röntgenbilder der Hand lassen einen Blick auf die sogenannten Wachstumsfugen (Epiphysenfugen) zu, die anfänglich noch aus Knorpel bestehen und bis zum 20. Lebensjahr vollständig verknöchern. Je nachdem, wie weit dieser Prozess fortgeschritten ist, lässt sich auch das Knochenalter ermitteln. Weicht das Knochenalter vom biologischen Alter ab, das sich durch den Geburtstag deines Kindes ergibt, kann eine Wachstumsstörung vorliegen.

Laut Professor Dr. Hans-Joachim Mentzel, Leiter der Pädiatrische Radiologie am Institut für Diagnostische und Interventionelle Radiologie in Jena, ist inzwischen eine Bestimmung über eine Ultraschall-Messung (die sogenannte BonAge-Methode) ebenso effektiv wie eine Röntgenaufnahme.

 

Kann man das Wachstum der Kinder beeinflussen?

Die Größe von Kindern kann man nur sehr bedingt beeinflussen. Körperliche Bewegung und ausreichender Schlaf können beispielsweise minimal wachstumsfördernd wirken.

Stellen Ärzte eine Wachstumsstörung aufgrund eines Mangels an Wachstumshormonen fest, raten sie wahrscheinlich zu einer Hormontherapie, die über Jahre regelmäßige Injektionen erfordert. Bei gesunden Kindern wird dies in der Regel nicht durchgeführt.

Einfluss der Ernährung auf die Größe deines Kindes

Eine gute Ernährung ist für jedes Baby die Grundvoraussetzung für gesundes Wachstum. Hier ist es besonders wichtig, dass Flaschenmilch entsprechend den Herstellerangaben gemischt wird und das stillende Mütter sich ausreichend ernähren, um eine gehaltvolle, sättigende Muttermilch  zu produzieren.

Sollte dein Baby beim Brei stets wenig Appetit haben, achte auf seine Nahrung zwischen den Mahlzeiten: Verzichte auf Säfte und zuckerhaltige Getränke, gib lieber Wasser oder Tee, damit das Baby sich nicht satt trinkt.

 

Quellen