Windpocken: Eine harmlose Kinderkrankheit? Nicht immer!

Windpocken: Eine harmlose Kinderkrankheit? Nicht immer!

Mit Windpocken stecken sich vor allem Kinder an. Doch gerade bei Erwachsenen, Schwangeren oder Neugeborenen kann die „harmlose Kinderkrankheit“ lebensgefährlich werden. So kannst du dich und dein Kind vor einer Ansteckung schützen.

Kind mit Windpocken hält Fieberthermometer
Windpocken beginnen mit Fieber - dann kommt der Ausschlag © Bigstock/ HalfPonit

Windpocken: Was macht sie so gefährlich?

Windpocken (medizinischer Fachbegriff: Varizellen) sind eine Viruserkrankung, die durch die sogenannten Varizella-Zoster-Viren ausgelöst werden. Diese sind besonders widerstandsfähig, was Windpocken hochansteckend macht. Eine Ansteckung ist schon während der Inkubationszeit möglich.

Windpocken werden durch Tröpfcheninfektion, beispielsweise durch Husten oder Niesen oder durch Schmierinfektion übertragen. Im Krankheitsverlauf platzen die Pockenbläschen, die austretenden Flüssigkeit überträgt die Viren. Gerade in Gemeinschaftseinrichtungen oder öffentlichen Verkehrsmitteln ist die Ansteckungsgefahr daher besonders hoch.

Windpocken-Symptome:

  • Windpocken Anfangsstadium
    Windpocken beginnen mit allgemeinem Unwohlsein, Kopf- und Gliederschmerzen.
  • hohes Fieber
    Schnell kommt dazu hohes Fieber über 39 Grad Celsius dazu.
  • juckender Hautausschlag
    Ab dem dritten bis fünften Krankheitstag entsteht der typische, stark juckende Hautausschlag. Dieser macht sich zuerst in Form von linsengroßer, roter Flecken bemerkbar.
  • wasserhaltige Bläschen
    Es bilden sich wasserhaltige Bläschen, die platzen und dann verkrusten. Sie treten meist im Gesichtsbereich auf, können sich aber auch bis auf die Schleimhäute und Kopfhaut ausweiten.
  • „Sternenhimmel“
    Flecken, Bläschen und Krusten können nebeneinander auftreten: Das wird auch als „Sternenhimmel“ bezeichnet und ist ein unverwechselbares Windpocken-Symptom.

Weil die Flüssigkeit in den Bläschen hochinfektiös ist, bleiben Windpocken ansteckend, bis alle Bläschen verheilt sind. Das dauert circa fünf bis zehn Tage.

Video-Empfehlung

Windpocken: Erwachsene, Schwangere und Babys besonders gefährdet

Kinder überstehen Windpocken in der Regel gut. Bei Erwachsenen sieht das anders aus. Die Krankheit verläuft viel schwerer. Komplikationen wie eine Lungenentzündung oder eine Hirnhautentzündung sind möglich. Steckst du dich während der Schwangerschaft mit Windpocken an, kann das für dein Ungeborenes lebensgefährlich werden. Gleiches gilt, wenn die Windpocken Baby in den ersten Lebenswochen treffen.

Windpocken Schwangerschaft

Das Wichtige vorweg: Wenn du geimpft bist oder bereits die Windpocken hattest, ist das Risiko einer Ansteckung kaum vorhanden. Trifft das nicht auf dich zu und hat dein Körper nie Antikörper gegen die Krankheit gebildet, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass bei einer Ansteckung die Windpocken-Viren auch auf dein Ungeborenes übergehen. Besonders kritisch ist eine Ansteckung im ersten und zweiten Trimester. Dann kommt es bei einer von vier Schwangeren zu einem sogenannten „Fetale Varizellensyndrom“. Das bedeutet, dein Kind kann Lähmungen und anderen neurologischen Störungen sowie Augenschäden und Skelettfehlbildungen erleiden. Auch eine Fehlgeburt ist möglich.

Wenn die Windpocken Baby treffen

In den ersten Lebenstagen sind Windpocken für Babys besonders gefährlich. Das noch schwache Immunsystem ist den Viren ausgeliefert. Die Infektion verläuft bei Neugeborenen oft sehr schwer. In bis zu 30 Prozent der Fälle verläuft sie sogar tödlich. Am größten ist das Risiko für Babys, die sich zwischen dem fünften und zehnten Lebenstag mit Windpocken anstecken.

Wie kann ich eine Ansteckung verhindern?

Varizella-Zoster-Viren verbreiten sich leicht, schnell und können lange an Türklinken und Co überleben: Darum stecken sich auch 90 Prozent der Menschen damit an, wenn sie Kontakt mit dem Virus hatten. Sicher gegen eine Ansteckung helfen nur körpereigene Antikörper: Das heißt, du musst die Windpocken schon einmal gehabt haben oder dagegen geimpft sein. Um nicht geimpfte Schwangere und Neugeborene vor den Varizellen zu schützen, hilft nur ein flächendeckender Impfschutz. Daher empfiehlt die Ständige Impfkommission (Stiko) die zweistufige Windpocken-Impfung bereits für Kinder im Alter von 11 bis 14 Monaten. Die zweite Impfung gegen Windpocken sollte dann im Alter von 15 bis 23 Monaten erfolgen.