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Darum sind Kinder bei Mama besonders bockig

Im Kindergarten, Kita oder bei Großeltern ist dein Kind ein echter Engel. Aber sobald Mama auf der Bildfläche auftaucht, geht das Theater los. Für viele Mütter sind solche Wutanfälle zum Alltagsbegleiter geworden und sind eine echte Geduldsprobe. Doch dabei kann man die emotionalen Aussetzer durchaus positiv sehen.

Eine ungewöhnliche Liebeserklärung
Eine ungewöhnliche Liebeserklärung
© Bigstock/Nadezhda1906

In der Kita ein braver Engel – bei Mama ein bockiges Monster

Viele Mütter fühlen sich gleich in Verlegenheit gebracht, wenn ihr Nachwuchs bei ihnen besonders bockig ist – auch ganz unabhängig von der Trotzphase. Man fängt an, sich selbst Vorwürfe zu machen. Das Schuldgefühl wird noch stärker, wenn Kita-Erzieherin, Freude oder Großeltern sagen, dass das Kind sich vorbildhaft verhalten hat, bevor du gekommen bist. Warum das so ist, darauf hat man meist selbst keine Antwort parat und man fühlt sich hilflos. Irgendetwas muss ich wohl falsch machen – solche Zweifel nagen am Selbstbewusstsein.

Raus aus dem Gedankenkarussell: Der Grund warum sich dein Kind bei dir besonders schlimm benimmt, ist ein guter! Er heißt: Vertrauen. Du bist für dein Kind sein sicherer Hafen, wo es alle seine Gefühle und Emotionen freilassen kann.

Grünes Licht die „Wutbombe“ zu zünden

Auch wenn sich dein Kind in der Kita oder bei den Großeltern wohl fühlt, muss es sich dort doch anderen Regeln und Abläufen unterordnen. Es wird versuchen sich anzupassen, indem sie sich von seiner besten Seite zeigt. Über den Tag verteilt werden viele Eindrücke auf dein Kind einprasseln: Es lädt sich emotional auf. Holst du dein Nachwuchs am Abend ab, gibt es dem Kind das grüne Licht seine „Wutbombe“ zu zünden. Denn bei Mama erlaubt sich das Kind auch seine negativen Gefühle, wie Ärger und Wut, loszulassen.

Wie unsere Kolumnistin Jenn die emotionalen Aussetzer ihres Kindes erlebt. erzählt sie hier. 

Wutanfälle ein Zeichen des Vertrauens

Bockiges Verhalten hat also erstmal nichts mit dir zu tun, sondern mit der Tatsache, dass gutes Benehmen von Kindern auch ein Limit hat. Statt dich zu ärgern, solltest du diese Wutanfälle als ein großes Kompliment an dich deuten. Hat dein Kind keine Angst, seine Gefühle offen vor dir zu zeigen, spricht es für eine starke und enge Verbindung zwischen euch. Für dich heißt es: Du bist eine gute Mama, die eine sichere Umgebung für ihren Nachwuchs bietet, wo er sich geschützt fühlt.

5 Tipps, was dir als Mama jetzt gut tun

  • Nimm die Wut deines Kindes nicht persönlich. Du hast nichts falsch gemacht!
  • Take it easy! Ignoriere die Aussagen der anderen. Dass dein Kind bei dir besonders bockig ist, ist ein Vertrauensbeweis. Mach dir dein Leben nicht schwer, indem du viel darüber nachdenkst, was wohl die anderen sagen könnten. Bleib gelassen und selbstbewusst, denn nur so kannst du die unangenehme Situation entschärfen und anstrengende Blicke in der Öffentlichkeit vermeiden.
  • Lös dich von negativen Emotionen. Aufregen ist kein gutes Mittel, um die Wutanfälle bei Kindern zu stoppen – im Gegenteil, das kann die Situation noch verschlimmern. Wenn du sehr wütend bist, zähle von zehn bis eins, um ruhig zu bleiben. Ein großer Schluck Wasser kann dir auch helfen, dich wieder zu entspannen.
  • Kinder spiegeln das Verhalten der Eltern wider. Deswegen ist es für dich auch wichtig, deine innere Ruhe zu finden. Nimm dir bewusst Auszeiten, um dich zu erholen. Nur so gelingt dir eine gelassene Ausstrahlung, die dein Kind auf eine positive Weise beeinflussen kann.
  • Unterstütze dein Kind in Umgang mit seinen Emotionen. Kleine Kinder können ihre Gefühle schlechter steuern. Ihnen fehlt noch die Erfahrung, mit negativen Gefühlen umzugehen und auch Ärger und Frust zu ertragen. Rede mit deinem Kind über die Wut. Und zwar ruhig und auf Augenhöhe.
  • Seid gemeinsam wütend und zeig deinem Kind, wie es mit seiner Wut umgehen kann. Spiegle das Verhalten und die Worte deines Nachwuchses auf verständnisvolle Art und zeig ihm, wie man seine starken Emotionen regulieren kann.
  • Du kannst von einem kleinen Kind nicht erwarten, dass es sich wie ein Erwachsener verhält. Erinnere dich immer wieder daran, dass es kein Fehlverhalten, sondern ein wichtiger Schritt beim Großwerden ist.

Quellen