Bookmark

Zeckenbiss Kind: Was kann ich tun, wenn mein Kind eine Zecke hat?

Im Frühling und Sommer durch die hohe Wiese zu toben, macht Kindern unheimlich viel Spaß! Wer denkt in dem Moment schon an so unschöne Dinge, wie eine fiese Zecke? Mama und Papa zum Beispiel! Wie ihr euch als Eltern verhaltet, wenn euer Kind einen Zeckenbiss hat, erfahrt ihr bei uns.

© Pexels

In diesem Artikel:

Wie erkennt man ein Zeckenstich?

Schneller als man denkt ist er passiert, der Zeckenbiss. Kinder bleiben von den kleinen Plagegeistern nicht verschont. Zecken sind kleine Spinnentiere, die sich in hohen Gräsern oder im feuchten Laub aufhalten. Bevor sie zubeißen suchen Zecken nach einer geeigneten Einstichstelle – was oft Stunden dauern kann. Haben sie dann eine geeignete Stelle gefunden, verankern sie sich in der Wunde und saugen sich mit Blut voll. Die Zecke ist dann leicht zu entdecken.

Gut zu wissen: Eigentlich beißt die Zecke nicht, sondern sie sticht. Sie ritzt zunächst mit ihren scherenartigen Mundwerkzeugen ein winziges Loch in die Haut. Dann schiebt sie ihren Stech- und Saugrüssel hinein und sondert dort Speichel ab. Dieser hat eine gerinnungs- und entzündungshemmende Wirkung. Dadurch kann die Zecke das Blut ungehindert und vom Wirt weitgehend unbemerkt aufsaugen.

Damit der Wirt den Stich nicht bemerkt, gibt die Zecke mit dem Speichel ein Betäubungsmittel ab. Daher tut ein Zeckenbisse nicht weh, obwohl der Stechapparat der Zecke viel dicker und gröber ist als zum Beispiel der einer Stechmücke.

Hat sich die Zecke vollgesaugt, fällt sie vom Körper wieder ab. Ein Zeckenbiss ist dann nur noch schwer zu finden. Eine leichte runde Rötung kann noch an der Einstichstelle sichtbar sein.

Wo stechen Zecken am häufigsten zu?

Grundsätzlich kann ein Zeckenbiss an allen Körperstellen vorkommen. Da der Saugvorgang aber mehrere Tage dauert, suchen sich Zecken geschützte Körperstellen, um nicht aus Versehen herausgerissen zu werden. Bevorzugt werden deswegen:

  • Haaransatz
  • Ohren
  • Hals
  • Achseln
  • Ellenbeuge
  • Bauchnabel
  • Genitalbereich
  • Kniekehle

Besteht der Verdacht auf einen Zeckenbiss: Kind sofort zu Hause an diesen Stellen als erstes untersuchen.

Zeckenbiss: FSME und Borreliose

Durch den Zeckenbiss können verschiedene Erreger von der Zecke auf den Menschen übertragen werden. Die beiden bekanntesten sind die FSME (Frühsommer-Meningoenzephalitis) und Borreliose.

Aber: Nicht jede Zecke bewirtet und überträgt diese Erreger. Das Robert-Koch-Institut informiert:

„[…] Im Mittel tragen in FSME-Risikogebieten 0,1% bis 5 % der Zecken FSME-Viren in sich. Hieraus ein Erkrankungsrisiko nach einem einzelnen Zeckenstich abzuleiten, ist nicht möglich. […] Das Vorkommen von Borrelien in Zecken schwankt kleinräumig sehr stark und kann bis zu 30% betragen. Nach Untersuchungen aus Deutschland und der Schweiz wurde nach einem Zeckenstich bei 2,6 bis 5,6% der Betroffenen eine Borrelien-Infektion nachgewiesen.“

Zeckengebiete in Deutschland: FSME-Risikogebiete

Vor allem südliche Bundesländer gelten als Risikogebiete für FSME und Borreliose. Für die Übertragung von FSME gelten folgende Regionen als Risikogebiete:

  • Bayern
  • Baden-Württemberg
  • südöstliches Thüringen
  • Südhessen

Eine aktuelle Karte aller „Risiko-Landkreise“ kannst du auch auf der Website des Robert Koch Institut (RKI) herunterladen. In den betroffenen Landkreisen rät das RKI zu einer Schutzimpfung gegen FSME. Nähere Informationen zur Impfung findest du am Ende des Artikels.

Video-Empfehlung

Wie entferne ich eine Zecke richtig?

Zecken lassen sich am besten mit einer Zeckenkarte oder einer Pinzette mit gebogenen Greifern entfernen. Wichtig beim Zecke entfernen ist, dass du sie immer so nah wie möglich an der Haut und niemals am vollgesogenen Körper greifst! Sonst besteht die Gefahr, dass die Zecke Krankheitserreger in die Wunde ausscheidet. Ziehe die Zecke gerade und langsam heraus – bitte das Tier hier weder drehen, noch quetschen. Danach solltest du die Wunde desinfizieren und gegebenenfalls einen Kinderarzt aufsuchen.

Gut zu wissen: Wenn gerade keine Pinzette zur Hand ist, kannst du eine Zecke theoretisch auch per Hand entfernen. Das erfordert allerdings besonderes viel Fingerspitzengefühl, da die Zecke ja nicht zu sehr gequetscht werden sollte.

Was NICHT tun!

Einige Mythen zum Entfernen von Zecken halten sich hartnäckig. Hast du tatsächlich eine Zecke entdeckt – Finger weg von jeder Form von Hausmitteln. Beträufle die Zecke zum Entfernen auf gar keinen Fall mit Öl oder versuche sie mit Klebstoff oder Nagellack abzutöten. Das kann dazu führen, dass die Zecke im Todeskampf noch einmal besonders viele Erreger ins Blut abgibt. Wichtig ist es auch die Ruhe zu bewahren. Nervös wegen dem Zeckenbiss? Kinder bekommen das mit. Je ruhiger du bleibst, desto einfacher wird es für euch die Zecke zu entfernen.

Zeckenbiss: Was tun, wenn der Kopf stecken geblieben ist?

Bei aller Vorsicht kann es schonmal passieren, dass du nicht die ganze Zecke erwischt und ein Teil in der Haut stecken bleibt. Was viele für den Kopf der Zecke halten ist eigentlich ihr Stechwerkzeug. Bleibt dieses in der Haut stecken, ist das nicht so schlimm, wie oft erzählt wird. Der Rüssel kann ohne den Zeckenkörper keine Erreger übertragen. Dieser kleine Fremdkörper wird meist von selbst nach einiger Zeit vom Körper abgestoßen. Trotzdem ist es nicht ideal. Wenn du dich daran störst, kannst du natürlich auch deinen Arzt fragen, ob er die Reste der Zecke entfernen kann.

Wie die entfernte Zecke richtig entsorgen?

Die Zecke ist erfolgreich entfernt aber wohin jetzt mit ihr? Am besten du zerdrückst die Zecke mit einem festen Gegenstand, zum Beispiel einem Glas. Dazu solltest du die Zecke in einem zusammengefalteten Papier einklappen. Danach das Wasserglas mit Druck über das Papier ziehen. Alternativ kannst du die Zecke auch mit Alkohol oder Chlorreiniger töten.

Wichtig: Zecken sollten nicht in der Toilette heruntergespült werden, da sie eine gewisse Zeit im Wasser überleben können.

Behandlung Zeckenbiss: Zecke entfernt und jetzt?

Sobald du die Zecke entfernt hast, solltest du die Stichwunde mit Desinfektionsmittel oder Wasser und Seife reinigen. In den nächsten Tagen ist es wichtig die Einstichstelle gut zu beobachten. Am besten du markierst sie dazu mit einem wasserfesten Stift. Der Zeckenbiss heilt in den meisten Fällen von alleine aus.

Zeckenbiss: Wann zum Arzt

Normalerweise ist es also nicht notwendig mit einem Zeckenbiss zum Arzt zu gehen. Ist dein Kind aber nicht FSME geimpft und zeigt nach ein paar Tage nach dem Zeckenbiss grippeähnliche Symptome, ist ein Besuch beim Arzt dann doch nötig. Bekommt dein Kind in den nächsten Tagen Fieber, wirkt abgeschlagen und bekommt Kopf- und Muskelschmerzen, solltest du ebenfalls zum Arzt gehen.

Zeckenbiss: Wanderröte ein Zeichen für Borreliose

Typisch für eine Borreliose-Infektion ist eine ausbreitende Rötung nach einem Zeckenbiss. Die Wanderröte vergrößert sich mit einem blassem Mittelfeld an der Einstichstelle. Sie kann aber auch an anderen Körperstellen auftreten. Im Verlauf der Infektion kann die Wanderröte, wie der Name bereits verrät, wandern: Sie kann größer, kleiner, dunkler oder heller werden. Wird sie rechtzeitig erkannt, kann eine Borreliose durch Antibiotika gut behandelt werden.

Kinder gegen Zecken impfen lassen

„Gegen Zecken“ kannst du deine Kinder an sich nicht impfen lassen, allerdings gegen FSME, die sie übertragen. Dies kann Sinn machen, wenn ihr in einem der Risikogebiete für Zecken lebt und euch gerne und viel im Grünen aufhaltet. Ein Zeckenbiss am Kind ist dann zwar nicht ausgeschlossen, aber die Ansteckungsgefahr sinkt.

Kinder können ab dem ersten Geburtstag geimpft werden. Die FSME-Impfung besteht aus drei Teilimpfungen und wird nach vollständiger Grundimmunisierung nach drei Jahren das erste Mal aufgefrischt. Danach wird eine Auffrischungsimpfung alle fünf Jahre empfohlen. Wenn du überlegst, dein Kind gegen FSME impfen zu lassen, dann besprich dies vorher ausführlich mit deinem Kinderarzt.

Anders als bei Erwachsenen, die die Impfung in der Regel gut vertragen, besteht bei Kindern nämlich die Möglichkeit, dass sie fiebrige Reaktionen auf den Impfstoff zeigen.

Wichtig: Entzündungen der Hirnhäute können durch verschiedene Erreger, wie zum Beispiel Pneumokokken oder Meningokokken hervorgerufen werden. Die Impfungen gegen diese Erreger schützen nicht vor einer durch FSME-Viren ausgelösten Hirnhautentzündung. Umgekehrt heißt das, dass eine FSME-Impfung auch nur gegen FSME-Viren wirksam ist.

Gegen Borreliose gibt es keine Impfung – sie wird mit Antibiotika behandelt.

Zeckenbiss vorbeugen: Das kannst du tun

Sein Kind von Wiesen und Feldern mit hohem Gras fernzuhalten, ist schwierig, wenn nicht sogar unmöglich. Deshalb solltest du realistischere Vorbeugungsmaßnahmen, wie die folgenden, treffen:

  • Helle Kleidung anziehen – hierauf entdeckst du Zecken schneller
  • Feste, geschlossene Schuhe anziehen
  • Die Kleidung sollte möglichst den ganzen Körper bedecken
  • Nach dem Aufenthalt in möglichen Zeckengebieten den Körper sorgfältig nach Zecken absuchen
  • Duschen kann helfen
    Da Zecken nicht sofort zustechen, könnten sie eventuell auch durch Duschen abgewaschen werden. Hat die Zecke bereits gestochen, bringt das Duschen nichts mehr. Eine Dusche sollte daher das Absuchen nicht ersetzen, sondern nur ergänzend durchgeführt werden.
  • Sprays mit ätherischen Ölen aus Lavendel, Rosmarin, Teebaum oder Patchouli vertreiben Zecken – diese müssen jedoch stündlich aufgefrischt werden

 

Das könnte dich auch interessieren:

Quellen