Können zu viele Geschenke deinem Kind schaden?

Können zu viele Geschenke deinem Kind schaden?

Schenken macht Spaß und ganz besonders viel, wenn es die eigenen Kinder oder Enkelkinder sind. Aber wie viele Geschenke brauchen Kinder wirklich? Und wie viel ist zu viel?

Zwei Kinder sitzen mit ihren Geschenken unter dem Weihnachtsbaum.
Schenken ist schön. Aber müssen so viele Geschenke sein? © Tatyana Tomsickova via Bigstock

Totale Reizüberflutung

Mama, Papa, Oma, Freunde: Alle wollen den Kleinen eine Freude machen. Und dann sitzen sie an Heiligabend inmitten eines Berges voller Geschenke unter dem Weihnachtsbaum und wissen gar nicht, wo sie anfangen sollen. Die totale Reizüberflutung. Das Problem zu vieler Geschenken ist, dass Kinder die einzelnen Geschenke nicht mehr richtig zu schätzen wissen. Aber was ist zu viel?

Wenn sich Kinder daran gewöhnen, alles geschenkt zu bekommen, was sie sich wünschen, kommt ganz schnell der unstillbare Wille nach mehr. Kinder wissen dann den Wert des Einzelnen nicht mehr zu schätzen. Laut Psychotherapeut Sean Grover hat das auch Auswirkungen auf die Zukunft: Als Erwachsene haben diese Kinder eher Probleme mit Kreditkartenschulden, Glücksspiel und zwanghaftem Einkaufen.

Ein Tipp vom Experten: Jörg Maywald, Geschäftsführer der Deutschen Liga für das Kind empfiehlt, Kinder ihren eigenen Wunschzettel schreiben zu lassen, damit sie über ihre persönlichen Wünsche nachdenken. Trotzdem müssen Eltern natürlich nicht alle Wünsche erfüllen, Kinder lernen so, ihre Wünsche und Bedürfnisse zu priorisieren.

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Selbstwertgefühl kann leiden

Der Psychologe Sean Grover schreibt in einem Artikel für die Onlineausgabe der Psychology Today, das Wissen, viel zu besitzen, wirke sich nicht positiv auf das Selbstwertgefühl von Kindern aus. Im Gegenteil: Eltern, die weniger Zeit für ihre Kinder haben, versuchen das teils durch materielle Güter wettzumachen. Doch es gibt Studien, dass Kinder mit weniger materiellen Besitztümern, aber einer guten Beziehung zu ihren Eltern im Vergleich ein höheres Selbstbewusst sein besaßen. Zeit zu schenken ist als immer eine gute Investition.

Sean Grover hat 3 Tipps, fürs richtige Schenken:

  1. Feste Anzahl an Geschenke
    So werden unnötige Geschenke vermieden und das Kind kann seine Geschenke mehr wertschätzen.
  2. Andere zu beschenken macht glücklich
    Andere Menschen zu beschenken macht oft glücklicher, als selbst beschenkt zu werden. Alte Spielzeuge der Kinder können zum Beispiel an Kinderheime oder Freunde verschenkt werden.
  3. Selbstvertrauen stärken
    Kinder mithilfe von Geschenken in ihren Talenten und Interessen zu unterstützen wirkt sich positiv auf ihr Selbstvertrauen aus.

Schenken ist schön, aber bitte in Maßen. Selbstgemachte Geschenke sind viel persönlicher und schonen den Geldbeutel. Und um dich und dein Kind so langsam auf die Weihnachtszeit einzustimmen, könnt ihr ja zusammen einen eigenen Adventskalender basteln.

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