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Basaltemperatur messen und Eisprung bestimmen

Die Basaltemperatur kann dich unterstützen, wenn du dir ein Baby wünschst. Lies hier, wie du die Basaltemperatur messen und auswerten kannst und so deinen Eisprung bestimmen kannst.

Nicht viel Zeit? Dann schau die im Video den Schnellüberblick an, wie Kinderwunsch, Basaltemperatur & Schwangerschaft zusammenhängen:

Basaltemperatur

Basaltemperatur: Was misst sie genau?

Die Basaltemperatur ist die Körpertemperatur, die du morgens direkt nach dem Aufwachen und vor dem Aufstehen hast. Sie verändert sich während deines Zyklus und folgt dabei einem gewissen Muster: Die Basaltemperatur steigt bei einem Eisprung leicht an, bleibt dann einige Tage erhöht und fällt kurz vor Beginn deiner Periode wieder ab. Diese typische Basaltemperaturkurve hilft dir, dass du deine fruchtbaren Tage bestimmen kannst.

Balsatemperatur bei normalem Zyklus

  • 1. Phase
    individuelle, normale Körpertemperatur
  • 2. Phase
    Eisprung, erkennbar durch einen Abfall der Temperatur und einem unmittelbar folgenden deutlichen Anstieg (mindestens 0,2 °C)
  • 3. Phase
    Gelbkörperphase, 13 – 14 Tage eine konstant erhöhte Temperatur
  • 4. Phase
    Kurz vor Beginn der Menstruation sinkt die Temperatur wieder

Die Basaltemperatur zu messen, ist eine einfache und kostengünstige Methode der natürlichen Familienplanung (NFP) – bei Kinderwunsch und zur Verhütung. Denn mehr als ein Thermometer brauchst du dafür im Grunde nicht. Es gibt spezielle Basalthermometer, die einen kleinen Computer besitzen, der die Messergebnisse direkt interpretiert und dir sagt, ob du einen fruchtbaren oder unfruchtbaren Tag hast. Doch mit der richtigen Technik genügt ein gewöhnliches Fieberthermometer auch.

Video-Empfehlung

Basaltemperatur messen: So geht es richtig

An welchem Tag du zum ersten Mal die Basaltemperatur messen willst, ist prinzipiell egal – ob zu Beginn eines neuen Zyklus, in der Mitte oder am Ende. Am einfachsten wird es für dich allerdings, wenn du mit dem ersten Tag deiner Menstruation, also am Anfang deines Zyklus, beginnst. Dabei ist es ganz wichtig, dass du immer gleich vorgehst, um Schwankungen und kleine Messfehler möglichst ausschließen zu können. Auf folgende Punkte solltest du beim Temperaturmessen achten.

Basaltemperatur richtig messen: 6 Tipps

    • Immer an derselben Stelle messen, am besten in der Scheide oder im After, da eine Messung unter der Achsel oder im Mund zu ungenau ist
    • Immer direkt nach dem Aufwachen und vor dem Aufstehen messen
    • Möglichst immer zur selben Zeit messen
    • Stets dasselbe Thermometer verwenden
    • Ein Thermometer verwenden, das mindestens auf zwei Nachkommastellen genau misst, da die Temperaturerhöhung nur im Bereich einiger Zehntel (0,3-0,5) Grad bewegt
    • Vor der Messung mindestens fünf bis sechs Stunden Schlaf

Basaltemperatur auswerten

Regelmäßig und sorgfältig die Basaltemperatur messen, das ist der erste Schritt. Die Messergebnisse hältst du am besten direkt in einem speziellen Kurvenblatt fest. Die gibt es entweder direkt beim Kauf eines Basalthermometers dazu oder du lädst dir eine Version aus dem Internet runter und druckst sie aus. Aus der täglichen Basaltemperatur ergibt sich nach einem Monat die typische Basaltemperaturkurve. An dieser kannst du deinen Eisprung ablesen, damit also auch deinen Fruchtbaren Tage, und gegebenenfalls auch eine Schwangerschaft.

Extra Tipp: Um eventuelle Schwankungen der Basaltemperatur richtig interpretieren zu können, solltest du auch notieren, wenn du Stress hattest, krank warst, zu wenig Schlaf bekommen oder Alkohol getrunken hast.

Mit der Basaltemperatur Eisprung bestimmen

Hattest du einen Eisprung, dann bildet dein Körper das Geschlechtshormon Gestagen. Das wiederum hat die Eigenschaft, dass es unsere Körpertemperatur leicht hochschraubt (um mindestens 0,2 °C). Gestagene werden nur dann gebildet, wenn auch ein Eisprung vorausgegangen ist. Kannst du also eine leicht erhöhte Basaltemperatur messen, ist das auch ein relativ verlässliches Anzeichen dafür, dass eine Eizelle gerade Richtung Gebärmutter wandert.

Laut Weltgesundheitsorganisation (englisch: World Health Organization, WHO) gelten die folgenden drei Bedingungen, um mit Hilfe der Basaltemperatur den Eisprung bestimmen zu können:

  • Die Basaltemperatur erhöht sich leicht um mindestens 0,2 °C (im Vergleich zu den vorangegangenen sechs Tagen) und bleibt an drei aufeinanderfolgenden Tagen konstant erhöht.
  • Wenn ein Eisprung stattgefunden hat, erfolgt der Temperaturanstieg innerhalb von höchstens 48 Stunden.
  • Ändert sich die Basaltemperatur innerhalb eines Zyklus nicht, gab es auch keinen Eisprung.
  • Rund um diesen Zeitpunkt hast du also deine fruchtbaren Tage: direkt vor dem Anstieg der Temperatur bis zu dem Tag, an dem die Temperaturlinie deutlich ansteigt.

Damit du dir das besser vorstellen kannst, wie sich die Basaltemperatur innerhalb deines Zyklus verändert, siehst du hier exemplarisch eine typische Basaltemperaturkurve für einen Zyklus mit 28 Tagen.

Basaltemperaturkurve: 28 Zyklustage

Bitte beachte, dass diese Basaltemperaturkurve nur ein Beispiel ist. Wenn du deine Basaltemperatur messen willst, kann die Kurve bei dir natürlich anders aussehen. Entscheidend ist, dass die Körpertemperatur nach dem Eisprung um etwa 0,2 – 0 ,4 °C ansteigt und gegen Ende des Zyklus wieder fällt.

Basaltemperaturkurve normaler Zyklus mit 28 Zagen

© TargetVideo/ Bigstock

Basaltemperatur: Schwangerschaft erkennbar?

Um mit Hilfe der Basaltemperatur-Methode schwanger zu werden, brauchst du Geduld und musst deinen Körper und Zyklus gut kennen lernen. Denn den exakten Zeitpunkt des Eisprungs kannst du selbst mit der Basaltemperatur nicht vorhersagen. Du kannst ihn durch Beobachtung und Kurvenblätter mehrerer Zyklen jedoch mit steigender Wahrscheinlichkeit immer weiter eingrenzen.

Und wenn es mit dem Baby dann endlich geklappt hat, dann siehst du das auch an der Basaltemperatur: Schwangerschaft bedeutet nämlich, dass die Temperatur gegen Ende des Zyklus nicht abfällt, sondern sogar weiter steigt. Dann wird es Zeit, für einen ersten Schwangerschaftstest.

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Quellen: 

Arbeitsgruppe NFP (2018): Natürlich und sicher – Das Praxisbuch. Familienplanung mit Sensiplan. Trias Verlag, S. 48-56

Baur, Siegfried (2010):Wissenschaftliche Grundlagen der Natürlichen Familienplanung
in: Imago Hominis, Band 17, Heft 4, S. 275; Institut für medizinische Anthropologie und Bioethik,

Redaktion „Frauenärzte im Netz“, Dr. Scharrel, Doris (2018): Natürliche Familienplanung – Fruchtbare Tage selbst bestimmen: Methoden. In: Frauenärzte im Netz. https://www.frauenaerzte-im-netz.de/familienplanung-verhuetung/natuerliche-familienplanung/fruchtbare-tage-selbst-bestimmen-methoden/