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Kann man eine Schwangerschaft wirklich planen?

Die Erfüllung des Kinderwunschs als weiteren Termin im Kalender? Bald-Mama Ann-Kathrin verrät, ob ihr Masterplan von der Schwangerschaft so einfach aufgegangen ist und was sie über ihren Körper gelernt hat.

Schatz, lass wir haben am Donnerstag um 15:00 Uhr einen Termin ...
Schatz, lass wir haben am Donnerstag um 15:00 Uhr einen Termin ...
Unsplash/ Kiwihug

Fruchtbare Tage, Temperatur, Eisprung berechnen, Folsäure – mir schwirrte der Kopf. Und dabei hatte ich gerade die Pille abgesetzt und den ersten Blick auf das Thema „Schwangerschaft planen“ geworfen. Geplanter Geschlechtsverkehr erschien mir zu diesem Zeitpunkt auch nicht besonders romantisch. Mein Bild war eher, dass es ganz spontan sein würde und dennoch wir wir uns in diesem besonderen Moment dennoch bewusst wären, dass wir gerade unser Baby zeugen.

Aber da lag ich ganz schön falsch mit meiner Annahme. Denn grundsätzlich gibt es viele Faktoren, die passen und harmonieren müssen, damit es zu einer befruchteten Eizelle kommt.

Die Brutstätte gesund halten und pflegen

Hört sich erst mal komisch an, aber meine Frauenärzte sagt bei jedem Vorsorgetermin: „Gehen Sie nach Hause und brüten Sie schön vor sich hin.“ In der Schwangerschaft ist es unheimlich wichtig, viel Wert auf die eigene Gesundheit zu legen, denn alles, was ich gerade so durchmache, bekommt auch mein Möppi mit. Für alle, die eine Schwangerschaft planen, gilt daher schon vorher: Die Brutstätte muss gesund gehalten und gepflegt werden. Immerhin wird der Körper schon bald neun Monate an einen ganz besonderen Gast untervermietet.

Ein Kinderwunsch ist daher der beste Anlass, um sich bewusst mit sich selbst, dem eigenen Körper und den aktuellen Lebensumständen auseinanderzusetzen. Das Motto „Was mir nicht guttut, kann weg“ war für mich in der ersten Planungsphase ganz wichtig. Mit dem Rauchen hatte ich sowieso schon vor knapp einem halben Jahr aufgehört, regelmäßige Bewegung integrierte ich gemeinsam mit einem Partner in den Alltag. In puncto Ernährung tauschte ich Zucker, Fast Food und Naschereien gegen Gemüse und Obst. Der Anfang war gemacht.

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Den eigenen Zyklus kennenlernen

Ich hatte schon lange den Wunsch die Pille abzusetzen. Das hatte zu dem Zeitpunkt viel mit meiner Gesundheit und zu tun. Ich litt unter einem Ausschlag im Gesicht, fühlte mich ständig schlecht, war traurig und hatte das Gefühl. Das Hormonbiest sollte weg nach satten 16 Jahren.  Ich war wahnsinnig gespannt und hatte einiges zu dem Thema gelesen. Viele Frauen kämpften nach dem Absetzen mit Haut- sowie starken Menstruationsproblemen und hormonellen Achterbahnfahrten. Ich nicht. Ich fühlte mich befreit. Meine Hautprobleme wurden sogar besser.

Um meinen Körper besser kennenzulernen, begann ich mit der morgendlichen Temperaturmessung. Zusätzlich dokumentierte ich meinen Zervixschleim und versuchte mich an der Abtastung des Gebärmutterhalses, was ich allerdings als schwierig empfand. Nach zwei Monaten konnte ich Ende April schon sagen, wann meine Periode beginnen würde. Denn wider aller Annahmen stellte sich mein Körper relativ schnell um und fand in eine 28-Tage-Routine, was mich sehr freute.

Der Eisprung – wie funktioniert das jetzt?

Es ist nicht ganz so leicht, den Eisprung auf den Tag genau zu berechnen. Ich hatte all meine Beobachtungen in einer App zusammengetragen. Diese berechnete den Zeitpunkt meines Eisprungs und die fruchtbaren Tage rund um den Tag X. Aber sollten wir wirklich Sex nach Kalender haben? Eher nicht. Weder er noch ich hatten wirklich große Lust auf die klassischen Sitcom-Situationen á la: „Schatz, ich habe meinen Eisprung, wir müssen jetzt Sex haben.“ Und zwar in den unpassendsten Momenten wie Schultheateraufführungen, Essen bei den Schwiegereltern oder beruflichen Terminen. Ich beobachtete also meinen Zyklus und behielt nur das gewisse Zeitfenster im Blick: Es war ein entspannter Sonntagabend und wir sahen gemeinsam einen Film, jedenfalls den Filmanfang…

Positiv oder nicht – das ist hier die Frage

Wenn meine App richtig lag, hatten wir drei Tage vor dem Eisprung Sex. Die nächsten zwei Wochen war ich ein echtes Nervenbündel. Ich hatte so viel im Kopf, dass es mir oft schwerfiel, zu arbeiten. Zusätzlich sorgten ziehende Schmerzen im Unterleib dafür, dass ich glaubte, ich bekomme doch noch meine Periode. Am Freitag – drei Tage vor Fälligkeit – hielt ich es nicht mehr aus und machte einen Schwangerschaftstest.

Mein Herz raste, aber da war nur ein Balken. Ich legte den Test beiseite und putzte mir die Zähne. Als ich anschließend wieder drauf sah, überrollte mich eine warme Welle. Da war ein zweiter Balken. Sehr, sehr dünn, aber er war da.

Ein bisschen schwanger geht nicht…

Am Sonntag wiederholte ich den Test. Der zweite Balken war diesmal etwas deutlicher. Schließlich wollte ich Sicherheit und machte am Montag einen digitalen Test, der nach einer Minute das Wort „Schwanger“ anzeigte. Aktuell bin ich in der 8. SSW (2. Monat) und kämpfe mit den Klassikern wie Müdigkeit und Morgenübelkeit.

Mein Fazit: Ja, es ist möglich eine Schwangerschaft zu planen. Aber zu viel Stress kann diesen besonderen Moment schnell zu einem weiteren Termin im Kalender machen. Denn Stress ist ein optimales Verhütungsmittel, das oft seine nahen Verwandten Lustlosigkeit und Frustration mitbringt.