Bookmark

Leihmutterschaft: Wie es funktioniert + Wo es erlaubt und verboten ist

In Amerika nutzen Stars wie Kim Kardashian eine Leihmutter, um sich den Kinderwunsch zu erfüllen. Doch klappt das auch in Europa? Wie eine Leihmutterschaft funktioniert und was erlaubt ist, erfährst du hier.

Für viele Paare ist eine Leihmutter die letzte Chance auf eine Familie.
Für viele Paare ist eine Leihmutter die letzte Chance auf eine Familie.
© Unsplash/ Humphrey Muleba

Leihmutter: Wie funktioniert das?

Es gibt viele Gründe, warum Paare keine eigenen Kinder bekommen können. Dennoch wollen viele nicht auf Nachwuchs verzichten. Während bei einer Adoption, das Kind nicht biologisch mit den Eltern verwandt ist, kann bei einer Leimutterschaft das Kind genetisch mit den Eltern verwandt sein.

Bei einer Leihmutterschaft handelt es sich um „das Austragen eines Kindes durch eine Frau, die sich vor Beginn ihrer Schwangerschaft dazu verpflichtet hat, es nach der Geburt Dritten zu übergeben…“ (s. Gesetzentwurf der Bundesregierung zum Embryonenschutzgesetz, Bundestags-Drucksache 11/ 5460, S. 15).

Es gibt verschiedene Formen der Leihmutterschaft:

  • Gestationsleihmutterschaft: Die mit dem Samen des Partners befruchtete Eizelle der Mutter wird in eine andere Frau (Leihmutter) eingesetzt.
  • Eizellenspende: Wenn die Frau keine gesunden Eizellen produzieren kann, gibt es die Möglichkeit, dass die Leihmutter ihre Eizelle spendet, welche mit dem Sperma des Vaters künstlich befruchtet wird.
  • Heterologe IVF: Hier wird Samen eines Spenders verwendet. Zum Beispiel wenn der Vater unfruchtbar ist oder es sich um ein gleichgeschlechtliches Paar handelt.

In welchen Ländern ist Leihmutterschaft erlaubt?

In vielen Ländern der Welt ist eine Leihmutterschaft gesetzlich erlaubt. Dennoch gibt es Unterschiede, wie die Einigung erfolgt.

Altruistischen Leihmutterschaft

Leihmutterschaft ist zwar erlaubt, jedoch ohne Bezahlung. Gilt zum Beispiel in folgenden Ländern:

  • Großbritannien
  • Belgien
  • Griechenland
  • Portugal

Kommerzielle Leihmutterschaft

In manchen Ländern dürfen sich Leihmütter für die Tätigkeit bezahlen lassen. Die Kosten bei der kommerziellen Variante können immens variieren. Von 40.000 Euro bis zu über 100.000 Euro lassen sich Eltern eine Leihmutterschaft kosten.

Eine kommerzielle Leihmutterschaft ist zum Beispiel in diesen Ländern möglich:

  • Ukraine
  • Nord-Amerika

Hier spricht die dreifache Leihmutter aus der Ukraine offen über ihre Erfahrungen.

Warum ist die Leihmutterschaft in Deutschland verboten?

Leihmutterschaft ist in Deutschland nach § 1 Abs. 1 Nr. 7 des Gesetzes zum Schutz von Embryonen (ESchG) nicht erlaubt. Dieser Paragraph verbietet, eine Frau künstlich zu befruchten, die nach der Geburt ihr Kind an Dritte abgibt (Ersatzmutter). Ärzte machen sich strafbar, wenn sie eine Leihmutterschaft ermöglichen – für die betroffenen Paare und die Leihmütter hätte das Verfahren aber theoretisch keine rechtlichen Konsequenzen.

Im Gegensatz zur Samenspende ist in Deutschland auch die Eizellenspende verboten. Zusätzlich zählt § 13 c des Adoptionsvermittlungsgesetzes (AdVermiG). Hiermit wird eine Ersatzmuttervermittlung untersagt.

Wer ist Mutter bei Leihmutterschaft?

Nach deutschem Recht ist immer diejenige Frau die Mutter, die das Kind geboren hat – unabhängig davon, ob sie mit dem Kind genetisch verwandt ist oder nicht. Auch eine Adoption des Kindes durch die deutschen Eltern wird durch das Adoptionsvermittlungsgesetz untersagt. Das macht eine Leihmutterschaft im Ausland kompliziert, da die deutsche Gesetzlage es Paaren oft schwer macht ihr Kind nach Deutschland zu holen und rechtlich als Eltern anerkannt zu werden. Dennoch sehen viele Eltern durch eine Leihmutter im Ausland eine Möglichkeit sich ihren Kinderwunsch zu erfüllen und gehen das Risiko trotzdem ein.

Quellen