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Mönchspfeffer: Wirkung, Kinderwunsch und Nebenwirkungen

Du hast vielleicht schonmal gehört, dass Mönchspfeffer deine Fruchtbarkeit positiv beeinflussen soll. Stimmt dieser Mythos? Die Antwort gibt’s im Video. Und noch mehr Informationen zum Thema „Mönchspfeffer & Wirkung“ findest du weiter unten im Artikel.

Mythos: Mönchspfeffer erhöht die Fruchtbarkeit

In diesen Artikel:

Was ist Mönchspfeffer ?

Seit der Antike wird Mönchspfeffer (Vitex agnus castus) als Heilpflanze verwendet. Damals war die Pflanze eher unter der Bezeichnung Keuschlamm bekannt und wurde vor allem von Nonnen und Mönchen eingenommen, um die sexuelle Lust zu mindern. Bei regelmäßiger Einnahme sollte es ihnen so leichter fallen, ihrem Keuschheitsgelübde treu zu bleiben.

Heute wird Mönchspfeffer genau für das Gegenteil eingesetzt: Um die Fruchtbarkeit und somit die Wahrscheinlichkeit für eine Schwangerschaft zu erhöhen.

Wie wirkt Mönchspfeffer

Durch ein Hormonungleichgewicht gerät auch der Zyklus aus dem Takt. Die Folge: Dein Eisprung kann sich verschieben oder vielleicht sogar ganz ausbleiben. Mönchspfeffer kann dem entgegenwirken, denn er hat eine regulierende Wirkung auf den Hormonhaushalt. Dein Zyklus wird dadurch regelmäßiger und ein Eisprung wahrscheinlicher. Mönchspfeffer setzt dabei bei diesen Hormon-Störungen an:

#1 Zu hohe Prolaktin-Werte
Wenn du viel Stress hast, unter dem prämenstruellen Syndrom (PMS) oder unter einer Schilddrüsenunterfunktion leidest, führt das häufig zu überhöhten Prolaktinwerten. Prolaktin ist ein Hormon, dass vermehrt während der Schwangerschaft und vor allem während der Stillzeit ausgeschüttet wird. Es regt die Milchbildung an und sorgt während der Schwangerschaft dafür, dass die Brustdrüsen wachsen.

Für Frauen, die noch nicht schwanger sind, kann das Hormon allerdings zum Problem werden. Zu hohe Prolaktinwerte können die Eireifung und den Eisprung massiv stören und damit dazu führen, dass sich dein Zyklus verkürzt. Hier zeigt Mönchspfeffer seine Wirkung: Die Einnahme von Mönchspfeffer senkt die Ausschüttung des Hormons und kann damit helfen, den Zyklus zu regulieren.

#2 Zu wenig Gelbkörperhormone
Hohe Prolaktinwerte können sich auch negativ auf die Bildung von Gelbkörperhormonen (Progesteron) auswirken. Das Gelbkörperhormon wird unmittelbar nach dem Eisprung produziert und soll helfen, die Gebärmutterschleimhaut auf eine mögliche Schwangerschaft vorzubereiten. Ist es nicht ausreichend vorhanden, kann sich das befruchtete Ei nicht in der Gebärmutter einnisten und du kannst nicht schwanger werden. Auch hier kann Mönchspfeffer helfen, denn er stimuliert die die Hirnanhangsdrüse (Hypophyse) zur stärkeren Bildung des Gelbkörperhormons (Progesteron).

Wie lange soll ich Mönchpfeffer nehmen?

Mönchspfeffer sollte zwei bis drei Monate eingenommen werden, damit sich der Hormonhaushalt harmonisiert. Paare mit Kinderwunsch müssen sich also ein wenig gedulden, bis die Wirkung eintritt.

Aber: Mönchspfeffer ist kein Wundermittel und kann nur gegen leichte bis mittlere Störungen des Hormonhaushaltes helfen. Ist dein Zyklus massiv gestört und kommt es zu keinem richtigen Eisprung mehr, so solltest du mit deinem Arzt weitere Behandlungsmöglichkeiten besprechen!

Welche Nebenwirkungen hat Mönchspfeffer?

Auch wenn Mönchspfeffer rein pflanzlich ist und allgemein sehr gut vertragen wird, kann es zu unerwünschten Nebenwirkungen kommen. Diese können sein:

  • Magenbeschwerden
  • juckender Hautauschlag
  • Schwindel und Kopfschmerzen
  • Durchfall
  • Sexuelle Unlust
  • Verstärkung bereits bestehender psychischer Probleme
    (kann die Wirkung von Medikamenten aus der Gruppe der Dopamin-Rezeptor-Antagonisten drosseln)

Unmittelbar nach dem Absetzen des Präparates sollten diese Nebenwirkungen wieder abklingen.

Außerdem: Schwangere und Stillende sollten ganz auf Mönchspfeffer verzichten. Wie oben erklärt, beeinflusst Mönchspfeffer die Produktion des Hormons Prolaktin. Während der Schwangerschaft ist Prolaktin jedoch äußerst wichtig und sollte nicht durch die Einnahme gehemmt werden.

Mönchspfeffer: In welcher Form einnehmen?

Mönchspfeffer-Präparate kannst du rezeptfrei in der Apotheke kaufen. Üblich sind Tabletten, Kapseln und Tropfen, es sind aber auch Tee und Globuli erhältlich. Die monatlichen Kosten liegen hier zwischen fünf und elf Euro.

Wichtig: Auch wenn du Mönchspfeffer frei verkäuflich ist, solltest du vor der Einnahme mit deinem Frauenarzt sprechen. Er kann mögliche andere Ursachen für einen unerfüllten Kinderwunsch ausschließen. Außerdem kann er deinen Prolaktinwert messen und sicherstellen, dass Mönchspfeffer für dich unbedenklich ist.

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Quellen:

  • Mönchspfeffer.info – Unanbhäniger Ratgeber rund um Mönchspfeffer (Vitex Agnus Castus) (2018): Kinderwunsch & Schwangerschaft mit Mönchspfeffer: Es funktioniert.
    https://www.moenchspfeffer.info/kinderwunsch-schwangerschaft.html, (letzter Zugriff: Mai 2019)
  • MedUni (2019): Kinderwunsch? Warum es nicht immer auf Anhieb klappt!, https://www.meduni.com/kinderwunsch-warum-es-nicht-immer-auf-anhieb-klappt/ (letzter Zugriff: Mai 2019)
  • Onmeda (2018): Mönchspfeffer (Vitex agnus castus, Keuschlamm),
    https://www.onmeda.de/heilpflanzen/moenchspfeffer.html, (letzter Zugriff: Mai 2019)
  • Stange, Rainer; Kraft, Karin (2009): Lehrbuch Naturheilverfahren, Georg Thieme Verlag, S. 605