Ovulationstest: Welche Tests gibt es? Wie wende ich sie an?

Ovulationstest: Diese Tests gibt es und so funktionieren sie!

Ein Ovulationstest kann dir zuverlässig dabei helfen, schneller schwanger zu werden, indem er dir deine fruchtbaren Tage und deinen Eisprung anzeigt. Wie ein Ovulationstest funktioniert, kannst du dir in wenigen Sekunden in diesem Video ansehen. Eine genaue Anleitung und eine Übersicht, welche Tests es gibt und wo du sie bekommst, findest du im Artikel darunter.

So kannst du mit einem Ovulationstest schwanger werden

Es kann viele Gründe geben, wieso es mit dem Babywunsch nicht auf Anhieb funktionieren will. Einer davon: Du kennst die günstigste Zeit, um schwanger zu werden, nicht und verpasst sie. Die größten Chancen bestehen am Tag des Eisprungs sowie am Tag davor. Finde mit Hilfe eines Ovulationstests heraus, wann diese beiden Tage bei dir sind. So geht’s!

Wie funktioniert ein Ovulationstest überhaupt?

Die Funktionsweise eines Ovulationstests ist so einfach wie genial: Das sogenannte luteinisierende Hormon (LH) ist in deinem Körper verantwortlich für das Auslösen des Eisprungs. Etwa 24 bis 36 Stunden vor dem Eisprung steigt daher der LH-Spiegel im Urin stark an. Ovulationstests erkennen diesen rapiden Anstieg und sagen dir damit zuverlässig den günstigsten Zeitpunkt für den Geschlechtsverkehr voraus. Richtig angewendet, lässt sich so die Chance auf die erwünschte Schwangerschaft deutlich erhöhen.

Ovulationstest-Anwendung: Wann ist der richtige Zeitpunkt?

Bevor du mit der Anwendung eines LH-Tests beginnen kannst, musst du noch die eigene Zykluslänge bestimmen, damit du weißt, wann du den Test zum ersten Mal anwenden solltest. Am besten schaust du dafür auf die letzten Menstruationszyklen zurück. Ein Zyklus beginnt immer mit dem Einsetzen der Blutung und endet am letzten Tag vor der nächsten Periode. Bei geringen Abweichungen der Zyklusdauer (weniger als vier Tage) nimmst du einen Mittelwert. Frauen mit unregelmäßigeren Zyklen sollten die kürzeste Länge zur Berechnung verwenden. Wenn du nun die Länge kennst, ziehst du davon 18 Tage ab. Das ist dein erster Testtag! Bei einem Zyklus von beispielsweise 28 Tagen, wird also am zehnten Zyklus-Tag mit dem Ovulationstest begonnen. Den genauen Tag für den Testbeginn kannst du auch der Gebrauchsanweisung entnehmen.

Anleitung: So bestimmst du jetzt die fruchtbaren Tage

Die Anwendung eines Eisprungtests ist ebenso einfach, wie bei einem Schwangerschaftstest. Testen kannst du zu jeder Tageszeit, aber unbedingt immer zur ungefähr gleichen Uhrzeit. Da du mindestens vier Stunden vorher nicht uriniert haben solltest, empfiehlt es sich, den Ovulationstest immer nach dem Aufstehen mit dem Morgenurin durchzuführen. Eine Packung enthält mehrere Teststäbchen. Entnimm eines der Stäbchen und tauche die Testspitze wie auch bei einem Schwangerschaftstest in deinen Urin – entweder direkt in den Strahl oder in ein Behältnis mit aufgefangenem Urin. Halte aber unbedingt die Dauer des Eintauchens ein, die in der Beschreibung angegeben ist!

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Auswertung des Ovulationstests

Nach etwa drei Minuten kann das Ergebnis abgelesen werden. Es gibt zwei Linien: Die Referenzlinie zeigt, ob der Test korrekt funktioniert hat. Die Ergebnislinie sagt dir, wie hoch die Konzentration des luteinisierenden Hormons im Urin ist. Je farbintensiver das Ergebnis, desto höher der Hormonspiegel. Kein oder nur ein sehr schwacher Streifen sagt aus, dass der Wert noch nicht gestiegen ist. Nun muss der Test jeden Tag zur gleichen Zeit wiederholt werden. Färbt sich die Ergebnislinie genauso deutlich oder stärker als die Referenzlinie, hat der Ovulationstest einen Anstieg des luteinisierendes Hormons erkannt. Somit ist der Test positiv und die fruchtbarste Zeit in diesem Zyklus hat begonnen. Jetzt heißt es binnen 48 Stunden mit dem Partner Geschlechtsverkehr zu haben, denn in diesem Zeitfenster sind die Erfolgschancen am größten.

Wird der Test nach allen fünf bzw. sieben Stäbchen noch immer nicht positiv, dann teste mit einer zweiten Packung weiter. Es könnte sich um einen sehr späten Eisprung oder einen Zyklus ohne Eisprung handeln. Das ist prinzipiell nicht ungewöhnlich, sollte aber mit dem Arzt besprochen werden, wenn es häufiger vorkommt.

Ovulationstest kaufen: Diese Arten bieten Clearblue & Co. an

In Apotheken, Drogerien und online erhältst du von mehreren Herstellern wie Clearblue oder TestaMed verschiedene Arten von Ovulationstests, die sich in ihrer Funktionsweise aber kaum unterscheiden: die von uns beschriebenen Teststäbchen, Kassettentests oder auch digitale Tests. Bei den Kassettensystemen werden einige Tropfen Urin mit einer Pipette auf ein Testfeld geträufelt. Bei einem digitalen Eisprungtest soll eine Fehlinterpretation beim Ablesen des Ergebnisses vermieden werden. Auf dem Display wird zum Beispiel ein eindeutiges Ei-Symbol oder ein Grinse-Gesicht angezeigt, falls ein LH-Anstieg ermittelt wurde. So bleibt kein Zweifel, wann der relevante Zeitraum beginnt.

Egal für welche Art von Test du dich auch entscheidest, kostenfrei ist der Kinderwunsch nach Plan natürlich nicht: Je nach Test musst du pro Zyklus mit etwa 3 bis 20 Euro rechnen. Unbenutzte Teststreifen können im nächsten Zyklus wiederverwendet werden.

Sonderform des Ovu-Test: Fertilitätsmonitor und Zykluscomputer

Frauen, die das Thema Kinderwunsch noch strukturierter angehen möchten oder sich generell für eine natürliche Familienplanung (NFP) interessieren, könnten anstelle des gewöhnlichen Ovulationstests auch zu einem Zykluscomputer oder einem Fertilitätsmonitor greifen. Diese kleinen Computer erfassen deinen Zyklus anhand regelmäßiger Messungen der Basaltemperatur (z.B. die Zykluscomputer Daysy oder myWay) oder der Hormonkonzentration deines Urins (z.B. der Clearblue Fertilitätsmonitor) und zeigen dir so an, an welchen Tagen du schwanger werden kannst. Zykluscomputer gehen sogar noch darüber hinaus und können nach erfülltem Kinderwunsch zur Verhütung weiterverwendet werden. Zudem entstehen bei ihnen durch die Messung der Temperatur keine Folgekosten in den folgenden Zyklen. Einige der Computer und auch der Fertilitätsmonitor zeigen dir sogar an, ob du tatsächlich schwanger geworden bist. Der Nachteil an den kleinen Geräten: Du musst deutlich tiefer in die Tasche greifen – zwischen 90 und 300 Euro kosten dich Fertilitätsmonitor oder Zykluscomputer.

Kann der Eisprungkalender eine Alternative zum LH-Test sein?

Stellt sich noch die berechtigte Frage: Kann ich nicht auch kostenfrei meine fruchtbaren Tage bestimmen? Hierfür bietet sich der Eisprungkalender an. Mit seiner Hilfe kann man den Zeitraum der fruchtbaren Tage schon recht gut eingrenzen. Die Zykluslänge sowie der genaue Zeitpunkt des Eisprungs können allerdings von Monat zu Monat variieren. Einfluss darauf haben zum Beispiel Faktoren wie Stress, ein höheres Alter der Frau oder jahrelanges Einnehmen der Pille, was das Berechnen der fruchtbaren Tage recht schwierig machen kann. Für Frauen mit unregelmäßigen Menstruationszyklen bietet sich daher eher der beschriebene Ovulationstest an. Nicht zuletzt, weil sich damit auch erkennen lässt, ob überhaupt ein Eisprung stattfindet.

Trotz Kinderwunsch und LH-Test bloß nicht den Spaß im Bett verlieren

Was tut man nicht alles für die Erfüllung des Kinderwunsches? Doch achtet auch darauf, euch als Paar unter all dem Testen und Planen nicht aus den Augen zu verlieren. Liebt euch auch, wenn der Ovulationstest gerade keine fruchtbare Zeit anzeigt und setzt euch gegenseitig nicht zu sehr unter Druck. Denn sonst kann sich schnell Ernüchterung einstellen und der Geschlechtsverkehr auf Kommando wird zum notwendigen Akt, an dem beide keinen Spaß mehr haben. Ob das dann zum ersehnten Baby führt, ist fraglich. Also bewahrt euch die Lust aufeinander und respektiert es, wenn der Partner am Tag des Eisprungs mal überhaupt keine Lust auf Zärtlichkeiten hat.

Allen Paaren, die auf ein Baby „hinarbeiten“, wünschen wir viel Spaß und Erfolg, sodass sich der Kindersegen schon bald einstellt!