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300 Euro pro Kind: Bundesrat stimmt Kinderbonus zu

Nach der Bundesregierung hat sich nun auch der Bundesrat, am gestrigen Montag, auf das milliardenschwere Konjunkturpaket geeinigt. Pro Kind gibt es nun einen einmaligen Kinderbonus von 300 Euro. Außerdem wird der Entlastungsbetrag für Alleinerziehende nahezu verdoppelt. Insgesamt schätzt die Bundesregierung die Kosten dafür auf etwa 4,3 Milliarden Euro. Die Details.

300 € pro Kind: Wie viel hilft das Familien wirklich?
300 € pro Kind: Wie viel hilft das Familien wirklich?
© Unsplash/ Guillaume M.

Wer bekommt den Kinderbonus?

Eltern bekommen einmalig für jedes Kind 300 Euro. Voraussetzung dafür ist, dass die Kinder Anspruch auf Kindergeld haben. Der Bonus wird dann zusammen mit dem Kindergeld ausgezahlt und muss ebenfalls versteuert werden. Er wird nicht auf die Grundsicherung angerechnet, sondern ist vergleichbar mit dem Kinderfreibetrag.

Die erste Zahlung wird im September in Höhe von 200 Euro erfolgen, die restlichen 100 Euro werden dann im Oktober ausgezahlt.

 

Steuerliche Entlastung für Alleinerziehende

Für Alleinerziehende wird es eine zusätzliche steuerliche Entlastung geben. Für die Jahre 2020 und 2021 soll der Freibetrag verdoppelt und auf 4.000 Euro angehoben werden. Bisher beträgt der Entlastungsbetrag 1.908 Euro für das erste Kind und 240 Euro für jedes weitere.

Zuschüsse für Kitaausbau

Insgesamt hat das beschlossenen Konjunkturpacket ein Volumen von 130 Milliarden Euro. Ein Teil davon – nach Angaben von Spiegel Online etwa drei Milliarden Euro – soll für den Ausbau von Kitas, Krippen und Ganztagsschulen aufgewendet werden. Auch digitales Lernen soll gefördert werden. Viele Schulen waren auf das Homeschooling während des Lockdowns schlicht zu schlecht vorbereitet.

Kritik am Familienbonus: keine echte Hilfe bei finanziellen Problemen

„Der Kinderbonus wird verbrennen wie ein Strohfeuer“, sagte Verena Bentele, Präsidentin des Sozialverbands VdK, der „Rheinischen Post“. Ihrer Meinung nach wäre es zielführender arme und bedürftige Familien zu unterstützen. „Wenn der Kinderbonus im Sparschwein oder im Aktienfonds landet, verpufft der Konjunkturimpuls. Und wer echte finanzielle Sorgen hat, dem helfen 300 Euro gar nichts.“

Auch die Grünen-Chefin Annalena Baerbock kritisiert:

„Ich brauche das Geld nicht, ich will lieber wieder eine funktionierende Betreuung für meine Töchter, damit ich mich zwischen meinem Beruf und Betreuung nicht so zerreiße.“

Während der gesamten Krise hatte das Deutsche Kinderhilfswerk immer wieder betont, wie wichtig es ist, allen Kindern einen Zugang zu Bildung zu ermöglichen und sich für eine rasche Öffnung von Schulen und Kitas eingesetzt. Eine kurzfristige finanzielle Unterstützung löse das grundsätzliche Problem nicht: „Staatliche Unterstützung in Zeiten von Corona darf sich nicht auf Kaufanreize für Autos beschränken, sondern muss endlich den Wert von Kindern und Familien für das Gemeinwesen ernst nehmen“, betont Holger Hofmann, Bundesgeschäftsführer des Deutschen Kinderhilfswerkes.

Eine vielgehörte Kritik lautet daher: Die 4,3 Milliarden Euro, die für den Familienbonus veranschlagt sind, hätten anders sinnvoller investiert werden können.

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