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Corona-Kinderbonus: Wann werden die 300 Euro ausgezahlt?

Im September beginnt die Auszahlung des Corona-Kinderbonus. Sie erfolgt stufenweise und richtet sich nach den Endziffern der Kindergeldnummer. Hier kannst du nachschauen, wann genau ihr den Bonus überwiesen bekommt.

300 € pro Kind: Wie viel hilft das Familien wirklich?
300 € pro Kind: Wie viel hilft das Familien wirklich?
© Unsplash/ Guillaume M.

Ab dem 7. September beginnt die Auszahlung

Im Juni haben sich Bundesregierung und Bundesrat darauf geeinigt, dass alle Kinder einen 300-Euro-Bonus zum Kindergeld erhalten sollen. Am 7. September beginnt nun stufenweise die Auszahlung. Bis Ende des Monats wird die erste Rate in Höhe von 200 Euro ausgezahlt, im Oktober folgen dann die restlichen 100 Euro als zweite Rate.

200 Euro im September, 100 Euro im Oktober

Wann genau ihr den Kinderbonus bekommt, richtet sich nach der Endziffer der Kindergeldnummer.

Beispiel: Bei der Kindergeldnummer xxxFKxxxxx9 ist die Endziffer eine 9.

Die Bundesagentur für Arbeit hat diese Termine für die Auszahlung festgelegt:

Für die erste Rate im September 2020

  • Endziffer 0: 7. September
  • Endziffer 1: 8. September
  • Endziffer 2: 9. September
  • Endziffer 3: 10. September
  • Endziffer 4: 11. September
  • Endziffer 5: 14. September
  • Endziffer 6: 16. September
  • Endziffer 7: 18. September
  • Endziffer 8: 21. September
  • Endziffer 9: 22. September

Für die zweite Rate im Oktober 2020

  • Endziffer 0: 7. Oktober
  • Endziffer 1: 8. Oktober
  • Endziffer 2: 9. Oktober
  • Endziffer 3: 12. Oktober
  • Endziffer 4: 14. Oktober
  • Endziffer 5: 15. Oktober
  • Endziffer 6: 16. Oktober
  • Endziffer 7: 19. Oktober
  • Endziffer 8: 21. Oktober
  • Endziffer 9: 22. Oktober

Kinderbonus wird nicht auf Sozialleistungen angerechnet

Voraussetzung für den Corona-Kinderbonus ist, dass die Kinder Anspruch auf Kindergeld haben. Der Bonus wird beim Kinderzuschlag und beim Wohngeld nicht als Einkommen berücksichtigt. Auch wird er nicht beim Unterhaltsvorschuss angerechnet.

Bei getrenntlebenden Eltern hat der Elternteil Anspruch auf den Bonus, der auch das Kindergeld bekommt. Ein großes „ABER“ gibt es hier jedoch: Teilen sich die Eltern das Sorgerecht gleichberechtigt, „darf der andere Elternteil die Hälfte des Kinderbonus von seiner Unterhaltszahlung in den beiden Auszahlungsmonaten (also in der Regel 100 Euro im September und 50 Euro im Oktober) abziehen“, erklärt das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSHJ).

Steuerliche Entlastung für Alleinerziehende

Für Alleinerziehende wird es eine zusätzliche steuerliche Entlastung geben. Für die Jahre 2020 und 2021 soll der Freibetrag verdoppelt und auf 4.000 Euro angehoben werden. Bisher beträgt der Entlastungsbetrag 1.908 Euro für das erste Kind und 240 Euro für jedes weitere.

Wer profitiert vom Kinderbonus?

Der Corona-Kinderbonus wird analog zum Kindergeld bei der Steuer mit den Kinderfreibeträgen verrechnet. Das heißt, nicht alle Familien profitieren gleichermaßen von dem Kinderbonus. Vor allem Familien mit geringem bis mittlerem Einkommen kommt der Bonus zugute. Je mehr Eltern verdienen, desto weniger bleibt nach der Steuererklärung von der Extrazahlung übrig. Das BMFSHJ rechnet damit, dass rund 80 Prozent der Kinder die volle Entlastung durch den Kinderbonus erhalten würden, rund 20 Prozent würden nur teilweise oder nicht entlastet.

Kritik am Familienbonus: keine echte Hilfe bei finanziellen Problemen

„Der Kinderbonus wird verbrennen wie ein Strohfeuer“, sagte Verena Bentele, Präsidentin des Sozialverbands VdK, der „Rheinischen Post“. Ihrer Meinung nach wäre es zielführender arme und bedürftige Familien zu unterstützen. „Wenn der Kinderbonus im Sparschwein oder im Aktienfonds landet, verpufft der Konjunkturimpuls. Und wer echte finanzielle Sorgen hat, dem helfen 300 Euro gar nichts.“

Auch die Grünen-Chefin Annalena Baerbock kritisiert:

„Ich brauche das Geld nicht, ich will lieber wieder eine funktionierende Betreuung für meine Töchter, damit ich mich zwischen meinem Beruf und Betreuung nicht so zerreiße.“

Während der gesamten Krise hatte das Deutsche Kinderhilfswerk immer wieder betont, wie wichtig es ist, allen Kindern einen Zugang zu Bildung zu ermöglichen und sich für eine rasche Öffnung von Schulen und Kitas eingesetzt. Eine kurzfristige finanzielle Unterstützung löse das grundsätzliche Problem nicht: „Staatliche Unterstützung in Zeiten von Corona darf sich nicht auf Kaufanreize für Autos beschränken, sondern muss endlich den Wert von Kindern und Familien für das Gemeinwesen ernst nehmen“, betont Holger Hofmann, Bundesgeschäftsführer des Deutschen Kinderhilfswerkes.

Eine vielgehörte Kritik lautet daher: Die 4,3 Milliarden Euro, die für den Familienbonus veranschlagt sind, hätten anders sinnvoller investiert werden können.

Quellen