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Adventskalender-Geschichte: So ist er entstanden

vonBarbara Schniebel

Die Adventskalender-Geschichte beginnt mit einem kleinen Jungen namens Gerhard Lang. Er fragte seine Mutter immer wieder, wie viele Tage es noch bis Weihnachten sind. Daraufhin hatte sie eine großartige Idee und die Entstehung des Adventskalenders stand in den Startlöchern.

vonBarbara Schniebel
Adventskalender: Entstehung ist Mutterliebe zu verdanken
Adventskalender: Entstehung ist Mutterliebe zu verdanken
© Bigstocj/ Asvolas

In diesem Artikel:

  • „Adventsbaum“ als erste bekannte Tradition
  • Wer hat den Adventskalender erfunden?
  • So sah der erste Adventskalender aus
  • Erster Adventskalender mit Schokolade
  • Internationale Verbreitung

Die Geschichte zum Adventskalender: Ursprung im 19. Jahrhundert

Der genaue Ursprung des Adventskalenders ist nicht mehr zu bestimmen. Familien haben häufig ihre eigenen Traditionen für die Vorweihnachtszeit gehabt. Ob es Kreidestriche an der Tür waren, von denen täglich einer weggewischt wurde. Oder ob es Strohhalme waren, die an jedem Tag in die Krippe gelegt wurden. Die Traditionen wurden lediglich durch Erzählungen übermittelt.

Weit verbreitet war bereits seit Mitte des 19. Jahrhunderts der sogenannte “Adventsbaum”. Jeden Tag durften die Kinder ein kleines Fähnchen oder einen Stern mit Bibelversen daran an den sonst kahlen Tannenbaum stecken. Manchmal wurde auch zusätzlich eine Kerze angezündet und die Familie saß unter dem Adventsbaum zusammen.

Wer hat den Adventskalender erfunden?

Als Erfinder des gedruckten Adventskalenders gilt Gerhard Lang (1881 -1974). Er hat ihn im Jahr 1908 als erster in hoher Stückzahl produzieren lassen und damit an die breite Masse gebracht. Zu der Idee inspiriert wurde Lang von seiner Mutter.

Adventskalender basteln

Inspiriert vom Erfindergeist seiner Mutter

Langs persönliche Adventskaleder-Geschichte: So wie die meisten Kinder fragte auch er seine Mama immer wieder, wie viele Tage es noch bis Weihnachten sind. Diese hat ihm schließlich 24 kleine Gebäckstücke auf einen Karton gehängt, von denen er jeden Tag eines essen durfte. Der Adventskalender hat seinen Ursprung also ist im Grunde in der Mutterliebe. Mamas machen eben alles für ihre Kinder – vor allem, wenn sie dann etwas weniger quengelig sind.

So sah der erste Adventskalender aus: „Im Lande des Christkinds“

Der erste kommerzielle Adventskalender – damals noch Weihnachts-Kalender – hieß „Im Lande des Christkinds“. Er bestand aus einem Blatt mit 24 Bildchen, die man ausschneiden musste und einem zweiten Blatt mit weihnachtlichen Versen.

Auf die Verse durfte dann täglich das passende Bildchen aufgeklebt werden, sodass sich am Ende ein komplettes Bild ergab. Gezeichnet wurden die Bildchen von dem Illustrator Ernst Kepler.

https://www.facebook.com/weihnachtsmuseum/photos/a.1037194596292884/1117878314891178/

„Die Christrose“: erster Adventskalender mit Schokolade

Lang war es auch, der zum ersten Mal Schokolade in die Kalender füllte. Zusammen mit der Schokoladenfirma Stollwerk brachte er 1926 den Adventskalender „Die Christrose“ heraus, der mit 20 Schokoladenstücken gefüllt war.

Adventskalender in den Kriegsjahren

Auf Langs Erfolg sprangen andere Verlage auf und verkauften ebenfalls gedruckte Adventskalender. Darunter auch der Franz Eher Verlag. Dieser war seit den 20er-Jahren der Zentralverlag der NSDAP. In den Kriegsjahren war er daher der einzige Verlag, der weiterhin Adventskalender produzieren durfte. Allerdings wurden diese ebenfalls zur Propaganda eingesetzt: religiöse Inhalte wichen einer nationalsozialistischen Symbolik und Ideologie.

Nach dem Krieg erhielt der Stuttgarter Richard Sellmer Verlag im Dezember 1945 von den US-amerikanischen Besatzern als erster die Genehmigung, wieder Adventskalender zu drucken. Von da an verbreitete sich die Tradition auch international rasch.

Nachdrucke von „Die kleine Stadt“, so der Titel des Kalenders, verkauft der Richard Sellmer Verlag noch heute.

Entstehung des Adventskranzes

Sehr ähnlich zu der Adventskalender-Geschichte ist die Entstehung des Adventskranzes. Seine Tradition geht auf den Hamburger Theologen und Sozialpädagogen Johan Hinrich Wichern zurück. Er gründete Ende des 19. Jahrhunderts ein “Rettungshaus” für Kinder, die in besonders armen Verhältnissen aufwachsen mussten. Als die Kinder ihn in der Weihnachtszeit immer und immer wieder fragten, wann denn nun endlich Weihnachten sei, hatte er eine Idee:

Er nahm ein großes Wagenrad und befestigte darauf 4 große und 19 kleine weiße Kerzen. Am Adventssonntag wurde je eine große und an jedem Wochentag je eine kleine Kerze angezündet. So konnten die Kinder die Tage bis Weihnachten abzählen.

Quellen

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