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STIKO ändert Empfehlungen für die Sechsfach-Impfung

Ab sofort gelten für das Impfen neue Regelungen. Einer der bisher vier vorgesehenen Impftermine für Tetanus, Diphtherie und Co wird aus dem Impfpass gestrichen.

Sechsfach-Impfung: Ab sofort gibt es einen Pieks weniger
Sechsfach-Impfung: Ab sofort gibt es einen Pieks weniger
© Pexels/ Karolina Grabowska

Seit Mitte der 90er Jahre folgt die Sechsfach-Impfung einem sogenannten 3+1-Impfschema. Das bedeutet, Kinder werden für die Grundimmunisierung gegen Diphtherie, Tetanus, Keuchhusten, Poliomyelitis, Haemophilus influenzae Typ b (Hib) und Hepatitis B insgesamt vier Mal geimpft: im Alter von zwei, drei und vier Monaten sowie ein weiteres Mal möglichst kurz nach dem 1. Geburtstag.

Neues 2+1-Impfschema für die Sechsfach-Impfung:

Nach den neuen Empfehlungen der Ständigen Impfkommission (STIKO) entfällt jetzt der Termin im vierten Lebensmonat. Ab sofort wird nach einem 2+1-Impfschema geimpft. Damit sind für die Sechsfach-Impfung nur noch drei Impfstoffdosen erforderlich. „Es wird empfohlen das 2+1-Impfschema zeitgerecht im Alter von 8 Wochen zu beginnen, die 2. Dosis im Alter von 4 Monaten und die 3. Dosis im Alter von 11 Monaten zu verabreichen“, so die STIKO.

Wichtig: Für Frühgeborene, die vor der vollendeten 37. Schwangerschaftswoche geboren sind, gilt die neue Empfehlung nicht. Sie sollten weiterhin mit vier Impfstoffdosen nach dem 3+1-Schema geimpft werden. Durch die kürzeren Impfabstände soll das noch nicht ausgereifte Immunsystem unterstützt werden.

Warum die Änderung?

Weil bei der Sechsfach-Impfung gegen mehrere Krankheiten auf einmal geimpft wird, machen sich Eltern häufig Sorgen, das Immunsystem ihres Babys überlasten zu können. Daher werden wichtige Impftermine gerne aufgeschoben. Die STIKO erwartet sich von den Änderungen, dass sich die „zeitgerechte Inanspruchnahme der Impfungen verbessert“. Nach dem Plan der STIKO könnten für die zweite und dritte Impfung dann auch die Termine der Vorsorgeuntersuchungen U4 und U6 genutzt werden.

Ist mein Baby trotzdem geschützt?

Für die Entscheidung das Impfschema anzupassen hat sich die STIKO verschiedene Studien angeschaut. Letztendlich war die größte Sorge, ob Kinder trotz einer Impfdosis weniger, ausreichend gegen Keuchhusten geschützt sind. Gerade Babys, die jünger sind als ein halbes Jahr, können daran schwer erkranken. Allerdings zeigt die aktuelle Studienlage, dass auch drei statt vier Impfdosen für einen ausreichenden Keuchhusten-Schutz sorgen.

Übrigens: In vielen europäischen Nachbarländern, darunter vor allem die skandinavischen Ländern aber auch Österreich und die Schweiz, gilt ein 2+1-Impfschmea schon lange.

Quellen