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STIKO empfiehlt Corona-Impfung für Kinder nur bei Vorerkrankungen

© Pexels / Karolina Grabowska

Die STIKO hat nun ihre offiziellen Empfehlungen für die Corona-Impfung für Kinder veröffentlicht. Eine Impfempfehlung wird es demnach nur für Kinder mit Vorerkrankungen geben.

Keine generelle Impfempfehlung

Die STIKO, die Ständige Impfkommission, spricht keine generelle Impf-Empfehlung für Kinder zwischen 12 und 17 Jahren aus. Eine Empfehlung wird es nur für Kinder geben, die durch eine Vorerkrankung das Risiko haben, schwer an  COVID-19 zu erkranken. Das ist dem heute aktualisierten Corona-Bulletin des Robert Koch-Instituts (RKI) zu entnehmen.

Erkrankungen mit erhöhtem Risiko

Die STIKO empfiehlt Kinder nur bei folgenden Vorerkrankungen gegen das Coronavirus impfen zu lassen:

  • Starkes Übergewicht
  • Angeborene / erworbene Immundefekte
  • Erkrankungen, die das körpereigene Abwehrsystem unterdrücken (Immunsuppression)
  • Schwere Zyanose (Blausucht)
  • Schwere Herzschwäche
  • Schwere Verengung der Lungengefäße (pulmonale Hypertonie)
  • Chronische Lungenerkrankungen mit anhaltender Einschränkung der Lungenfunktion
  • Chronische Nierenschwäche
  • Chronische neurologische oder neuromuskuläre Erkrankungen
  • Bösartige Tumorerkrankungen
  • Trisomie 21
  • Seltene Erkrankungen mit schwerer Beeinträchtigung

Außerdem sollten laut der STIKO Kinder geimpft werden, die engen Kontakt mit (erwachsenen) Risikopatienten haben. Vor allem dann, wenn diese selbst nicht geimpft werden können.

Impfung auch ohne Empfehlung möglich

Eine Impfung für Kinder und Jugendliche zwischen 12 und 17 Jahren sei „nach ärztlicher Aufklärung und bei individuellem Wunsch und Risikoakzeptanz“ natürlich möglich, so das RKI.

Heymut Omran, STIKO-Mitglied und Direktor der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin am Universitätsklinikum Münster, nennt gegenüber dem Deutschen Ärzteblatt noch einen weiteren wichtigen Punkt: Er empfiehlt die Impfung auch für Kinder, die psychische Erkrankungen haben oder durch die Pandemie große Ängste vor dem Virus entwickelt haben.

Begründung der STIKO

Dass die STIKO sich nicht für eine generelle Impfung für Kinder ausspricht, liegt vor allem daran, dass es aus den Studien noch keine ausreichenden Daten zu möglichen Nebenwirkungen gibt. Derzeit sind nur knapp über 1.000 Kinder mit Comirnaty, der Impstoff von BioNTech/Pfizer, geimpft worden. Das lasse noch keinen sicheren Schluss zu selteneren Nebenwirkungen zu, so der STIKO-Vorsitzende, Thomas Mertens, bei tagesschau24.

Wie auch der Kinderarzt Omran, dem Deutschen Ärzteblatt bestätigt hat, werde sich die Datenlage in den nächsten Wochen und Monaten aber weiter verbessern. Dies soll eine bessere, individuelle Beratung durch die Kinderärzte ermöglichen.

Generell gilt es bei der Entscheidung für oder gegen eine Impfung gegen das Coronavirus die Kosten und Nutzen abzuwägen. Da derzeit davon ausgegangen wird, dass Kinder eher selten schwer an COVID-19 erkranken, mögliche Nebenwirkungen einer Impfung aber schlicht noch nicht abzuschätzen sind, spricht die STIKO keine generelle Empfehlung aus – zumindest derzeit.

Bisher ist nur Comirnaty, der Impstoff von BioNTech/Pfizer, offiziell für Kinder ab 12 Jahren zugelassen.

Quellen

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