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Coronavirus: Bundeselternrat kritisiert fehlende Hygiene an Schulen

Wie wichtig es ist, sich regelmäßig und richtig die Hände zu waschen, wird seit dem Ausbruch der Corona-Pandemie von allen Seiten gepredigt. Der Bundeselternrat übt jetzt scharfe Kritik an den Hygienebedingungen an deutschen Schulen – sie seien mangelhaft oder sogar fahrlässig.

Zu wenig Seife & schmutzige Toiletten: mangelnde Hygiene an deutsche Schulen
Zu wenig Seife & schmutzige Toiletten: mangelnde Hygiene an deutsche Schulen
© Bigstock/ ChiccoDodiFC

Mangelhafte Hygienebedingungen an deutschen Schulen

Von möglichen Kita- und Schulschließungen zur Eindämmung des Coronavirus wird aktuell viel gesprochen. Stephan Wassmuth, Vorsitzender des Bundeselternrats, hält das aktuell noch nicht für notwendig. Er sieht ein viel dringenderes Problem an deutschen Schulen – da mangelt es nämlich an grundlegenden Hygienevorraussetzungen.

Der Spiegel online zitiert Wasmuth nach der Nachrichtenagentur dpa so: „Wir haben einen riesigen Sanierungsstau“, sagte Wassmuth. „Die sanitären Einrichtungen entsprechen in der Vielzahl [der Schulen] nicht den aktuell geltenden Standards, geschweige denn den Hygienevorschriften.“

Zu wenige Klos, zu wenig Reinigungspersonal, zu wenig Seife

Wassmuth erklärt, dass Toiletten in deutschen Schulen oft den Hygienestandards nicht gerecht werden. Viele Klos werden geschlossen – die wenigen übrigen werden zu selten gereinigt. Es gibt kaum Seife, Papierhandtücher oder Handtrockner.

„Wir müssen aufpassen, wir müssen Hygienemaßnahmen einhalten“, so Wassmuth. Damit Hygienemaßnahmen aber eingehalten werden können, muss die Ausstattung dafür da sein: Da wollen sich die Kinder also brav die Hände waschen, sie können es aber nicht!

So könnte die Situation verbessert werden

Der Bundeselternrat sieht die Ursache für die Mängel im Budget. Die Lösung dafür: ein schnelles Maßnahmenpacket zur Verbesserung der Hygienebedingungen an deutschen Schulen. Zu den konkreten Forderungen zählen:

  • zusätzliches Reinigungspersonal
  • tägliche Reinigung der Sanitäranlagen, sowie Türgriffen und Handläufen in allen Schulen
  • Seife, Papierhandtücher und Desinfektionsmittel „in ausreichendem Maß“

Übrigens: Wassmuth erklärt, dass diese Forderungen dauerhaft, also nicht nur durch die aktuelle Corona-Gefahr, durchgesetzt werden sollen. Der Bundeselternrat sieht hier Städte und Gemeinden in der Verantwortung. Wenn die Hygienemaßnahmen nicht schnellstmöglich bereitgestellt werden, dann wird laut Wassmuth die Fürsorgepflicht des Staates „grob fahrlässig verletzt“.

Zwei Wochen Corona-Ferien: aktuell nicht nötig

Vom Vorschlag, Kindergärten und Schulen für zwei Wochen zu schließen, der letztens von einem Virologen gemacht wurde, hält der Bundeselternrat derzeit nicht viel. Über Schließungen sollte erst nachgedacht werden, wenn es Infektionen oder Virus-Kontakte gegeben hat. Denn schon jetzt gibt es laut Wassmuth zu viele Schulausfälle. Mit Blick auf die Eltern erklärt Wassmuth, dass es zwar viele Unsicherheiten gibt, jedoch keine Panik vor dem Coronavirus erzeugt werden sollte.

US-Schulen werden kreativ

In Amerika lassen sich Schulen und Lehrkräfte kreative Mittel einfallen, um ihre Schule zum richtigen Händewaschen zu animieren. Eine Lehrerin aus dem Bundesstaat Monaten teilte auf Facebook jetzt ihre Aufgabe für ihre Drittklässler: Jeden Morgen bekommen ihre Kinder einen Stempel auf den Handrücken – wenn der am Ende des Tages weggewaschen wurde, bekommt das Kind eine Belohnung!

Gepostet von Mrs. Woods 3rd Grade am Montag, 2. März 2020