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Wegen Coronavirus: Väter dürfen bei der Geburt nicht dabei sein

Die aktuellen Entwicklungen der Corona-Pandemie führen in Deutschland jetzt auch in der Geburtshilfe zu Einschränkungen: An vielen Kliniken müssen Schwangere ihre Babys ab sofort ohne Partner zur Welt bringen.

Informiere dich am besten auf der Homepage deiner Klinik
Informiere dich am besten auf der Homepage deiner Klinik
@ Bigstock/kipgodi

Geburten finden trotzdem regulär statt

Das Coronavirus sorgt bei vielen für Verunsicherung – auch bei Schwangeren. Was ist erlaubt, was nicht: Kann ich trotzdem im Krankenhaus entbinden? Darf mein Partner dabei sein? Gilt nun ein Besuchsverbot im Wochenbett?

Die erste Frage kann mit einem klaren Ja beantwortet werden. Die Hygienevorkehrungen seien gut, die Ansteckungsgefahr also keineswegs erhöht, so Andrea Ramsell vom Deutschen Hebammenverband im Interview mit dem MDR. Außerdem sei „die Versorgung, die wir in Deutschland mit Hausgeburtshilfe haben, ist in der Regel so, dass die Kolleginnen begrenzte Kapazitäten haben, und schon auf Monate im Voraus ausgebucht sind.“

Schwangerschaft, Geburt und Umgang mit dem Baby in Zeiten des Coronavirus – hier findest du alle wichtigen Informationen: Coronavirus: Wichtige Informationen für Schwangere und Mütter

Werdende Mütter ohne Begleitung im Kreißsaal

Auch während der Corona-Pandemie muss als keine Schwangere zu Hause entbinden, wenn sie das nicht möchte. Neu ist allerdings ein striktes Besuchsverbot, dass schon in vielen Kliniken gilt. Beispielsweise an der Uniklinik Bonn: Hier müssen Schwangere ihre Babys ab sofort ohne Partner zur Welt bringen. Zusätzlich werden die Besuchsmöglichkeiten auf Wochenbettstationen eingeschränkt. Das hat die Klinik via Facebook mitgeteilt.

„Um das Infektionsrisiko für Patientinnen und Mitarbeiterinnen möglichst gering zu halten, haben wir ab sofort ein Besuchsverbot erlassen. Nur werdende Mütter dürfen unser Klinikgebäude betreten. Das bedeutet leider, dass werdende Väter ihre schwangeren Frauen weder vor, während noch nach der Geburt begleiten oder besuchen dürfen. Dies gilt für spontane wie auch Kaiserschnittgeburten. Auch ein Besuch auf der Wochenbettstation ist für Väter oder andere Angehörige nicht mehr möglich.“

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Gepostet von Universitätsklinikum Bonn am Mittwoch, 18. März 2020

Die Klinik sei sich bewusst, dass dieses Verbot für die werdenden Mütter und Väter eine große Enttäuschung sei.

„Viele von uns sind selbst Eltern und wir können deswegen nachvollziehen, was diese Entscheidung für die jungen Familien emotional bedeutet. In der derzeitigen Situation muss aber die Gesundheit der Mütter, Kinder, Patientinnen und Mitarbeiterinnen die absolut oberste Priorität haben.“

Jede Klinik hat individuelle Regelungen

Dies ist aber keine bundesweit gesetzliche Regelung. Jedes Krankenhaus regelt sein Besucherverbot und dessen Ausmaß individuell. An der Uniklinik Köln zum Beispiel dürfen Väter bei der Geburt dabei sein – dürfen aber danach nicht mehr ins Krankenhaus kommen. „Rund um die Geburt ist eine Begleitperson erlaubt. Sobald Mutter und Kind wohlauf sind, gilt das Besuchsverbot“, twitterte die Klinik.

Deswegen gilt: Informiere dich am besten auf der Homepage der Klinik, wenn du dort in den nächsten Wochen dein Baby auf die Welt bringen möchtest.

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