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Deutsches Rotes Kreuz warnt vor erhöhter Zeckengefahr

Aufgrund des milden Winters konnten sich Zecken dieses Jahr bereits früh vermehren. Dadurch steigt das Risiko einer Ansteckung mit FSME oder Borreliose-Erregern. Für das Jahr 2020 hat das Robert Koch-Institut die FSME-Risikogebiete ausgeweitet.

Das Risiko einer Ansteckung mit FSME für 2020 doppelt so hoch wie im vergangenen Jahr
Das Risiko einer Ansteckung mit FSME für 2020 doppelt so hoch wie im vergangenen Jahr
© Bigstock/ Oleksandr Yucynskyi

164 FSME-Risikogebiete in diesem Sommer

„Die Risikogebiete für einen vermehrten Zeckenanfall sind dieses Jahr größer. Aufgrund des milden Winters gibt es zudem noch mehr Zecken als in den Vorjahren. Begonnen hat die Zeckensaison diesmal schon im März“, sagt Professor Peter Sefrin, Bundesarzt des Deutschen Roten Kreuzes (DRK). Das heißt, viele Tiere sind inzwischen schon ausgewachsen: ein Problem, sagen Experten der Bayerische Gesellschaft für Immun-, Tropenmedizin und Impfwesen in München. Ältere Tiere tragen das FSME-Virus bis zu fünfmal häufiger in sich als Zecken im Jugendstadium. Somit ist das Risiko einer Ansteckung mit FSME für 2020 doppelt so hoch wie im vergangenen Jahr.

Auch die Zahl der FSME-Risikogebiete in Deutschland ist gestiegen Insgesamt sind 164 Kreise als FSME-Risikogebiete definiert. Die meisten davon befinden sich in Süddeutschland.

Neu dazu gekommen sind vor allem Stadt- und Landkreise in Sachsen und Thüringen.

  • Sachen: Dresden und der Landkreis Meißen
  • Thüringen: Landkreis Schmalkalden-Meiningen

Eine Impfung schützt zuverlässig gegen eine Ansteckung mit FSME, der sogenannten Frühsommer-Meningoenzephalitis. Die Krankheit verursacht eine Entzündung des Gehirns und der Hirnhäute. Erste Krankheitsanzeichen sind grippeähnliche Beschwerden wie Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen.

Neben FSME können Zecken auch Borelliose-Erreger übertragen. Nach einer umfassenden Datenanalyse der Westdeutsche Allgemeine Zeitung ist die Borelliose-Gefahr im Osten des Landes am größten, vor allem in Dresden und der sächsischen Schweiz sowie in Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg.

Nach einem Zeckenstich musst du die Haut beobachten. Sollte sich ein roter Kreis um die Stichstelle bilden, kann dies ein Anzeichen für Borreliose sein.

Darauf solltest du achten

Das DRK empfiehlt, den Körper mit heller und dicht anliegender Kleidung zu bedecken. Vermieden werden sollte das Laufen durch dichtes Unterholz und hohes Gras. Nach dem Aufenthalt im Freien soll die Kleidung und Haut auf Zecken untersucht werden. Vor allem Kniekehlen, Achselhöhlen, Bauchnabel, Hals, Haaransatz, Hautfalten und behaarte Körperstellen.

Tipps, wie du Zecken richtig entfernst liest du auch in unserem umfassenden Artikel über Zeckenstiche bei Kindern.

Quellen