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Lücke im Budget: Diese 5 Fragen sollten sich Familien bei Krediten stellen

Nicht jeder Traum erfüllt sich ohne Weiteres. Viele Eltern wissen, dass so manch notwendige Anschaffung oder Investition das Familienbudget übersteigen kann. Je nach Höhe der zu erwartenden Ausgaben stellt die Aufnahme eines Kredits eine Lösung dar. Hier ist es wichtig, vorab gründlich zu recherchieren. Die folgenden fünf Fragen sollten Du und Dein Partner Euch vor der Kreditaufnahme unbedingt stellen.

Das frei verfügbare Monatsbudget liefert Hinweise auf die passende Rate.
Das frei verfügbare Monatsbudget liefert Hinweise auf die passende Rate.
© Unsplash/ Kelly Sikkema

1. Wofür benötigen wir den Kredit?

Die erste Frage beantwortet sich meist von allein. Wofür ein Kredit benötigt wird, liegt in einem Großteil der Fälle schon dann auf der Hand, wenn die Lücke im Budget sich zeigt. Die Bandbreite an möglichen Zwecken ist dabei riesig. Familien unterscheiden am besten in zwingend notwendige und optionale Investitionen.

Zu notwendigen Investitionen gehören beispielsweise jene für den Ersatz des kaputten Familienautos, der lecken Waschmaschine oder für die teure Ausbildung, die einem der Partner Karrierechancen bietet. Aber auch der Ausgleich des Dispos kann mit Hilfe eines Kredits sinnvoll und kostensparend erfolgen. Das liegt daran, dass die Zinsen für Verbraucherkredite im Regelfall weitaus niedriger liegen als für den Dispokredit.

Eher optional sind Ausgaben für Reisen oder Luxusgüter. Hier sollten Familien überlegen, ob die Anschaffung tatsächlich notwendig ist. Das bedeutet nicht, dass die Investition ausbleiben sollte. Auch eine Reise nach Island zum Beispiel kann bedeutsam sein, wenn sie zu einem gemeinsamen Lebenstraum geworden ist. Notwendigkeit ist auch in diesem Thema subjektiv.

2. Welche Raten können wir uns leisten?

Steht fest, wofür der Kredit benötigt wird, ist meist auch die Höhe des notwendigen Darlehens recht klar. Während für Immobilien durchaus sechsstellige Kredite aufgenommen werden können, liegen Darlehen für Autos oder auch andere Investitionen meist im vier- bis fünfstelligen Bereich. Die Summe allein reicht jedoch nicht aus, um herauszufinden, ob Deine Familie sich einen Kredit leisten kann.

Viel wichtiger nämlich ist die Höhe der monatlichen Raten. Diese setzt sich aus

  • der Kreditsumme,
  • der Laufzeit des Darlehens,
  • den Kreditzinsen
  • und möglichen weiteren Regelungen wie Schlussraten oder Anzahlungen

zusammen. Gerade die Zinsen können von Anbieter zu Anbieter stark schwanken, weshalb Du stets mehr als nur eine Anfrage stellen solltest. Auch kannst Du günstige Kredite im Netz vergleichen und Dir so einen guten Überblick verschaffen.

3. Welche Art von Kredit ist am sinnvollsten?

Was für einen Kredit Du aufnehmen solltest, ist eine individuelle Frage und direkt abhängig von der Anschaffung oder Investition, die mit der Summe finanziert werden soll. In Deutschland waren laut Bankenverband Sparkassen, Kreditbanken und Kreditgenossenschaften zusammen für fast 85 Prozent aller Kredite an Privathaushalte verantwortlich. Sie bieten jedoch oft nicht nur eine Art von Darlehen an, sondern verfügen ebenfalls über spezielle Modelle mit Zweckbindung. Zu häufiger vergebenen Krediten mit Zweckbindung gehören Immobilien- und Autokredite.

Benötigst Du den Kredit jedoch weder für ein Haus noch für ein Auto und möchtest damit andere, eher unspezifische Dinge finanzieren, spricht vieles für den zweckungebundenen Verbraucherkredit. Hier liegen die Konditionen oft etwas anders als bei Darlehen mit Zweckbindung, weshalb ein gründlicher Vergleich besonders wichtig ist.

4. Wer bedient die Verbindlichkeiten?

Viele Familien haben sich von der klassischen Rollenverteilung verabschiedet. Väter nehmen Elternzeit, Mütter gehen arbeiten und Paare teilen sich Care-Arbeit sowie Haushaltseinkommen fair untereinander auf. Ist das auch bei Dir der Fall, wird sicherlich nicht nur einer von Euch den Kredit tragen wollen.

Gerade bei gemeinsamen Investitionen in Immobilien, Fahrzeuge, Reisen und selbst neue Haushaltsgeräte ist das gerechte Aufteilen der Raten wichtig, wenn Gleichberechtigung in der Beziehung auch vor Finanzen nicht Halt macht. Der einfachste Weg zu einer fairen Kalkulation ist den jeweils prozentualen Anteil der Partner am Familieneinkommen zu berechnen. Verdient einer von beiden 35 und der andere 65 Prozent, so kann die Rate ebenfalls auf diese Weise geteilt werden.

5. Gibt es einen Plan B für den Ernstfall?

Manche Kredite können nur bedient werden, solange die finanzielle Situation in der Familie weitestgehend gleich bleibt. Dies gilt vor allem für Immobilienkredite, kann jedoch auch Verbraucherdarlehen oder Autokredite betreffen.

Daher solltet Ihr überlegen, wie die Schulden im Ernstfall begleichen werden können. Wie der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. berichtet, sind nämlich nicht alle Familien gut auf einen möglichen Verdienstausfall vorbereitet. Während 92,6 Prozent von ihnen eine Haftpflicht- und 80,6 Prozent eine Hausratversicherung haben, verfügen lediglich

  • 43,4 Prozent über eine Risikolebensversicherung
  • 54,1 Prozent über eine Berufsunfähigkeitsversicherung
  • und 55,2 Prozent über eine Unfallversicherung.

Dabei kann der Wegfall eines Einkommens empfindliche Folgen haben und auch die Möglichkeiten, Kredite zurückzuzahlen, stark einschränken. Am besten ist es daher, wenn Paare schon vor der Planung größerer Investitionen für eine Absicherung im Hintergrund sorgen. Das sorgt nicht nur für mehr Sicherheit, sondern beschert meist auch ruhigere Nächte.