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Mutter bekommt Baby, während sie im Koma liegt

vonSarah Diedenhoven

Marriam Ahmad aus Großbritannien ist in der 29. Woche schwanger, als sie wegen einer Corona-Infektion ins Krankenhaus eingeliefert werden musste. Ihr Zustand verschlechterte sich rasant. Aber es gibt ein Happy End für Mutter und Baby.

vonSarah Diedenhoven
© Pexels / Vidal Balielo

Krankenhaustasche zu Hause gelassen

Marriam Ahmad ist Asthmatikerin. Sie infizierte sich mit dem Corona-Virus und wurde ins Krankenhaus eingeliefert. Zu diesem Zeitpunkt ist sie in der 29. Schwangerschaftswoche.

Im Krankenhaus hat sich ihr Zustand schnell verschlechtert. Trotz Sauerstoffversorgung ging es ihr immer schlechter. Schließlich hatten die Ärzte zu einem Notkaiserschnitt geraten. In einem Interview mit BBC erzählt die junge Frau ihre traumatische Geschichte.

“Innerhalb von fünf Minuten, sagten mir die Ärzte, dass ich an eine Beatmungsmaschine angeschlossen werden müsse und dass sie das Baby per Kaiserschnitt holen werden“, sagt Marriam im BBC-Interview.

Und weiter: „Ob ich das überleben werde, sei nicht sicher. Ich solle mich verabschieden“

Verabschieden sie sich von ihrer Familie

„Ich habe meine Eltern angerufen und habe geweint. Es war nur ein Gespräch von zwei Minuten. Meine Mutter meinte nur ‚Wovon redest du?‘. Ich war allein und ich hatte Angst.“ so Marriam.

Von ihrem Mann und ihrem Sohn hat sie sich gar nicht verabschieden können. Die Ärzte haben ihren Mann informiert.

Aus dem Koma aufgewacht

Die 29-Jährige wurde ins Koma gelegt und ihre Tochter wurde auf die Welt geholt. Da niemand da war, um die Papiere auszufüllen, nannten die Pflegerinnen und Pfleger die Kleine „Baby Ahmad“.

Bereits am nächsten Tag nach der Geburt, ist Marriam aus dem Koma aufgewacht. Sie konnte sich nicht daran erinnern, was passiert ist.

„Ich bin aufgewacht und konnte sehen, dass nichts mehr in meinem Bauch war. Ich hatte große Schmerzen.“, erklärt Miriam der BBC.

Für eine Woche durfte Marriam nicht zu ihrem Baby, das ebenfalls auf der Intensivstation lag. Die Krankenhausmitarbeiter zeigten ihr nur regelmäßig Videos und Fotos ihrer kleinen Tochter.

Ein starker Name für ein starkes Mädchen

Nach einer Woche durften Marriam und ihr Mann ihre Tochter endlich zum ersten Mal treffen. Dem Frühchen ging es gut.

„Für ein Kind, dass in der 29 Woche geboren wurde, hatte sie keine Probleme. Die Ärzte erzählten mir von all den Komplikationen, die wir erwarten müssten – sie hatte keine davon. Ein Wunder!”, sagt Marriam der BBC.

Daher haben sich die Eltern schnell auf einen passenden Namen für das Mädchen einigen können: Khadija.

„Im islamischen Glauben ist Khadija eine starke und unabhängige Frau.“, so die junge Mutter.

Die kleine Khadija wurde zunächst auf eine Frühchen-Intensivstation in der Nähe von Marriams Familie verlegt. Jetzt – acht Wochen nach der Geburt – durfte das Mädchen die Klinik sogar verlassen.

Einfach nur dankbar

Marriam und ihre Familie sind dankbar für das Leben ihrer Tochter und ihr eigenes. Auch wenn die junge Mutter mit einem 16-Monate altem Sohn und einem Neugeborenen noch keine Zeit hatte ihre eigenen traumatischen Erlebnisse zu verarbeiten.

„Mach das Beste aus jeder Gelegenheit und sei dankbar, das habe ich aus dieser Erfahrung mitgenommen.“ So beendet Marriam ihr bewegendes Interview.

Quellen

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