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GPS-Tracker: Kind verfolgen wirklich nötig?

Wenn die Sprösslinge allein losziehen, kann bei Dämmerung schon ein mulmiges Gefühl im Magen entstehen. Sollte man nach zahlreichen Anrufen und Textnachrichten immer noch nichts von ihnen hören, beginnt der Horrorfilm im Kopf. Am Ende geht doch eigentlich immer alles gut. Damit sie sich weniger Sorgen machen müssen, setzen Eltern auf GPS-Tracker. Kinder können so einfach verfolgt werden. 

© Bigstock/ Aboltin

GPS-Tracker: Kind genau verfolgen

Ein GPS-Tracker für Kinder kann in einigen Situationen Sinn machen. Zum Beispiel wenn dein Kind einen weiten Schulweg hat oder auch, wenn es eine Klassenfahrt unternimmt. Natürlich möchten Kinder auch gerne mal allein draußen spielen oder vielleicht im nahegelegen Wald mit Freunden herumwandern – auch hier bietet sich ein Tracking via GPS an.  

Auch der gesundheitliche Zustand deines Nachwuchses kann ein Grund sein, wieso du einen GPS-Tracker kaufen möchtest. Sprich dich mit deinem Partner ab, in wie Fern ein GPS-Tracker für euer Kind Sinn macht und trefft gemeinsam eine Entscheidung. 

Big Mama is watching you – wie erkläre ich es meinem Kind?  

Nicht nur mit deinem Partner, auch mit deinem Kind solltest du die Tracking-Maßnahmen absprechen. Heimlich den Standort deines Kindes zu tracken ist nicht ratsam. Das könnte zu einem Vertrauensbruch führen. Natürlich kann es bei dem Gespräch zu der ein oder anderen Meinungsverschiedenheit kommen, vor allem wenn dein Kind schon älter ist. Daher solltest du deinem Kind zu verstehen geben, dass es nicht um die Kontrolle, sondern Sicherheit geht. Erkläre deine Absichten und Argumente ausführlich.  

Aus pädagogischer Sicht solltest du nach wie vor die Privatsphäre deines Kindes respektieren und deshalb den Tracker nicht als Kontrollorgan missbrauchen. Für die Entwicklung deines Kindes ist es wichtig selbstständig durch die Welt schreiten zu können. Führe daher schon davor Gespräche über Sicherheit und Risiken im Alltag. Ansonsten könnte dein Kind das Gefühl bekommen, es sei nur, wenn es einen GPS-Tracker trägt, geschützt. Auch Experten begegnen dem GPS-Tracking kritisch und warnen vor einem umgekehrten Effekt„Wir kommen nicht umhin, als Eltern unseren Kindern einen Vertrauensvorschuss zu geben“, meint Psychologin Birgit Langebartels vom Rheingold-Institut in einem Interview mit dem WDR.

GPS-Tracker für mein Kind: Welche Optionen gibt es?

Wenn man sich dazu entschieden hat seinem Kind einen GPS-Tracker zu kaufen, stößt man daraufhin auf zahlreiche Varianten. Bei der Auswahl sollte man an den Lebensstil des Kindes denken. Je nachdem sollte der Tracker stoß- und wasserfest sein. Auch ergänzende Features wie diverse Kommunikationsfunktionen, ein SOS-Knopf und Karten können Teil des Trackers sein. Zeig deinem Kind alle Funktionen des GPS-Geräts, damit es im Notfall, den Tracker bedienen kann. Informiere dich vor dem Kauf über die Akkulaufzeit und die Datenschutzregelung.
Zuerst sollte man sich entscheiden welche Art von Tracker man möchte.  

Apps als Kinder-Tracker

Sollte dein Kind schon alt genug sein und ein eigenes Smartphone besitzen, dann eignen sich Tracking-Apps. Dabei gibt es für Android, sowie iOS-Geräte eine große Auswahl. Apps wie “Life 360” oder “Find my Kids” ermöglichen es dir auf deinem Smartphone den genauen Standort deines Kindes zu sehen. Per GPS kannst du live verfolgen wo sich dein Kind befindet. 

Erweiterte Einstellungen ermöglichen es dir sogar einen festen Bereich anzugeben. Bewegt sich dein Kind über diesen Bereich hinaus, erhältst du eine Benachrichtigung. Außerdem bieten viele Tracking-Apps einen SOS-Knopf, den dein Kind in Gefahrensituationen betätigen kann. 

Uhren als Kinder-Tracker

Falls dein Kind kein Smartphone besitzt oder es nicht die ganze Zeit mit sich trägt, dann könnte eine GPS-Uhr eine bessere Alternative für dein Kind sein. Genau wie bei einer normalen Smartwatchfunktioniert die GPS-Uhr nur mit einer SIM-Karte. Sie ist mit einer App verbunden, sodass du mit deinem Smartphone den Standort deines Kindes aufrufen kannst. Auch hier bieten manche Hersteller zusätzliche Optionen an. Du kannst SOS-Nummern auf der Uhr einspeichern, die dein Kind in Notfallsituationen wählen kann.

Anhänger als Kinder-Tracker

Flexibler, jedoch weniger kommunikativ sind Anhänger. Ob in Form von Schmuck oder eines Schlüsselaccessoire, kann auch ein Anhänger als GPS-Tracker dienen. Auch hier wird eine SIM-Karte für die Ortung eingesetzt. Der Anhänger kann dann beispielsweise am Rucksack befestigt werden.
Beachte: GPS-Tracker mit Abhörfunktionen sind in Deutschland verboten.

Quellen