Alles, was du über das richtige Familienauto wissen musst

Alles, was du über das richtige Familienauto wissen musst

Wenn du deine Familie und alles, was sie braucht, sicher und möglichst stressfrei transportieren möchtest, brauchst du mehr als bloß irgendein Fahrzeug mit viel Raum.

Kinder sitzen in einem Auto
Familien brauchen im Auto mehr als nur Platz. Daher sollte dein Auto rundherum familientauglich sein. © fotolia.com / dima_sidelnikov

Schon beim ersten Mal, spätestens aber, wenn es bei euch zum zweiten Mal heißt „wir sind schwanger“, wird sich auch die Frage nach einem fahrbaren Untersatz für die berühmte Kombination aus „Kind und Kegel“ nicht mehr aufschieben lassen. Denn „Auto“ und „Familienkutsche“, das sind nicht nur auf dem Papier zwei völlig verschiedene Begriffe. Auf den folgenden Zeilen haben wir für dich einen umfangreichen Grundsatz-Artikel zusammengestellt. Er liefert dir alles Wissen, das du benötigst, um das zu deiner Familie passende Fahrzeug zu kaufen, um damit alle Abenteuer zwischen Wocheneinkauf und Roadtrip mit Baby zu absolvieren.

#1 Neu oder gebraucht?

Beginnen wollen wir da mit der natürlich größten Frage aller Fragen: Soll der Familientransporter brandneu aus dem Autohaus kommen oder reicht ein Gebrauchter?

Die Vor- und Nachteile

Gebrauchtwagen haben, zumindest auf dem Papier, starke Vorteile. Sie sind, selbst als junge Gebrauchte, ungleich günstiger als ein Neuwagen – insbesondere, wenn sie auch noch mit einer fulminanten Ausstattung aufwarten können. Zumal du, wenn du bei einem Händler kaufst, auch noch in den Genuss einer gesetzlich vorgeschriebenen Gewährleistung kommst. Doch das kommt zum Preis diverser Nachteile, von denen dieser wohl der größte ist: Gebrauchtwagen haben eine für dich unbekannte Vorgeschichte. Selbst wenn sie gut aussehen, können die Vorbesitzer sie trotzdem ruppig gehandhabt haben, worunter Kupplung, Achsteile und unzählige weitere Dinge unsichtbar gelitten haben. Und es gilt immer noch, je älter und/oder je höher die Laufleistung, desto größer die Wahrscheinlichkeit, dass das Auto dich mit Reparaturen, deren Kosten und Ärger, plagt.

Wirfst du mal einen Blick auf die Statistik dessen, was Fahrzeuge am häufigsten schachmatt setzt, sind das bis auf Reifenschäden keine Verschleißteile, sondern von der kaputten Lichtmaschine über den defekten Kat und überhitzte Motoren ausschließlich Dinge, die

  1. Durch hohe Laufleistung und/oder Fahrzeugalter entstehen
  2. Teils langwierige (= teure) Fehlersuche/Reparaturen benötigen
  3. Sich beim Kauf durch Laien kaum erkennen lassen
  4. teure Folgeschäden produzieren. Etwa, wenn der Turbolader sich zerlegt und seine Einzelteile den ganzen Motor beschädigen

Klar, du selbst kannst all diese statistischen Schäden durch umsichtiges Verhalten vermeiden – aber eben am optimalsten, wenn du das Auto schon bei „Kilometerstand 000.004“ übernimmst. Beim Neuwagen darfst du, zumindest in den ersten fünf Jahren, zudem davon ausgehen, von Reparatur(-kosten) gänzlich verschont zu bleiben. Tatsächlich sind Neue deshalb unterm Strich häufig die insgesamt günstigere, einfachere, nervenschonendere Option. Und: Nur beim Neuen hast du die Möglichkeit, die für eure Familie optimale Ausstattung zusammenzustellen.

Autoverkäufer berät Kunden
Falls ihr schon Kinder habt, sollte das Aussuchen alle Familienmitglieder umfassen. Denn oft zeigen erst die Kids, ob der Wagen „wirklich“ passt. © fotolia.com / luckybusiness

Gute Gebrauchte erkennt man an…

Vieles spricht für Neuwagen. Falls es dennoch ein Gebrauchter sein soll, achte bitte auf Folgendes:

Das sind, zugegeben, viele Positionen, die stimmen müssen – doch das ist eben auch ein weiterer Grund pro Neuwagen.

Video-Empfehlung

#2 Die Karosseriebauform

Okay, du bist von einem Neuwagen überzeugt. Doch dann kommt die nächste Hürde: Welche Karosseriebauform soll es denn sein? Das ist die vielleicht wichtigste Entscheidung für den Familienalltag.

Eine Untergrenze namens Viertürer-Limousine

Da beginnen wir mit dem absoluten Mindestmaß, der vier- oder fünftürigen Limousine. Stell dir einen Golf, Focus oder eine C-Klasse vor. Vielleicht war das in deiner Kindheit eure Familienkutsche. Das soll aber nicht heißen, dass er optimal wäre. Denn der einzige Vorteil, den diese Bauform bietet, ist, dass du die Kids durch die hinteren Türen halbwegs bequem in ihre Sitze bugsieren kannst. Alles Weitere ist schwer suboptimal. Kinderwagen/Buggy in den Kofferraum? Falls das überhaupt passt, ist damit der Laderaum proppenvoll. Und bei Stufenheck-Limousinen kommt noch hinzu, dass die Kofferraumhöhe extrem beschränkt ist. Unsere Empfehlung: Diese Bauform nur, wenn stichhaltige Gründe alle anderen Fahrzeuge unserer Liste ausschließen.

Kleine Allrounder mit großer Klappe: Minivans

Minivans. Kleine Vans, auf der Basis von Autos in Polo/Fiesta-Größe. Etwa Ford B-Max, Opel Meriva oder Kia Venga. Sie haben den Vorteil, schön hoch zu sein bis zum Ende des Kofferraums. Und weil sie trotzdem sehr kompakt sind, sind sie auch tolle Stadtflitzer, in die so manches reinpasst. Aber das alles hat Grenzen: Die Kofferräume sind zwar hoch, aber nicht sonderlich tief. Und die im „Kinderbetrieb“ so mega-praktischen hinteren Schiebetüren gibt’s oft nicht mal gegen Aufpreis. Für ein Kind sind Minivans klasse, ab zwei werden sie aber zu klein.

Nicht umsonst „hoch“beliebt: Hochdach-Kombis

Bis vor einigen Jahren waren es echte Handwerkerautos: VW Caddy, Dacia Dokker oder Opel Combo. Bis zur B-Säule (das ist die, an der die vorderen Sitzgurte befestigt werden) sind das meistens Kompaktklasse-PKW, dahinter folgt ein Van-artig hoher Laderaum. Damit bilden Hochdach-Kombis das Bindeglied zwischen Mini- und vollwertigem Van (oder sind, je nach Sichtweise, eben Kombis mit mehr Kopffreiheit). Der Vorteil: Du bekommst üppige Platzverhältnisse und einen XL-Kofferraum zu einem meist wesentlich geringeren Preis als bei einem Van. Und viele Hersteller vermarkten ihre Hochdachmodelle gezielt an Familien, sodass viele familienfreundliche Helfer schon zur Grundausstattung gehören. Kauftipp!

Auto mit Schiebetüren
Falls es das Modell mit Schiebetüren gibt, greif zu. Nichts macht das Einladen der Kids in engen Parklücken einfacher. © fotolia.com / Tomasz Zajdan

Da passt alles rein: Echte Vans

Mercedes V-Klasse, VW T6, Ford Transit: Das alles sind „echte“ Vans, auch als Kleinbus bezeichnet. Das ist zwar die teuerste Option, aber kein Auto aus dieser Liste bietet so viel Platz. Die Raumhöhe ist gigantisch, drei Kindersitze auf der Rückbank kein Problem – und oft gibt es noch eine dritte Sitzreihe als Extra dazu. Im Kofferraum kann man seinen halben Hausstand transportieren und die Sitzreihen sind so weit auseinander, dass du beim Anschnallen der Kids problemlos hineinklettern kannst – durch die meist serienmäßige hintere Schiebetür. Keine Frage, vollwertige Vans sind die Familien-Master. Allerdings haben sie eben ihren Preis. Und die Abmessungen können bei dickem Verkehr zum Problem werden.

Beliebter Klassiker: Kombis

Natürlich soll auch der klassische Kombi hier erwähnt werden. Er hat den Vorteil, dass er zum normalen Sortiment beinahe jedes Automodells gehört. Du findest also hier die mit Abstand größte Auswahl. Praktisch ist, dass die meisten Kombis den gleichen Radstand (= Abstand zwischen Vorder- und Hinterachse) wie die Limousine haben, auf der sie basieren. Dadurch sind sie günstiger in der Serienherstellung und bieten oft erstaunlich große Kofferräume. Aber: Sie sind eben normal-niedrige PKW, was beim Einsteigen und Anschnallen der Kids unbequem werden kann. Vor allem, weil es heute Hochdach-Kombis und zahllose (Mini-)Vans gibt, haben Kombis schwer an Boden verloren und sind eigentlich nur noch dann ein Kauftipp, wenn Papa sich gar nicht mit dem Familienkutschen-Look der anderen Karosserievarianten anfreunden kann.

#3 Die familiengerechte Ausstattungsliste

Platz und eine hintere Schiebetür sind zwar schon viel, aber längst nicht alles. Wenn du mit der Familie beim Autohändler sitzt, solltest du bei den folgenden Dingen aus der Ausstattungsliste definitiv Häkchen setzen – denn sie alle sind super-familienfreundlich und erleichtern dir den mobilen Alltag unermesslich.

Stichwort Fensterheber, Türverriegelung und Fahrerkontrolle

Hintere Fensterheber mit Einklemmschutz sind heute Standard – wo sie es nicht sind, unbedingt mitbestellen. Aber kaum etwas stört mehr, als etwas größere Kids, die hinten an den Knöpfen herumdrehen oder Hintertüren, die man nur mechanisch so verriegeln kann, dass sie sich von innen nicht öffnen lassen. Achte darauf, dass das bei eurem Auto alles elektrisch funktioniert und sich zentral vom Fahrerplatz aus steuern lässt, sodass im Zweifelsfall ein Fingertipp reicht, um hinten etwas zu bewegen oder abzuschalten.

Isofix – sonst nix

Es gibt so viele verschiedene Kindersitze und Befestigungssysteme. Du allerdings solltest beim Autokauf darauf achten, dass der Wagen mit Isofix ausgestattet ist. Das ist ein standardisiertes Befestigungssystem, das sich nicht auf die immer wieder falsch angelegten hinteren Gurte verlässt, sondern auf feste Ankerpunkte, mit denen der Kindersitz verbunden wird. Das ist beim Ein- und Ausbau nicht nur ungleich weniger kompliziert, sondern schneidet regelmäßig bei Crashtests besser ab als „normale“ Sitze. Pflichtkauf!

Kind im Kindersitz
Isofix-Sitze sind nicht nur sicherer als herkömmliche Kindersitze, sie sind auch ungleich einfacher ein- und auszubauen. © fotolia.com / Trendsetter

Ablagen und Staufächer sind pures Gold

Wenn die Sonderausstattungsliste dir Dinge offeriert wie

  • Schubfächer unter Rücksitzbank
  • Einschubfächer Rückseite Vordersitz
  • Handschuhfach mit Kühlfunktion
  • Fach mit Deckel auf hinterem Mitteltunnel
  • Gepäcknetze Kofferraumseiten

oder irgendetwas anderes, das nach zusätzlichem Stauraum klingt, dann greif zu. Im Familienalltag wird immer wieder Kinderkram im Auto liegen bleiben, wird neuer hinzukommen. Und es gibt keine bessere Methode, die Sachen unter Kontrolle zu halten, als so viele Staufächer und Netze wie möglich – nicht nur, aber besonders auf Reisen.

Rollos für die Kinderhaut

Autofenster halten zwar UV-A Strahlen ab, die nicht minder gefährlichen UV-B und -C-Strahlen gelangen jedoch hindurch – und Sonnenschutz ist für Kids jeglichen Alters Pflicht. Wir empfehlen dir deshalb dringend, am besten auf elektrische (von vorn bedienbare) Sonnen-Rollos an den hinteren Scheiben zu setzen. Gibt es die nicht, lass nach dem Kauf eine zertifizierte Tönungsfolie durch einen Fachbetrieb anbringen.

Leder ist nicht nur luxuriös

Natürlich möchtest du beim Auto sparen. Bei der Option „Sitzbezüge und Türverkleidungen Leder“ würdest du deshalb tendenziell eher keinen Haken setzen. Unser Tipp: Tu es trotzdem. Entweder bei echtem Leder oder Kunstleder (allerdings nicht beim rauen Wildleder/Alcantara). Das kostet zwar teils einen üppigen Aufpreis, aber kein anderes Sitzmaterial lässt sich so leicht von all den typischen Kinder-Kleckereien zwischen Spucke, verschütteten Getränken und klebrigen Süßigkeiten befreien. Feuchter Lappen mit etwas Spülmittel und die Sache ist geritzt – wo du bei Stoffsitzen und -türverkleidungen gleich zum Auto-Aufbereiter fahren kannst.

Egal wie klein oder groß das Klecker-Malheur auch ist, nur bei (Kunst-)Leder kannst du es einfach feucht abwischen. © fotolia.com / kritchanut

Alle Haken bei Assistenzsystemen

Ein Glück, dass Fahrzeugelektronik solche Quantensprünge erlebt hat. Denn selbst die bravsten Kinder lenken einen, wenn man vorne sitzt, immer noch ab. Und selbst wenn du nur einen raschen Blick in den Rückspiegel wirfst, ignorierst du als Fahrer doch für oftmals kritische Sekunden das Verkehrsgeschehen. Wir legen dir deshalb ans Herz, so viele Fahrassistenzsysteme wie möglich zu ordern. Insbesondere:

  • Notbremsassistent/Auffahrwarner
  • Abstandswarner (gern in Verbindung mit Tempomat)
  • Spurhalte- und -wechselassistent
  • Lichtassistent (schaltet automatisch zwischen Abblend- und Fernlicht)

Ja, das strapaziert das Konto, aber es erhöht unter dem Gesichtspunkt des Transports von Kindern ganz enorm eure Sicherheit.

Auch mit Schlüssel in der Tasche

Ein Arm trägt das Kind und klammert noch eine Brötchentüte, der andere trägt drei Einkaufstüten gleichzeitig. Klingt nur nach Slapstick, kommt im Elternalltag aber regelmäßig vor. Dann den Schlüssel aus den Tiefen von Jacken- oder Handtasche herausfummeln, nach den richtigen Öffnungsknöpfen suchen? Vergiss es. Bestell lieber als Zubehör Keyless Entry und Keyless Go. Ersteres entriegelt das Fahrzeug, sobald du dich mit dem Schlüssel in der Tasche näherst. Letzteres erlaubt es dir, den Wagen auch ohne Schlüsselloch-Sucherei zu starten – unglaublich nervenschonend.

Infotainment und Connectivity für Reisen

Gerade wenn du mit Kind und Kegel lange Strecken fährst, willst du die Kids beschäftigen. Du musst zwar nicht alles von der folgenden Liste haben, aber zwei Sachen sind Pflicht:

  • Bildschirme hinten in den vorderen Kopfstützen/am Wagendach
  • Hintere USB-Stecker
  • Radio mit DVD/Blu-Ray
  • WLAN-Hotspot
  • Konnektivität zum Smartphone (etwa Bluetooth)
  • Möglichkeit zum Integrieren von Streaming-Diensten

Unser Geheimtipp: Eine Möglichkeit, mit der deine „Hinterbänkler“ Musik und Filme per Kopfhörer genießen können, entweder per Stecker oder Bluetooth. Wenn unterwegs zum 101. Mal der „Kinderlieder-Hitmix“ aus den Boxen dudelt, wird man als Erwachsener irgendwann richtig genervt.

Ein Segen in der Stadt: Parkassistenten

Wenn du vornehmlich in der Stadt unterwegs bist, dann solltest du auch überlegen, den zugegeben happigen Aufpreis für einen automatischen Einparkassistenten auszugeben (Einpark-Piepser sollten generell dabei sein). Denn es ist einfach nur wunderbar, bloß den Knopf zu drücken, die Hände in den Schoß zu legen und dem Auto den zirkelnden Einpark-Rest zu überlassen.

Standheizungen für Frostnasen

Standheizungen sind auf zweierlei Arten toll. Zum einen deshalb, weil durch sie an frostig kalten Tagen der Motor schon beim Starten volle Heizleistung liefert (die Heizung funktioniert immer über das heiße Kühlwasser, die Standheizung erwärmt es statt des laufenden Motors). Doch das zieht auch noch was anderes, technisches, nach sich: Der Motor leidet nicht so unter Kaltstarts, verschleißt weniger, hält länger. Zumindest wenn ihr in den Bergen oder anderen deutschen Regionen mit harten Wintern lebt, ist das ebenfalls fast ein Pflichtkauf.

#4 Der Antrieb

Unser letztes Kapitel widmet sich dem, was deine Familienkutsche ins Rollen bringt, namentlich Motor und Getriebe. Da solltest du dich von dem, was du bisher zu wissen glaubst, verabschieden.

Diesel, Benziner, oder… ?

Sehr viele Ratgeber würden an dieser Stelle für den Diesel plädieren, ohne Wenn und Aber. Für uns allerdings ist dieser Motor ein zweischneidiges Schwert, weshalb auch du den Selbstzünder sehr kritisch betrachten solltest.

Fangen wir mit dem nach wie vor köchelnden Abgasskandal an. Immer wieder kommen weitere Hersteller und Modelle in den Scheinwerfer der Ermittler, kein Ende in Sicht. Zudem ist auch bei ganz neuen Autos mit Euro 6c, Euro 6d TEMP und Euro 6d Abgasnormen längst nicht garantiert, dass du damit vor weiterem Ärger geschützt bist – schon deshalb, weil immer mehr Städte Dieselverbote vorbereiten, auch hier ist kein Ende in Sicht.

Hinzu kommt, dass der Diesel sich finanziell erst dann rentiert, wenn du auf mehr als 15.000 Jahreskilometer kommst. Darunter ist der Mix aus niedrigerem Kraftstoffpreis und höheren Steuern ein Nullsummenspiel; ab 10.000 Jahreskilometern wird es auch zum Verlustgeschäft. Daher empfehlen wir dir, bis die gesamte Diesel-Problematik vom Tisch ist, primär auf den Benziner zu setzen – auch weil der typisch-familiären Kurzstreckenbetrieb besser verkraftet als der Diesel. Was du bei vornehmlichem Stadtbetrieb auch in Erwägung ziehen kannst, sind Hybridfahrzeuge, denn bei Stop-and-Go spielen die ihre Vorteile so richtig aus, nicht aber auf Landstraßen und Autobahnen. Übrigens solltest du auch Autogas mal überdenken. Technisch funktioniert das wie ein Benziner, kommt aber auf ungleich niedrigere Kraftstoffpreise und kann mit einem sehr dichten Tankstellennetz aufwarten, das nur um die Hälfte kleiner als das der regulären Tankstellen ist.

Und was ist mit reinen Elektroautos? Da besteht noch das Problem, dass das derzeitige Angebot an echten Familienkutschen ziemlich mau ist. Nissan e-NV200, Renault Kangoo Z.E., Citroen E-Berlingo sind die wenigen Vertreter, die wirklich familientauglich sind. Der Rest der reinen Stromer ist oft zu klein.

Zapfsäule an einer Tankstelle
Sofern du nicht auf hohe Jahreslaufleistungen kommst, wird der Benziner für dich die günstigste, universellste Motorvariante sein. © fotolia.com / Wellnhofer Designs

Leistung ist nicht nur für Papa

Übrigens solltest du bei aller Sparsamkeit auch nicht gleich auf die niedrigste Motorleistung setzen. Bedenke, dass die bei typischer Familienbeladung rasch zum Verbrauchsbumerang wird – der Motor muss sich ja mehr anstrengen. Und falls sowieso lange Autobahnfahrten regelmäßig dazukommen, sind höhere Leistungen ebenfalls Pflicht, um den Verbrauch niedrig zu halten. Weniger als 100 PS sollte euer Familienauto nicht haben, bei Hochdachkombis und großen Vans dürfen es auch gerne mehr sein. Nicht um zu rasen, sondern auch bei voller Beladung gut mitschwimmen zu können.

Automatik ist automatisch gut

Das letzte Ausstattungshäkchen solltest du vielleicht dann bei einem Automatikgetriebe setzen. Zuvorderst deshalb: Ein Pedal weniger, kein Kuppeln mehr, ein wesentlich entspannteres Fahren – gerade im Stop-and-Go-Verkehr. Aber auch noch etwas anderes. Wo keine Kupplung verbaut ist, kann diese natürlich auch nicht verschleißen; moderne Automatikgetriebe sind wartungsfrei, brauchen höchstens bei hohen Laufleistungen mal einen Ölwechsel.

Fazit

Kinder ändern alles – auch deine automobilen Gewohnheiten. Neben den Dingen, die wir dir hier gezeigt haben, solltest du dich dabei immer von einer Grundfrage leiten lassen: „Was ist das Beste, damit wir alle bequem und vor allem sicher unterwegs sind?“ Das sorgt zwar nicht immer für die günstigsten Antworten, aber garantiert dafür, dass all die kleinen Störfaktoren, die zwischen langer Urlaubsfahrt und ganz kurzem Einkaufstrip auftreten können, absolut minimiert werden.